Fjällräven Classic 2011
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Nachdem ein Traum am Kebnekaise wahr wurde machte ich mir einen schönen Ruhetag, bevor das zweite Abenteur in Skandinavien losgehen sollte der FjällRäven Classic.
Schon vieles hatte ich von diesem Wanderevent gehört und es reizte mich auch mal dabei zu sein, also beschloss ich 2010 im 2011 auch mal dabei zu sein. Am Freitag kam ich wieder in Nikkaluokta an und schlug mein Zelt im Wäldchen direkt neben dem Start auf.
Zuerst wurde jetzt mal angemeldet und dann die Essensrationen geholt, ich nahm für zwei Tage mit was mit dem Essen welches ich noch dabei hatte notfalls auch für 3 Tage reichen würde den mein Ziel war es die Srecke in 48h zu laufen. Dies würde gut für eine Goldmedalie reichen auch wenn ich es nicht gnz schafen sollte den die Zeiten sind wie folgt geregelt:
Bis 3Tage Gold, 4Tage Silber und 5 Tage Bronze
Anschliessend habe ich meinen Rucksack ausgemistet um nur das mit zu nehmen was ich wirklich brauchen würde, den Rest habe ich dann direkt nach Abisko geschickt (In der Startgebühr ist inbegriffen, dass man ein Packet in einem Wasseresten Behältnis is 60l gratis nach Abisko schicken lassen kann). So kam mein Rucksack inklusive Bauchtasche auf 14kg also gut 4 Kilo leichter als vor dem Ausmisten, toll!
Für den Rest des Tages machte ich es mir gemütlich und schaute der Gruppe welche am Nachmittag startete noch zu. Schon interessant was es da alles gab vom Berufssoldaten mit geschätzten 25-30kg Gepäck, über Familien mit Hund bis hin zu irgendwelchen Ultratrekkern welche gerade genau das dabei hatten was sie mussten und teilweise Kinderrucksäcke mit gerade mal 4kg durch die Gegend trugen. Dementsprechend verlief auch der Start von Gemütlich bis hin zu Turbostarts sah man alles.
Ich trank dann noch ein Bierchen im Cafe Nikkaluokta neben dem Start, ein tolles Gebäude mit super stimmiger Inneinrichtung. und bevor es ins Bett ging wurde ich noch von ein paar Jungen Schweden welche hier für den Event arbeiteten zu einer Partie Wikingerschach eingeladen, ein cooles Spiel und wir gewannen 2:1 juhui! ;-)
Am Anderen Morgen hiess es um 6.30 UHr raus aus dem bequemen Schlafsack und erst mal ordentlich frühstücken. Danach das mehr oder weniger trockene Zelt abbauhen und alles Ready machen. Um 8.30 Uhr gings dann Richtung Start, dann gabs noch ein paar Infos und bald darauf war es soweit, der FjällRäven Classic 2011 startete auch für mich.
Nikkluokta bis Kebnekaise-Fjällstation 19km ca. 4h (13.00Uhr):
Der erste Teil der Wanderung kannte ich ja schon (Siehe Kebnekaisebericht von mir) daher lief ich den ersten Teil relativ zügig aber doch auch nicht zu schnell denn ich wollte mich nicht zu sehr auspowern, schliesslich würde es nachher noch einige Kilometer sein bis zur ersten Übernachtung, welche irgendwo um den Tjäktapass geplant war. Das Wetter war zwar bewölkt aber noch trocken. Obwohl so viele Leute mit mir gestartet waren teilte sich das Feld alsbald schon schön auf so dass ich nach dem anfänglichen Rush immer etwa mit 2-5 Leuten um mich rum lief. Bei der halbstündigen Pause welche ich bei der Fjällstation machte lernte ich dann einen netten Deutschen kennen und da wir vorhin schon etwa das gleiche Tempo gelaufen waren beschlossen wir bis Singi zusammen zu wandern.
Kebnekaise-Fjällstation bis Singi 14km ca. 3.5h (17.00Uhr):
Nach der ersten kleinen Pause machten wir uns dann auf den Weg zur Singi Hütte. Zuerst geht der Weg über die schöne Fjälllandschaft wobei man zur Rechten immer wieder das Kebnekaise-Massiv bestaunen kann, doch heute hatte es soviele Wolken, dass vom oberen Bereich gar nichts zu sehen war. Bevor man dann in ein Tal abbiegt wo es mehrere kleine Seelein hat welche zu einer Rast einladen überquert man eine Stahlbrücke welche über einen schönen Fluss führt. Der Fluss hat hier im Lauf der Zeit wunderschöne Felsformationen herausgeschlifen.
Kurz bevor man die Singi Hütte zu Gesicht bekommt geht es nochmals ganz sanft ein paar Höhenmeter empor und zur Linken entdecke ich neben dem Berg Liddubakti einen Hammermässigen Grat, welchen ich sicherlich mal besteigen werde wenn ich wieder in dieser Region bin. Schätze dürfte Kletterpasagen bis vieleicht II evtl III drin haben, und etwa 600Hm aufweisen, sicherlich ein herrliches Erlebnis. Da ich aber jetzt keine Zeit hatte gings weiter zur Singi Hütte wo wir dann auch schon bald darauf eintrafen. Und genau in dem Moment fing es an zu regnen. Hinter einem Stein zusammengekauert und in voller Regenmontur assen wir dann eine schwedische Leckerei, eine Art Pfannkuchen, welche uns angeboten wurde.
Wir beschlossen nach etwa einer halben Stunde das wir zusammen weiter bis zur Sälka Hütte gehen würden, und so marschierten wir in den Regen hinein.
Singi bis Sälka 12.5km ca. 3h (20.30Uhr):
Dieser Teil der Strecke fand ich sehr schön, weil man immer ein bisschen auf und ab übers Fjäll entlang einem langen Tal zottelt und auf der linken Seite wo ein grösserer Fluss verläuft hatte es immer wieder tolle Sandbänke welche bei Schönwetter sicherlich der ideale Platz für eine ausgedehnte Mittagsrast bieten.
Nach etwa einer Stunde hörte dann auch der Regen wieder auf und mit den ersten Sonnenstrahlen tauchte zu unserer rechten eine kleine Herde (ca. 20 Tiere) von Rentieren auf, toll! Ich finde diese Tiere einfach echt knuffig. ;-)
Irgendwie kam mir dieser Abschnitt sehr kurz vor den alsbald waren wir schon bei der Sälka Hütte wo uns leider das schlechte Wetter auch wieder einholte. Unter eine kleinen Vordach sitzend beschlossen wir hier
eine grössere Pause von einer Stunde zu machen und unser Nachtessen zu uns zu nehmen. Daneben gabs frisch aufgebrühten Kaffee herrlich. Ich fühlte mich immer noch super und nachdem ich meinen doch inzwischen beachtlichen Hunger gestillt hatte war da nur noch das Wetter welches nicht gerade toll war.
Sälka bis Tjäkta 14km ca. 3.5h (01.00 Uhr):
Als wir uns aufmachten zum Tjäktapass begann es richtig ordentlich zu schütten was unserer Laune nicht gerade gut tat zumal ich keine Lust hatte mein Zelt irgedwo im Matsch auf zu stellen. Der Weg an sich war aber sehr schön, wobei die Fjälllandschaft immer karger und steiniger wurde je weiter wir uns dem Tjäktapass näherten. Durch den Regen, Wolken und die einsetzende Dämmerung, richtig Dunkel wird es ja um diese Jahreszeit nie ganz, war die Stimmung auch ganz speziel. Die Lemminge welche sich in den Dämmerstunden besonders wohl fühlen kamen nun überall hervor und pfiffen uns teilweise ganz schön an ;-)
Auch eine Schneehuhnmutter mit ihren Jungen lief uns noch über den Weg, wir kriegten also wenn schon nicht vom Wetter so doch von den Tieren einiges geboten. Etwas vor dem Tjäktapass hörte der Regen auf und da beschloss mein Wanderkollege doch noch sein Zelt auf zu stellen und eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Wir verabschiedeten uns, wahrscheinlich würden wir uns am anderen Tag ja doch wieder über den Weg laufen, und ich machte mich alleine auf zum Tjäktapass.
Vor mir war gar niemand mehr unterwegs und nach etwa 20 Minuten kam der Regen wieder zurück so wurde der Passanstieg eine ziemlich rutschige Gelegenheit und kostete doch einiges an Kraft. Hier würde ich auch allen empfehlen trotz des Dämmerlichts eine Stirnlampe zu gebrauchen, denn gerade wenns Nass ist kann es verdammt glitschig sein. Oben am Pass montierte ich dan auch meine da mir ein Weitergehen bei diesen rutschigen Steinen und dem Dämmerlicht dann doch zu heikel war.
Beim Abstieg traf ich zwei Ultratrekker an, wobei mir sofort auffiel das er humpelte. Ich fragte ihn ob ich irgendwie helfen könnte aber er meinte nur ne er werde jetzt noch bis zur Tjäkta Hütte humpeln und dann sei es für Ihn vorbei, Sie verabschiedete sich von Ihm und lief dann weiter, irgendwie krass! Ich fragte ob er wirklich klar komme und als er mir nochmals sagte er brauche keine Hilfe ging ich halt auhc weiter, auch wenn etwas mit einem mulmigen Gefühl. Kurz darauf kam ich zum nächsten Checkpoint wo ich auch die Ultratrekkerin einholte.
Tjäkta bis Alesjaure 14km ca. 4h (05.00 Uhr):
Da es immer noch regnete beschloss ich weiter zu laufen und zu warten bis der Regen nachlassen würde. Der Weg gestaltete sich ziemlich monoton und wie sehr viele Holzstege auf worum ih aber doch froh war weil ich die Müdigkeit doch langsam zu merken begann. der Regen ging mir ziemlich auf die Nerven und Landschaftlich sah ich aufgrund starken Nebels von dieser Etappe leider kaum was. Als ich dann um 4.48Uhr in Alesjaure ankam war ich ziemlich fertig, meine Füsse waren Nass und meine Laune war auf einem Tiefpunkt. Doch der geheizte Aufenthaltsraum 3 Tassen Kaffee jede Menge Essen und ein paar trockene Socken brachten mich wieder richtig in Schwung. Hier machte ich mir auch das erste mal wirklich über den weiteren Verlauf Gedanken, ok es waren noch 35 Kilometer aber im Matsch (Der Boden war unterdessen überall aufgeweicht) zu Zelten und dann morgen den rest noch zu laufen hate ich irgendwie keine Lust, ausserdem packte mich nun auch der Ergeiz ich dachte mir: Hey du könntest es in 30h schaffen wäre ja auch ganz nett.
Also lies ich den Schlafsack Schlafsack sein und machte mich auf den Weg zum nächsen Checkpoint, kaum aus der Türe berüsste mich mein alter Bekannter der Nieselregen wieder.
Alesjaure bis Abiskojaure Stugorna 18km ca. 4h (09.30Uhr):
Nun geht der Weg zuerst entlang des Sees, auch hier hat es wunderschöne Strände (ja Richtig oberhalb des Polarkreises gibts das auch ;-) )an denen ein verweilen sicherlich toll ist. So genoss ich als der Regen nachlies auf einem Stein am Ufer noch etwas die Morgenstimmung bevor ich weiterging. Nun begegneten mir auch wieder vermehrt Leute womit das aleine wandern wieder vorbei war. Nach dem See geht es zuerst über ein längeres Stück ziemlich kahlen Fjälls bevor man dan langsam beginnt vom Hochplateau abzusteigen und wieder in einem Birkenwald eintaucht. Mit dem Licht und gestärkt ging dieser Teil wieder ziemlich rasch vonstatten und so erreichte ich bald schon den nächsten Checkpoint (Kieron) welcher sich auf einer Lichtung etwas vor der eigentlich STF Hütte befand. Und was sah ich da es gab frisch zubereitete Pfannkuchen mit Schlagrahm und Preisselbeerkonfitüre, welch ein Hit!
Abiskojaure Stugorna bis Abisko Turist 17km ca. 4h (12.50 Uhr):
Frisch gestärkt machte ich mich nun an die letzte Etappe, welche wie sich schnell herausstellte alles abverlangen würde. Zuerst bis zum See neben der Hütte fühlte ich mich ganz gut doch plötzlich kam eine brutale Müdigkeit. So kam mir der Weg um den See vor der Abiskojaure Hütte ewigs vor obwohl ich laut Uhr immer noch gut vorankam. Nach der Seeumgehung machte ich nochmals Pause und dann hies es noch das letzte Stück (9km) anzupacken. Die letzten Kilometer gehen konstant durch Birkenwälder wobei auf der linken Seite immer wieder mal der Abeskoeatnu sichtbar wird. Herrlich wie sich auch dort das Wasser als Künstler im Fels verewigt hat. Und dann als ich schon dachte es nimmt kein Ende sehe ich plötzlich eine Tafel 500m left, nochmals nehme ich alle Energie zusammen und laufe etwas schneller und dann kommt es das Ziel!
Nach 27 Stunden 50 Minuten und 02 Sekunden habe ich den FjällRäven 2011 geschafft. Sehr turbulente Gefühle wallen in mir hoch und unendliche Freude, es war toll.
Dann heisst es erst mal Fussbad und Essen, und etwa eine halbe Stunde später liege ich auf meiner Matte neben dem Ziel, die Sonne kommt hervor und ich schlafe ein....
Fazit: Klar dürftediese Art von Gehen auf Zeit nicht jedermans Sache sein aber man muss ja nicht Gold holen, ich jedenfalls fand es toll mal diesen Event erlebt zu haben und kehre mit vielen tollen Erinnerungen zurück, einzig ein paar trockene Socken mehr würde ich das nächste Mal noch einpacken ;-)
Vom Landschaftlichen kann ich es auch neben dem FjällRävenClassic Event nur jedem empfehlen, auch Famileien da die Wege doch gut begehbr sind und nirgends irgedwie ausgesetzt oder so.
Und heute habe ich gesehen, dass ich mit meiner Zeit dieses Jahr der schnellste Schweizer war, was mir ganz ehrlich gesagt doch ganz gut in den Kram passt ;-)
Schon vieles hatte ich von diesem Wanderevent gehört und es reizte mich auch mal dabei zu sein, also beschloss ich 2010 im 2011 auch mal dabei zu sein. Am Freitag kam ich wieder in Nikkaluokta an und schlug mein Zelt im Wäldchen direkt neben dem Start auf.
Zuerst wurde jetzt mal angemeldet und dann die Essensrationen geholt, ich nahm für zwei Tage mit was mit dem Essen welches ich noch dabei hatte notfalls auch für 3 Tage reichen würde den mein Ziel war es die Srecke in 48h zu laufen. Dies würde gut für eine Goldmedalie reichen auch wenn ich es nicht gnz schafen sollte den die Zeiten sind wie folgt geregelt:
Bis 3Tage Gold, 4Tage Silber und 5 Tage Bronze
Anschliessend habe ich meinen Rucksack ausgemistet um nur das mit zu nehmen was ich wirklich brauchen würde, den Rest habe ich dann direkt nach Abisko geschickt (In der Startgebühr ist inbegriffen, dass man ein Packet in einem Wasseresten Behältnis is 60l gratis nach Abisko schicken lassen kann). So kam mein Rucksack inklusive Bauchtasche auf 14kg also gut 4 Kilo leichter als vor dem Ausmisten, toll!
Für den Rest des Tages machte ich es mir gemütlich und schaute der Gruppe welche am Nachmittag startete noch zu. Schon interessant was es da alles gab vom Berufssoldaten mit geschätzten 25-30kg Gepäck, über Familien mit Hund bis hin zu irgendwelchen Ultratrekkern welche gerade genau das dabei hatten was sie mussten und teilweise Kinderrucksäcke mit gerade mal 4kg durch die Gegend trugen. Dementsprechend verlief auch der Start von Gemütlich bis hin zu Turbostarts sah man alles.
Ich trank dann noch ein Bierchen im Cafe Nikkaluokta neben dem Start, ein tolles Gebäude mit super stimmiger Inneinrichtung. und bevor es ins Bett ging wurde ich noch von ein paar Jungen Schweden welche hier für den Event arbeiteten zu einer Partie Wikingerschach eingeladen, ein cooles Spiel und wir gewannen 2:1 juhui! ;-)
Am Anderen Morgen hiess es um 6.30 UHr raus aus dem bequemen Schlafsack und erst mal ordentlich frühstücken. Danach das mehr oder weniger trockene Zelt abbauhen und alles Ready machen. Um 8.30 Uhr gings dann Richtung Start, dann gabs noch ein paar Infos und bald darauf war es soweit, der FjällRäven Classic 2011 startete auch für mich.
Nikkluokta bis Kebnekaise-Fjällstation 19km ca. 4h (13.00Uhr):
Der erste Teil der Wanderung kannte ich ja schon (Siehe Kebnekaisebericht von mir) daher lief ich den ersten Teil relativ zügig aber doch auch nicht zu schnell denn ich wollte mich nicht zu sehr auspowern, schliesslich würde es nachher noch einige Kilometer sein bis zur ersten Übernachtung, welche irgendwo um den Tjäktapass geplant war. Das Wetter war zwar bewölkt aber noch trocken. Obwohl so viele Leute mit mir gestartet waren teilte sich das Feld alsbald schon schön auf so dass ich nach dem anfänglichen Rush immer etwa mit 2-5 Leuten um mich rum lief. Bei der halbstündigen Pause welche ich bei der Fjällstation machte lernte ich dann einen netten Deutschen kennen und da wir vorhin schon etwa das gleiche Tempo gelaufen waren beschlossen wir bis Singi zusammen zu wandern.
Kebnekaise-Fjällstation bis Singi 14km ca. 3.5h (17.00Uhr):
Nach der ersten kleinen Pause machten wir uns dann auf den Weg zur Singi Hütte. Zuerst geht der Weg über die schöne Fjälllandschaft wobei man zur Rechten immer wieder das Kebnekaise-Massiv bestaunen kann, doch heute hatte es soviele Wolken, dass vom oberen Bereich gar nichts zu sehen war. Bevor man dann in ein Tal abbiegt wo es mehrere kleine Seelein hat welche zu einer Rast einladen überquert man eine Stahlbrücke welche über einen schönen Fluss führt. Der Fluss hat hier im Lauf der Zeit wunderschöne Felsformationen herausgeschlifen.
Kurz bevor man die Singi Hütte zu Gesicht bekommt geht es nochmals ganz sanft ein paar Höhenmeter empor und zur Linken entdecke ich neben dem Berg Liddubakti einen Hammermässigen Grat, welchen ich sicherlich mal besteigen werde wenn ich wieder in dieser Region bin. Schätze dürfte Kletterpasagen bis vieleicht II evtl III drin haben, und etwa 600Hm aufweisen, sicherlich ein herrliches Erlebnis. Da ich aber jetzt keine Zeit hatte gings weiter zur Singi Hütte wo wir dann auch schon bald darauf eintrafen. Und genau in dem Moment fing es an zu regnen. Hinter einem Stein zusammengekauert und in voller Regenmontur assen wir dann eine schwedische Leckerei, eine Art Pfannkuchen, welche uns angeboten wurde.
Wir beschlossen nach etwa einer halben Stunde das wir zusammen weiter bis zur Sälka Hütte gehen würden, und so marschierten wir in den Regen hinein.
Singi bis Sälka 12.5km ca. 3h (20.30Uhr):
Dieser Teil der Strecke fand ich sehr schön, weil man immer ein bisschen auf und ab übers Fjäll entlang einem langen Tal zottelt und auf der linken Seite wo ein grösserer Fluss verläuft hatte es immer wieder tolle Sandbänke welche bei Schönwetter sicherlich der ideale Platz für eine ausgedehnte Mittagsrast bieten.
Nach etwa einer Stunde hörte dann auch der Regen wieder auf und mit den ersten Sonnenstrahlen tauchte zu unserer rechten eine kleine Herde (ca. 20 Tiere) von Rentieren auf, toll! Ich finde diese Tiere einfach echt knuffig. ;-)
Irgendwie kam mir dieser Abschnitt sehr kurz vor den alsbald waren wir schon bei der Sälka Hütte wo uns leider das schlechte Wetter auch wieder einholte. Unter eine kleinen Vordach sitzend beschlossen wir hier
eine grössere Pause von einer Stunde zu machen und unser Nachtessen zu uns zu nehmen. Daneben gabs frisch aufgebrühten Kaffee herrlich. Ich fühlte mich immer noch super und nachdem ich meinen doch inzwischen beachtlichen Hunger gestillt hatte war da nur noch das Wetter welches nicht gerade toll war.
Sälka bis Tjäkta 14km ca. 3.5h (01.00 Uhr):
Als wir uns aufmachten zum Tjäktapass begann es richtig ordentlich zu schütten was unserer Laune nicht gerade gut tat zumal ich keine Lust hatte mein Zelt irgedwo im Matsch auf zu stellen. Der Weg an sich war aber sehr schön, wobei die Fjälllandschaft immer karger und steiniger wurde je weiter wir uns dem Tjäktapass näherten. Durch den Regen, Wolken und die einsetzende Dämmerung, richtig Dunkel wird es ja um diese Jahreszeit nie ganz, war die Stimmung auch ganz speziel. Die Lemminge welche sich in den Dämmerstunden besonders wohl fühlen kamen nun überall hervor und pfiffen uns teilweise ganz schön an ;-)
Auch eine Schneehuhnmutter mit ihren Jungen lief uns noch über den Weg, wir kriegten also wenn schon nicht vom Wetter so doch von den Tieren einiges geboten. Etwas vor dem Tjäktapass hörte der Regen auf und da beschloss mein Wanderkollege doch noch sein Zelt auf zu stellen und eine Mütze voll Schlaf zu nehmen. Wir verabschiedeten uns, wahrscheinlich würden wir uns am anderen Tag ja doch wieder über den Weg laufen, und ich machte mich alleine auf zum Tjäktapass.
Vor mir war gar niemand mehr unterwegs und nach etwa 20 Minuten kam der Regen wieder zurück so wurde der Passanstieg eine ziemlich rutschige Gelegenheit und kostete doch einiges an Kraft. Hier würde ich auch allen empfehlen trotz des Dämmerlichts eine Stirnlampe zu gebrauchen, denn gerade wenns Nass ist kann es verdammt glitschig sein. Oben am Pass montierte ich dan auch meine da mir ein Weitergehen bei diesen rutschigen Steinen und dem Dämmerlicht dann doch zu heikel war.
Beim Abstieg traf ich zwei Ultratrekker an, wobei mir sofort auffiel das er humpelte. Ich fragte ihn ob ich irgendwie helfen könnte aber er meinte nur ne er werde jetzt noch bis zur Tjäkta Hütte humpeln und dann sei es für Ihn vorbei, Sie verabschiedete sich von Ihm und lief dann weiter, irgendwie krass! Ich fragte ob er wirklich klar komme und als er mir nochmals sagte er brauche keine Hilfe ging ich halt auhc weiter, auch wenn etwas mit einem mulmigen Gefühl. Kurz darauf kam ich zum nächsten Checkpoint wo ich auch die Ultratrekkerin einholte.
Tjäkta bis Alesjaure 14km ca. 4h (05.00 Uhr):
Da es immer noch regnete beschloss ich weiter zu laufen und zu warten bis der Regen nachlassen würde. Der Weg gestaltete sich ziemlich monoton und wie sehr viele Holzstege auf worum ih aber doch froh war weil ich die Müdigkeit doch langsam zu merken begann. der Regen ging mir ziemlich auf die Nerven und Landschaftlich sah ich aufgrund starken Nebels von dieser Etappe leider kaum was. Als ich dann um 4.48Uhr in Alesjaure ankam war ich ziemlich fertig, meine Füsse waren Nass und meine Laune war auf einem Tiefpunkt. Doch der geheizte Aufenthaltsraum 3 Tassen Kaffee jede Menge Essen und ein paar trockene Socken brachten mich wieder richtig in Schwung. Hier machte ich mir auch das erste mal wirklich über den weiteren Verlauf Gedanken, ok es waren noch 35 Kilometer aber im Matsch (Der Boden war unterdessen überall aufgeweicht) zu Zelten und dann morgen den rest noch zu laufen hate ich irgendwie keine Lust, ausserdem packte mich nun auch der Ergeiz ich dachte mir: Hey du könntest es in 30h schaffen wäre ja auch ganz nett.
Also lies ich den Schlafsack Schlafsack sein und machte mich auf den Weg zum nächsen Checkpoint, kaum aus der Türe berüsste mich mein alter Bekannter der Nieselregen wieder.
Alesjaure bis Abiskojaure Stugorna 18km ca. 4h (09.30Uhr):
Nun geht der Weg zuerst entlang des Sees, auch hier hat es wunderschöne Strände (ja Richtig oberhalb des Polarkreises gibts das auch ;-) )an denen ein verweilen sicherlich toll ist. So genoss ich als der Regen nachlies auf einem Stein am Ufer noch etwas die Morgenstimmung bevor ich weiterging. Nun begegneten mir auch wieder vermehrt Leute womit das aleine wandern wieder vorbei war. Nach dem See geht es zuerst über ein längeres Stück ziemlich kahlen Fjälls bevor man dan langsam beginnt vom Hochplateau abzusteigen und wieder in einem Birkenwald eintaucht. Mit dem Licht und gestärkt ging dieser Teil wieder ziemlich rasch vonstatten und so erreichte ich bald schon den nächsten Checkpoint (Kieron) welcher sich auf einer Lichtung etwas vor der eigentlich STF Hütte befand. Und was sah ich da es gab frisch zubereitete Pfannkuchen mit Schlagrahm und Preisselbeerkonfitüre, welch ein Hit!
Abiskojaure Stugorna bis Abisko Turist 17km ca. 4h (12.50 Uhr):
Frisch gestärkt machte ich mich nun an die letzte Etappe, welche wie sich schnell herausstellte alles abverlangen würde. Zuerst bis zum See neben der Hütte fühlte ich mich ganz gut doch plötzlich kam eine brutale Müdigkeit. So kam mir der Weg um den See vor der Abiskojaure Hütte ewigs vor obwohl ich laut Uhr immer noch gut vorankam. Nach der Seeumgehung machte ich nochmals Pause und dann hies es noch das letzte Stück (9km) anzupacken. Die letzten Kilometer gehen konstant durch Birkenwälder wobei auf der linken Seite immer wieder mal der Abeskoeatnu sichtbar wird. Herrlich wie sich auch dort das Wasser als Künstler im Fels verewigt hat. Und dann als ich schon dachte es nimmt kein Ende sehe ich plötzlich eine Tafel 500m left, nochmals nehme ich alle Energie zusammen und laufe etwas schneller und dann kommt es das Ziel!
Nach 27 Stunden 50 Minuten und 02 Sekunden habe ich den FjällRäven 2011 geschafft. Sehr turbulente Gefühle wallen in mir hoch und unendliche Freude, es war toll.
Dann heisst es erst mal Fussbad und Essen, und etwa eine halbe Stunde später liege ich auf meiner Matte neben dem Ziel, die Sonne kommt hervor und ich schlafe ein....
Fazit: Klar dürftediese Art von Gehen auf Zeit nicht jedermans Sache sein aber man muss ja nicht Gold holen, ich jedenfalls fand es toll mal diesen Event erlebt zu haben und kehre mit vielen tollen Erinnerungen zurück, einzig ein paar trockene Socken mehr würde ich das nächste Mal noch einpacken ;-)
Vom Landschaftlichen kann ich es auch neben dem FjällRävenClassic Event nur jedem empfehlen, auch Famileien da die Wege doch gut begehbr sind und nirgends irgedwie ausgesetzt oder so.
Und heute habe ich gesehen, dass ich mit meiner Zeit dieses Jahr der schnellste Schweizer war, was mir ganz ehrlich gesagt doch ganz gut in den Kram passt ;-)
Hike partners:
TeamMoomin





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