Observatorium / обсерватория, 3091m


Published by Linard03 Pro , 19 August 2015, 05h30.

Region: World » Russia » Kaukasus
Date of the hike: 9 August 2015
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: RUS 
Time: 4:30
Height gain: 950 m 3116 ft.
Height loss: 950 m 3116 ft.
Route:Terskol - Observatorium - Wasserfall - Terskol

Nach den schönen Engadin-Ferien eine Woche arbeiten, dann für eine Woche ab nach Russland ... Nein, eine Reise in den Kaukasus macht man nicht eben mal so zwischendurch bzw. spontan ... Eine solche Reise will sorgfältig vorbereitet sein, die Vorfreude war gross!

Der Kaukasus-Bericht hätte durchaus ziemlich lang werden können; ich erlaube mir deshalb, diesen in zwei Teile zu gestalten ... ;-))


Anreise, 7./8. August 2015

Heute musste die Arbeit pünktlich um 16 Uhr ruhen, denn ich hatte noch einiges vor ... Gepackt wurde natürlich bereits am Vorabend, aber es gibt immer noch irgendetwas, das einem in den Sinn kommt; etwas, das man noch vergessen hat ... Zu Hause wurden also noch die letzten Details eingepackt, nochmals die Materialliste gecheckt, dann ging's los zum Flughafen.

Mit Aeroflot nach Moskau (Sheremetyevo), wo ich um 02.45 Uhr ankam. Man kann sich nun wahlweise die nächsten paar Stunden im Terminal oder auch im zu Fuss erreichbaren Hotel Park Inn um die Ohren schlagen ... Jedenfalls folgte der Anschlussflug "bereits" um 8 Uhr nach Mineralny Vody, wo ich um 09.50 Uhr landete.

Hier wartete unser Bergführer Alex auf uns. Wir, das waren 2 Schweizer (P. & ich), ein Deutscher (R.) und ein Südafrikaner (C.) - also ein kleines Grüppchen. Obwohl, der Bergführer suchte verzweifelt noch einen fünften Teilnehmer ... - wo der nur abgeblieben ist? Die Abfahrt verzögerte sich bereits erheblich, als sich der Bergführer entschloss, am Flughafen zu bleiben und wir mit dem Fahrer los düsen sollten - immerhin warteten auf uns noch ca. 3 Std. Autofahrt. Der BF würde dann später nachreisen ...

Via Pyatigorsk (grösserer Stau) und Tambukan-See ging's nach Süden, ehe wir vor Dygulybgey nach Westen abbogen. Bald wurde das Gebiet hügeliger, nach Zhankhoteko deutlich gebirgiger. Der Fahrer war rasant unterwegs (...) und nach knapp 3 Std. Fahrt (inkl. Pause) erreichten wir unser Hotel in Terskol.

Das Hotel war gemütlich, die Wirtin des Hauses sehr freundlich - insgesamt wenig Leute. Ausser uns war noch ein 6er-Team aus Finnland, welche durch einen 76-jährigen Bergführer betreut wurde. Dieser hat mehrere 8000er bestiegen; letztmals war er 2012 am K2 bei einer Winterbesteigung dabei ...! Die finnische Gruppe sollten wir noch die ganze Woche über immer wieder treffen, hatten sie doch dasselbe Programm wie wir.

Etwas später nahmen wir unter kundiger Führung einen Spaziergang durch's Dorf, anschliessend ging's quer durch den Wald nach Cheget, wo wir uns noch etwas am Markt umsahen. Zurück im Hotel war dann erst mal eine Siesta angesagt, schliesslich war die Reise lang und die Nacht entsprechend kurz ... Kurz vor dem Nachtessen tauchte dann auch unser BF wieder auf – der 5. Teilnehmer schien ein Phantom zu sein: kurzfristig angemeldet, offensichtlich ebenso kurzfristig die Reise nicht angetreten; eigenartig - aber uns konnte es egal sein …

9. August, erste Akklimatisationstour

7 Uhr Frühstück, um 8 Uhr war Abmarsch. Heute wollten wir eine erste Eingehtour unternehmen; es soll die 3000er Grenze erreicht werden. Allerdings soll nicht (wie offensichtlich sonst standardmässig) der Cheget bestiegen werden, sondern der Hausberg von Terskol, welcher hier einfach nur „Observatorium“ genannt wird.
In sehr gemütlichem Tempo ging’s voran, zunächst noch auf breitem Forstweg, später auf steilem Wanderweg. Es war so langsam, dass ich teilweise das Gefühl hatte, ich würde gleich einschlafen ;-). Rückblickend betrachtet hatte aber der BF seinen Schritt bereits hier vorgegeben, den er später dann auch in höheren Lagen anwenden würde ….
 
Es war ein warmer, wolkenloser Tag, welcher einem bald ins Schwitzen brachte und uns den Schatten unter den noch vorhandenen Bäumen suchen liess. Der Weg ist einfach zu finden, oberhalb des Waldes verläuft er auf der Gratkante. Die Umgebung ist herrlich, zudem waren wir alleine unterwegs; kein Mensch zu sehen.
Nach einer Pause nahmen wir den Schlussaufstieg unter die Füsse, welcher teilweise bizarre Felstürme umrundete und schliesslich auf ein grossräumiges Plateau führte, wo sich das Gelände des Observatioriums befindet.
 
Der höchste Punkt dieses Geländes befindet sich laut Karte auf 3091m. Allerdings ist nicht alles zugänglich; kurioserweise befindet sich ein erheblicher Teil dieses Gebietes auf Ukrainischem Territorium; „STOP“-Schilder mahnen entsprechend … Wir pausieren entsprechend etwas unterhalb.
 
Viel interessanter war jedoch sowieso die Sicht auf den Elbrus – er soll schliesslich unser Wochenziel sein! Wolkenlos präsentierte sich dieser Doppel-Gipfel; ob wir einige Tage später auch solches Wetterglück haben werden? Die Sicht nach Süden war aber ebenso eindrücklich: der eindrückliche Ushba, 4690m (gemäss BF der schwierigster Berg im Kaukasus), die markanten Donguzorun (4454m) und Nakratau (4269m), welche sich über Cheget erheben, aber auch der ganze Gebirgszug insgesamt ist faszinierend und eindrücklich!
 
Nach etwa 30 Min. Pause bei absolut wolkenlosem und windstillem Wetter brachen wir wieder auf. Nun jedoch auf der Westseite absteigend, weglos über Geröll und steile Wiesenhänge, bis wir wieder auf eine breite Forststrasse gelangten. Von weitem sahen wir bereits einen schönen Wasserfall, den wir auch noch aus der Nähe betrachten wollten.
 
Es stellte sich heraus, dass es sich um eine bekannte Sehenswürdigkeit handelte, welche an diesem Sonntag von vielen Einheimischen besucht wurde. Nach einem kurzen Gegenanstieg erreichten wir auf gutem Wanderweg den Wasserfall Devichy Kosy / Девичьи косы (auf Englisch „Maiden Braids“). Wenn man vor bzw. unterhalb des Wasserfalls steht, kann man den Namen gut nachvollziehen … ;-). Imposant, schön und auf jeden Fall einen Besuch wert!
 
Nachdem einige Fotos geschossen waren, machten wir uns endgültig an den Abstieg; zurück nach Terskol, wo wir ca. 13.30 Uhr eintrafen. Kurze Zeit später durften wir ein feines Mittagessen geniessen. Überhaupt wurden wir so richtig verwöhnt; typisch für Russland sind z.B. auch die Süssigkeiten, welche zu jeder Mahlzeit auf dem Tisch stehen: diverses Gebäck sowie viele Bonbons … ;-))
 
Danach wurden einige etwas nervös; ein Material-Check durch den Bergführer stand an …! Hatten wir auch das „Richtige“ dabei? Ging nichts vergessen? Der BF kam bei jedem im Zimmer vorbei; kam mir vor wie früher im Militär - man musste alle seine Utensilien herzeigen ;-). Der BF war jedoch sehr zufrieden („very good equipment“!); uff – nochmals gut gegangen … Falls noch etwas gefehlt hätte, hätte man aber auch noch im Hauseigenen mountainshop einkaufen können – wie praktisch … ;-).
 
Nun hiess es „packen für den Berg“, Schluss mit Hotel und den damit verbundenen Annehmlichkeiten …
 
Fortsetzung folgt …

Schwierigkeit der Eingehtour:
einzelne Stellen T3, zu 95% jedoch T2


Hike partners: Linard03


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