Monte Mileto (1920 m), Monte Morrone (2061 m)


Publiziert von gero Pro , 10. Juli 2012 um 21:50.

Region: Welt » Italien » Molise
Tour Datum: 7 Juli 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1185 m
Abstieg: 1185 m
Strecke:Passo San Leonardo - Monte Mileto - Capoposto - Monte Morrone (20,2 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Zweckmäßigerweise auf der Adria-Autobahn via Bologna - Rimini bis Pescara, dann auf der Autobahn Richtung Rom bis zur Ausfahrt Scafa-Alanno (Maut ab Brenner 50 Euro). Nun auf kleinen, kurvenreichen Sträßchen der Beschilderung nach Caramanico - Sant' Eufemia zum Passo Leonardo folgen.
Kartennummer:Edizioni Il Lupo No.13 (Majella 1:25.000); Kümmerley+Frey Nr. 11 (Abruzzen-Molise 1:200.000)

Bergkamerad Walter läßt nicht locker - er möchte unbedingt mal wieder in die Abruzzen. Na gut denn, nachdem es in den Alpen sowieso dauernd blitzt und donnert, machen wir uns auf den kleinen Höllentrip via Brenner - Bologna - Rimini - Pescara und richten uns für 2 Touren auf der unerwartet grünen Hochebene des Passo San Leonardo (1282 m) gemütlich ein.

Nach 15-stündiger Fahrzeit kaum angekommen, schultern wir sofort kurz vor 7 Uhr die Rucksäcke; es soll ein Ruhetag werden, auf dem Programm steht deshalb zunächst nur der Monte Mileto, der sich unmittelbar westlich über dem Passo San Leonardo erhebt. Ausgangspunkt ist der auffällige Rundbau des Restaurants, davor ist ein großer Parkplatz, der auf einem vergammelten Schild als Proprieta Privata ausgewiesen ist; wir zögern etwas, unser Auto hier abzustellen, aber später werden es viele andere Wanderer genauso machen wie wir.

Gleich zu Beginn ist Wanderweg Q3 zur Vetta Morrone ausgewiesen. hier geht es unzweifelhaft los. Um es gleich vorweg zu sagen: leider ist meine eigentlich wunderbar detailreiche Majella-Landkarte der Edizione Il Lupo völlig veraltet, was die Nummerierungen der Wanderwege angeht. Aber das stört nicht weiter, etwas Orientierungsgabe vorausgesetzt.

Hinter den Gebäuden des Restaurants geht es einen Wiesenweg hinauf; nachdem er ein Stück in den Wald hineingeführt hat, kommt man an einer Wegkreuzung vorbei. Für einen kurzen Moment geht es (wie auf der LK) als Weg Nr. 2 weiter, dann folgen wir der Markierung Q4 (sie entspricht der Weg-Nr. 2A der LK). Durch lauschigen Buchenwald (oder sind es Platanen?) geht es aufwärts, sie werden uns später auf dem Abstieg in der Tageshitze noch sehr angenehmen Schatten spenden.

Ein bequem zu begehendes Forstweglein führt bis kurz unter den Vorgipfel des Monte Mileto (1905 m), durch eine Wiesensenke schlendern wir noch zum Hauptgipfel (1920 m) hinüber, eine geräumige Kuppe lädt bei prächtiger Fernsicht zum Verweilen ein. Speziell der gegenüber in den Himmel wachsende Monte Amaro zieht die Aufmerksamkeit auf sich - ihm gilt morgen unser Besteigungswunsch.

2 gemütliche Stunden haben wir für die 700 Hm gebraucht - der Sinn steht uns nach mehr, wir beschließen, hinüber zur Capanna Capoposto (1755 m) abzusteigen (30 Min) und dann vielleicht noch zum Monte Morrone weiterzugehen. Aber ach .... diese Capanna verdient die hochtrabende Bezeichnung nicht, es handelt sich mehr um ein heruntergekommenes Müllhäuschen denn ein Refugium. Überall Dreck, Glasscherben, Müll ..... nein, hier möchte niemand eintreten!

Unter dem Südwesthang des Monte le Mucchia zieht ein Steig bergan, vorübergehend nun wieder als Nr. 2 und Q3 bezeichnet. Ich nenne es das Backofental ... die Sonne knallt hier herein, kein Lüftchen rührt sich, eigentlich wäre es sinnvoll, einen Sonnenschirm aufzuspannen. Das Tälchen endet an der Bivio della Madonna (1912 m) und führt weiter zum Sattel der Cresta del Morrone (1875 m) - so steht es auf Wegweisern des CAI, die LK kennt diese Bezeichnungen nicht und weist die Kotenpunkte 1912 m bzw. 1888 m aus. Der Weg zieht sich inzwischen recht ordentlich in die Länge, und mein Begleiter Walter beschließt, umzukehren und bei Capoposto auf mich zu warten.

Ich bewandere noch die Fortsetzung des Steiges und stehe ziemlich genau um 12 Uhr auf dem Monte Morrone (2061 m). Toll .... noch vor 24 Stunden war ich in Mittelfranken, und jetzt sitze ich auf einem Abruzzengipfel in Mittelitalien und freue mich am makellosen Blau des Himmels, am Blick zum wolkenumsponnenen Gran Sasso - und am Ziel des morgigen Tages, dem Monte Amaro.

Der Rückweg erfolgt auf gleichem Steig wie der Aufstieg; unterhalb von Capoposta wandern wir durch dichten Blätterwald, der uns willkommenen Schatten gegen die starke Sonneneinstrahlung bietet. Und am Abend liegen wir bei offenen Türen in unserer mobilen Biwakschachtel, nicht ohne vorher noch mit einem Schluck kühlen Weißweins zur Feier des Tages angestoßen zu haben.

Tourengänger: gero


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Geodaten
 11788.gpx Vom Passo San Leonardo auf Monte Mileto und Monte Morrone

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Kommentare (1)


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Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. Juli 2012 um 20:37
herzlichen Glückwunsch euch beiden, zu dieser ja so nahen Tour! ... (doch die Gegend ist schon eine spezielle, gefällige)
lg Felix


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