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Unterwegs im Westen von Kanada (1/8): Waterton Lakes National Park


Published by johnny68 Pro , 2 September 2012, 17h42.

Region: World » Canada » Alberta
Date of the hike:12 August 2012
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CDN 
Time: 4:30
Height gain: 500 m 1640 ft.
Height loss: 500 m 1640 ft.
Route:Waterton Lakes Village - Bertha Lake und zurück

Im August habe ich einige Ferientage im Westen von Kanada verbracht und dabei u.a. auch Wanderungen und Bergtouren unternommen. Dem Bericht über zwei Wanderungen im Waterton Lakes NP möchte ich meine (persönlich gefärbten) allgemeinen Eindrücke über Kanada voranstellen.
 
Kanada
 
Kanada, das ich bereits 1989 während längerer Zeit besuchte, hat mir heute einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen. Mir scheint, dass der Wohlstand seit damals abgenommen hat. Über Land sieht man unglaublich viele verlotterte oder verlassene Häuser oder Motels und darum herum viel Plunder wie rostende Autos usw, obwohl für Littering hohe Bussen drohen. Die Häuser sind billig gebaut und praktisch nicht isoliert. Geheizt und gekühlt wird elektrisch, meistens zum Fenster hinaus. Auf dem Land werden immer noch die grossen, benzinfressenden Pick-up’s gefahren. Welch Gegensatz in der Stadt Vancouver: hier sind japanische, koreanische und europäische Kleinwagen in der Mehrzahl.
 
Insbesondere hat mich der Zustand des Waldes in British Columbia (BC) schockiert. Vor 23 Jahren war hier begeisternd schön grüner Wald. Der Eindruck wurde höchstens durch den praktizierten Flächenholzschlag etwas getrübt. Und nun: Im Innern der Provinz BC (insbesondere in den Gegenden Cariboo und Chilcotin), die dreimal so gross wie die Schweiz sind, ist der Wald flächendeckend tot, weil vom Käfer befallen. Man fährt hier hunderte von Kilometern durch braunen Wald, der zum Teil auch noch abgebrannt ist. Der wirtschaftliche Schaden durch den Käfer ist für BC enorm. Ursache scheint die Klimaerwärmung zu sein. Innerhalb von nur 10 Jahren (bis Ende 2008) sind dem Bergkiefernkäfer knapp 700 Mio. m³ Drehkiefern zum Opfer gefallen, was 46 % des wirtschaftlich nutzbaren Kiefernholzvorrats der Provinz BC entspricht. Auch wenn seitdem die jährliche Befallsmenge stetig zurückgeht, dehnen sich die betroffenen Flächen nach wie vor aus und es kommt weiterhin zu substantiellem Neubefall. Prognosen sagen voraus, dass bis 2015 insgesamt etwa drei Viertel (76 %) des wirtschaftlich nutzbaren Kiefernvorrats von BC durch die Käfer befallen sein werden“ (Zitat aus waldwissen.net). Diskussionen mit Bewohnern zeigten, dass man dagegen machtlos ist. Man hofft auf eine langandauernde Kältwelle mit weniger als -30 ° C, was dem Borkenkäfer den Garaus machen würde. In den Küstengebieten und in Alberta ist der Zustand des Waldes (noch) besser. In Alberta hat man Angst vor dem Einschleppen des Käfers; man sieht überall Plakate gegen den Holzimport.
 
Kanada ist, obwohl der Can $ (wie der US $) an Wert verloren hat, sogar auch für Schweizer teuer. Insbesondere trifft dies für die Lebensmittel zu, und dies in einem Land, wo „Milch und Honig fliessen“. 6 Scheibchen Käse kosten rasch mal 6 $. Nicht mal das Benzin, das früher sehr billig war, ist noch günstig. Ein deutscher Auswanderer, mit dem ich ins Gespräch kam, brachte es auf den Punkt: „Früher kamen die Kanadier als reiche Touristen ins „arme“ Deutschland, heute sind es die reichen Deutschen (und Schweizer), die ins „arme“ Kanada in die Ferien kommen…“
 
Klar: es gibt auch Positives zu berichten. Die Rocky Mountains sind schön. Es gibt eine reiche Tierwelt, und die Nationalpärke sind gepflegt. Die Hiking-Trails sind gut markiert. An den Menschenmengen an muss der Tourismus boomen. Mir ist aufgefallen, dass sehr viele Ostasiaten unterwegs waren, insbesondere Chinesen.
 
Unter den Städten ist das spektakuläre Vancouver zu erwähnen. Diese City boomt und bietet für alle etwas.
 
Waterton Lakes National Park
 
Dieser Park im Süden von Alberta wird von Europäern eher wenig besucht. Er grenzt an den US „Glacier National Park“.
 
Hauptsehenswürdigkeit in diesem Park sind die Seen. Der Blick vom historischen „Prince of Wales Hotel“ südwärts über den langgezogenen See ist sehr schön. Noch weiter sieht man vom Aussichtspunkt „Bear’s Hump“, den ich zur Einstimmung bestieg.
 
Bear’s Hump
 
Der Weg zu diesem Felsplateau beginnt hinter dem Visitor Center. Es geht 225 Höhenmeter (meistens über ausgewaschene Stufen) den Mischwald hinauf. Von oben sieht man nicht nur über den 12 km langen und zur Hälfte in den USA gelegenen Upper Waterton Lake, sondern auch über die in Richtung Prärie gelegenen Middle und Lower Waterton Lakes.  
 
Bertha Lake
 
Am zweiten Tag in diesem Park umrundete ich den Bertha Lake. Dieser liegt rund 500 Höhenmeter westlich über dem Upper Waterton Lake. Gestartet bin ich im Dorf. Es geht dem Waterton Lake entlang zuerst in Richtung Süden bis zu einer Wegverzweigung. Man geht hier nach Westen und erreicht nach rund 1 Stunde die Lower Bertha Falls, nach einer weiteren halben Stunde die Upper Bertha Falls. Hinter der Felsklippe geht es leicht bis zum Bertha Lake hinunter. Der See liegt schön eingebettet in einer Gebirgslandschaft und ist rund 2 km lang. Man kann ihn auf einem Trampelpfad umrunden. Das Gebiet ist wildreich. Es hat hier Hirsche, Bighorn-Schafe und Bären.

Hike partners: johnny68


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