Von Papageien und Dämonen


Publiziert von Zaza , 13. September 2010 um 07:53.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Misox
Tour Datum:12 September 2010
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Gruppo Portola-San Jorio   CH-GR   I 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 2350 m
Kartennummer:1314, 1294

Die heutige Mission bestand darin, die beiden noch nicht abgeklapperten Gipfel im Val Grono miteinander zu verbinden. Beides sind abgelegene Gipfel mit etwas ungewöhnlichen Namen. Jedenfalls war es wenig überraschend, dass wir den ganzen Tag keine anderen Menschen antrafen.

Von Lorenz' Haus oberhalb von Roveredo folgten wir zunächst dem in den letzten Jahren zu einem Fahrsträsschen ausgebauten Weg nach Lanès und weiter (neuerdings markiert) bis kurz vor Aian. Nun schlugen wir uns weglos empor und machten uns auf die Suche nach dem alten Pfad, der sehr steile Hänge quert, um bei P. 2227 auf den Seitengrat Sasso della Guardia - Cima dello Stagn zu führen. Vom Pfad ist kaum mehr etwas zu sehen, erst im obersten Teil wird er wieder sichtbar (offenbar sind die Ziegen nur noch in Gratnähe unterwegs). Die Begehung dieser Route ist sehr interessant, aber man benötigt wesentlich mehr Zeit, als wenn man über Luarn aufstiege.

In der Folge kann man über den Grat kraxeln oder einer Ziegenspur folgen, die wenige Meter neben dem Grat bis auf den Piz del Papagal führt. Dort empfing uns denn auch eine grosse Ziegenherde, wobei die Tiere glücklicherweise nicht allzu aufdringlich waren.

Um vom Papagal zur Cima Dermone zu gelangen, könnte man alles dem Grat folgen, über Cima dello Stagn und Cardinello hinweg. Dies scheint jedoch bis zur Cima dello Stagn recht anspruchsvoll oder zumindest zeitraubend zu sein, so dass wir es vorzogen, das obere Val di Grono möglichst weit oben zu queren. Dazu stiegen wir kurz zurück und schlugen uns dann in die Flanke, die wir auf etwa 2200 m querten. Den Sporn, der vom Cardinello entsandt wird, muss man nicht ganz unten umgehen, man kann darüber kraxeln (einige alte rote Pfeile). Danach querten wir noch etwas weiter und stiegen durch eine steile Schuttrinne in die Bocchetta Dermone Nord, von wo wir die Cima Dermone in wenigen Schritten erreichten. 

Das Nebelmeer über dem Comersee war ausgesprochen hübsch. Weniger toll war, dass der Wetterbericht für die Nacht und den kommenden Morgen Regen und starke Bewölkung voraussagte. Das liess für unsere geplante Tour im Gebiet Val Cama - Val d'Arbola nichts Gutes erahnen. So wägten wir auf dem Gipfel unsere Optionen ab und entschieden uns schliesslich für den langen Abstieg nach Grono. Er war keineswegs schlimm, denn das Tal ist landschaftlich sehr schön und die 2100 Höhenmeter teilen sich gut auf in steile und weniger steile Passagen. So erreichten wir nach 3 Stunden das Restaurant gegenüber der Postautohaltestelle und prosteten uns mit einer Gassosa aus Grono auf die prächtige Runde zu.  

Tourengänger: Zaza

Galerie


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