CRAI oder der Dorfladen bleibt bei den Menschen der Region


Publiziert von Henrik , 7. Juli 2009 um 23:23.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 9 November 2006
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Zeitbedarf: 3:00
Aufstieg: 110 m
Abstieg: 150 m
Strecke:Olivone - Torre
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV
Unterkunftmöglichkeiten:B&B
Kartennummer:Blatt Leventina 1. 50 000

 

Wenn die hikr.s im Tessin weilen und vielleicht mal noch kurz etwas zum Futtern vergessen haben, an fast 70 Orten gibt es den örtlichen CRAI In Olivine sind es gleich zwei – links und rechts der Brenna. Wie gut die Geschäfte dort sich entwickelt haben, kann ich nicht ermessen – die Läden bestehen aber immer noch, man kann sich wundern! (Commissionarie Riunite Alimentaristi Italiani) è una società cooperativa di dettaglianti, specializzata soprattutto nelle piccole superfici di vendita.
 
Von hier bin ich im Spätherbst aufgebrochen, ja, zuerst war ich im CRAI rechts der Brenna, und dann kam die Erleuchtung, es fehlt noch was: CRAI links des Flusses noch einen Besuch abstatten. Der Ort wird beherrscht durch den pyramidenförmigen Sosto. In der Umgebung sprechen auch die Steine eine verwunschene Sprache – von der Existenz habe ich erst nachträglich Kenntnis bekommen und so wundere ich mich hinterher über eine Landschaft, die ich glaubte wach durchwandert zu haben, und ich irrte mich: Olivone, südliches Portal einer bronzezeitlichen Alpentransversale....
Von der Kirche, die dem Ortsmuseum gegenüber liegt, ist Wissenswertes hier abgelegt: San Martino, die alte Hauptkirche des Tales, die 1136 erstmals erwähnt wird, aber viel älter ist. Die archäologischen Nachforschungen, die während der letzten Restaurierungsarbeiten (1984-91) durchgeführt wurden, haben ergeben, dass der Ursprung auf das 8./9. Jahrhundert zurückgeht. Vom mittelalterlichen Bau ist der schöne romanische Glockenturm (12. Jahrhundert) übriggeblieben. Das Gotteshaus wurde in der Barockzeit umgebaut. Im Chor findet man Fresken (Mitte 17. Jh.); an den Wänden Freskenreste des späten 15. Jahrhunderts.
 
Wie so oft, finde ich nicht sofort den Einstieg – ich kehre um, und suche den Wegweiser: die Karte verrät es: Richtung Ortsteil Solario. Unterwegs hat man einen schönen Ausblick auf Olivone-Sommascona und das Lukmaniergebiet. Weiter gehts es in den Ortsteil Sallo. Hier hat es eine interessante Mischung aus neuen, zum Teil modernen und alten gut gepflegten Tessinerhäusern. Links von der Kapelle geht der Weg hoch in den Wald. Der Weg geht dem Waldrand entlang hoch wie in einer Allee und spendet angenehmen Schatten. Einen Bach traversieren und schon bald ist man auf dem höchsten Punkt. Von da an gehts bergab. Ein Blick zurück zeigt den Sosto von einer schönen und sanften Seite. Pinadee ist eine kleine Siedlung. Hangseitig unter dem Cima di Pinadee verbleibt der Weg unspektakulär bis zum Weiler Cregua di Dangio meist im Wald und folgt nachdem man hier wie auf einer Terrasse ins Tal blicken kann der Autostrasse hinunter nach Dangio. Vorbei am Kulturhaus Adula mit seiner schönen Fassade, das gleich am Brückenkopf orografisch rechts des Ri del Val Soi liegt und hält inne, denn hier liegt der Klotz mit Stil: die Cima Norma, die Schoggifabrik, die früher die Migros und den COOP belieferte, das ist aber eine Weile her!

http://www.vallediblenio.ch/cima-norma/.

Wanderer, kommst du nach Spa, bin ich versucht auszurufen – verweile, nimm dir Zeit und lass’ dich von dieser Architektur, von der Dekadenz und den unzähligen Winkeln verführen, nachdenken und hast du den Digit-Shot dabei, zieh’ sie rein, die Bilder – es lohnt, so wie die Zukunft höheren Ideen geweiht sein soll, kannst du hier zum Schöpfer von Illusionen werden, Glas gibt’s genug, zum Hindurchsehen oder zum Spiegeln lassen...
 
In Torre habe ich einige Tag in der Casa Rosa verbracht.

Tourengänger: Henrik

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentare (2)


Kommentar hinzufügen

Seeger Pro hat gesagt: Olivone-Torre
Gesendet am 7. Juli 2009 um 23:57
Ciao Henrik
Nur von Olivone nach Torre?
Aber was Du da zusammengetragen hast und was da vorhanden ist, verpackst Du in das Ambiente der Gegenwart.
Vergangene Zeiten in versunkene Zeiten.
Es erinnert mich an Deine Aussage des photografischen Erfassens:
Das Objektiv für die Gegenwart - der Film für das Mittelalter und der Auslöser in der Broncezeit :-)
Silberquäki Life.
En Schöne.
Dein
Andreas

Zaza hat gesagt: CRAI
Gesendet am 8. Juli 2009 um 04:49
Erminio, der Besitzer des oberen CRAI-Ladens, ist ein erfahrener Berggänger. Wer also Infos aus erster Hand über das Gebirg' von Olivone e dintorni braucht, kauft am besten dort ein!

Gruess, zaza


Kommentar hinzufügen»