2-Tagestour nach Pan Kam


Publiziert von budget5 , 10. Oktober 2018 um 11:49.

Region: Welt » Myanmar
Tour Datum:26 August 2018
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: MYA 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Am schönsten mit dem Zug von Mandalay nach Hsipaw (12h). Mit dem Bus ebenfalls möglich und kürzer.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Analog Ausgangspunkt
Unterkunftmöglichkeiten:Mr. Charles Hotel oder Hostel in Hsipaw

 Hsipaw ist eine Kleinstadt nordöstlich von Mandalay und bekannt für Trekking-Touren in der Umgebung. Die 2-Tagestour nach Pan Kam ist zumindest in der Nebensaison zu empfehlen, kulturelles Interesse sollte aber vorhanden sein, denn aus alpinistischer Sicht ist der Ausflug nicht besonders ergiebig. 

Von Mandalay fährt pro Tag ein Zug nach Hsipaw (und weiter nach Lashio). So war es zu erklären, dass wir bereits um 04.00 Uhr Morgens im Wagon sassen und im Schneckentempo durch die verschlafene Stadt schlichen. Die Bahnfahrt dauert knapp 12 Stunden, wobei ich die ersten zwei Stunden friedlich verpennt habe. Highlight ist sicherlich die Überquerung des Gokteik-Viadukts zwischen Pyin U Lwin und Kyaukme. 1899 von den Briten in Auftrag gegeben, erregte das damals zweitgrösste Viadukt der Welt bei der Fertigstellung im Jahr 1900 grosses Aufsehen. Fast 800m lang und knapp 111m hoch ist das Bauwerk. Nach der langen Zugfahrt erreichten wir am späten Nachmittag Hsipaw, wo wir klassischerweise bei Mr. Charles nächtigten und auch gleich die morgige Tour organisierten. In der Regenzeit ist man dabei etwas eingeschränkt. Also eigentlich hatten wir gar keine Wahl. Es gab nur eine 2-Tagestour.

So trafen wir uns am anderen morgen mit dem sympathischen Guide und einem netten Pärchen aus Tel-Aviv. Ein Routenbeschrieb an dieser Stelle ist beinahe unmöglich und wohl auch der Grund, weshalb ein Guide zu empfehlen ist. Vom Mr. Charles Hostel verlassen wir Hsipaw gegen Westen. Wir durchqueren kleine Dörfer, Grüntee-Plantagen und Reisfelder. Anfangs flach, später geht's bergauf. Der Guide spricht gutes Englisch. Das ist in Burma nicht selbstverständlich und wir nutzen die Gelegenheit, all unsere aufgestauten, komplizierteren Fragen zu stellen. Wir sprechen über verschiedene Gewohnheiten, verschiedene Lebensweisen aber auch über Politik. Entsprechend spannend ist die Konstellation Schweiz, Burma und Israel. Jedenfalls verging die Zeit wie im Flug, obwohl sehr schwül und zweifellos 30°C oder mehr. 

Am späten Nachmittag erreichten wir das Palaung-Dorf Pan Kam. Hier wurden wir von einer netten Familie zum Mittagessen empfangen. Wohl eine der schmackhaftesten Mahlzeiten auf der gesamten Reise (und das will etwas heissen!). Geschlafen wurde auf Matratzen im Holzschopf, die Dusche war ein Kessel kaltes Wasser - wie es sich gehört. Nach einer Dorfführung und einem spontanen Abstecher in die Schule konnten wir am Abend gar der Vollmondprozession beiwohnen. Nach schier endlosem Gebet (wir sind uns das wohl nicht mehr gewöhnt) folgten schöne Tanz- und Musikeinlagen auf dem Dorfplatz. 

Am anderen Morgen machten wir uns an den Abstieg. Dieser führte über teils schlammige Pfade durch grüne Wälder und Wiesen. Pro Schuh kam ein halbes Kilo Schlamm hinzu, dass man mit jedem Schritt lupfte. So waren wir dann doch froh, den obligatorischen Wasserfall zu erreichen (auf jeder Tour gibt's immer noch irgendeinen Wasserfall). Dieser war aus meiner Sicht mässig spektakulär und in der Nähe des Restaurants stapelte sich der Müll. Schade um den wohl einstmals friedlichen Ort. Der Ausflug hatte sich aber insgesamt gelohnt. Sportliche Betätigung, gute Gespräche und ein schöner Einblick in das Landleben von Burma. Obwohl sich die Dorfbewohner Touristen gewohnt sind, taucht man in eine authentische Welt ein. Viele Bewohner schienen sich kaum um uns zu kümmern, andere grüssten freundlich, versuchten ein paar Brocken Englisch mit uns zu sprechen. Keine Show, niemand versuchte und etwas zu verkaufen, es war einfach angenehm.  

Tourengänger: budget5


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T1
28 Mär 17
Hsipaw – Nam Tok-Wasserfall · أجنبي

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