Brillensalamander in der Caloreschlucht - Gole del Calore


Publiziert von zaufen Pro , 10. November 2012 um 10:04.

Region: Welt » Italien » Kampanien
Tour Datum: 1 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 350 m
Abstieg: 350 m
Strecke:etwa 14 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Auto an der SS 488 zwischen Castel San Lorenzo und Felitto, auf der Straße fährt ab und zu ein Bus
Kartennummer:IGM 503 I Felitto

Schluchtbegehung bei regnerisch-trübem Wetter in Süditalien - kurz vor dem Ziel wurde es mir mit den Kindern zu heikel. Aber außer viel Getöse vom Fluss gab es auch mehrere Brillensalamander zu sehen, eine in Italien endemische Art, die wenn überhaupt eher auf der tyrrhenischen Seite des Apennin anzutreffen ist  - und auch das eher nachts. Aber viel heller war es ja auch nicht an diesem 1. November.

Wir starteten an der Brücke über den Calore unterhalb von Felitto (Blick auf die mittelalterliche Brücke flussabwärts nicht versäumen). Dort gibt es einige Parkmöglichkeiten und Hinweistafeln und zunächst auf beiden Seiten des Flusses einen Steig. Wir gingen auf der orographisch linken Seite, von der Brücke aus gesehen also rechts aufwärts. Der Weg verläuft entlang eines früheren Bewässerungskanals für ein Elektrizitätskraftwerk, zum Teil auf dessen Begrenzungsmauer - wie die Waalwege in Südtirol. Mit Holzgeländern, die noch relativ ordentlich aussehen, sind einige Passagen gesichert. Lohnend ist der kurze Abstecher zu einer Brücke (Schild "Mulino Vecchio"), denn ansonsten kommt man auf dem ganzen Weg nicht oft wirklich nah an den Fluss heran. Nach mehreren Tagen mit starkem Regen führte er viel Wasser. Bei geringerer Wasserführung ist er sicher weniger gefährlich und man kann öfter hinabsteigen und auch baden. Das kam jetzt nicht in Frage, vielmehr wäre an den ausgesetzten Stellen ein Fehltritt verheerend gewesen - und nach dem Regen und wegen der zwischendurch auch während unser Wanderung auftretenden Schauer war alles feucht und rutschig.
Nach etwa einer Stunde erreicht man Remolino. Dort ist normalerweise der Fluss auf dem Wehr zu queren. Das Wehr war jetzt aber hoch überspült und gar nicht zu sehen. So gingen wir auf dem  (orographisch) linken Ufer weiter, etwas aufwärts, bis ein Weg abwärts zu einer stählernen Brücke über denFluss führt, den wir dort querten. Auf dem anderen Ufer gingen wir weiter flussaufwärts.Nach etwa einer halben Stunde wird die Pietratetta erreicht, eine durch in die Schlucht gestürzte Felsen gebildete natürliche Brücke (ist gesichert und problemlos zu begehen - nur dass es wirklich eine Brücke ist, konnten wir kaum sehen, weil wir nicht hinabsteigen konnten). Schon vorher hatten wir die ersten Brillensalamander getroffen, später noch mehr.

Wir blieben aber dann auf dem orographisch rechten Ufer, um weiterzugehen bis zur mittelalterlichen Brücke (Ponte medioevale) unterhalb von Magliolo. Der Steig wird zunehmend schmaler und weicht z.T. deutlich höher in den Wald aus. Da gibt es auch mal unbedenklich zu begehende Abschnitte selbst bei Nässe.  Am 1. November muss man natürlich auch immer kalkulieren, bis wann es hell ist - und wenn man den Rückweg oder weiteren Verlauf des Rundwegs nicht kennt, rechtzeitig abbrechen. Uns wurde dann ein Abschnitt zu felsig-ausgesetzt-abschüssig-nass-rutschig und ich hielt zwar den Rückweg durchs Hinterland (das viel sanfter ist) für kürzer. Aber wir entschieden uns doch, umzukehren. Dusseligerweise sah ich nicht auf die Karte, aus der sich ergeben hätte, dass zum einen wir wirklich kurz vor dem Ziel waren und zum zweiten der Weg ohnehin nicht nur - was ich sah - zunächst wieder deutlich anstieg, sondern es dort auch einen weiteren Aussteig aus der Schlucht gegeben hätte.

So gingen wir zurück, zwischen Pietratetta und der Stahlbrücke diesmal auf der orographisch linken Seite. Der Steig dort ist gut erkennbar, aber nicht markiert und steigt zwischendurch ziemlich hoch an zu einem Aussichtspunkt. Vom Fluss entfernt man sich also ziemlich weit.
Von Remolino aus gingen wir dann über die Straße zurück zum Auto und waren so noch kurz vor Einbruch der Dunkelheit zurück.

Schwierigkeit: bei guten Bedingungen T2, an diesem Tag sicher T 3.
An diesem Tag keine ruhige Tour, sondern eher laut - aber es war ja natürlicher Lärm.
Übrigens sind im ganzen Gebiet die Wege vorhanden, durchaus zu finden und meist sogar mitteleuropäisch gut markiert, was im italienischen Mezzogiorno nicht gerade selbstverständlich ist. Es ist auch erkennbar, dass die Wege benutzt werden.

In der IGM-Karte sind die Wege nur teilweise eingetragen. Die Karte "Cilento e Valle di Diano" 1:50000 der Ed. Matonti enthält die Wege, ist aber topographisch nur ein Überblick.
IGM-Karten muss man sich vorher schicken lassen, vor Ort nicht zu bekommen.
Oder man druckt sich alles selbst vorher aus: www.pcn.minambiente.it  - da gibt es die IGM-Karten 1:50.000 und 1:25.000 sowie Luftbilder und alle möglichen Zusatzinfos.

Eintragung in der Minimap manuell.

Tourengänger: zaufen

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Geodaten
 13718.kml

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