Křížová hora (Kreuzberg)


Publiziert von lainari , 17. März 2018 um 21:57.

Region: Welt » Tschechien » Lužické hory
Tour Datum:22 Januar 2017
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CZ 
Zeitbedarf: 1:30
Aufstieg: 150 m
Abstieg: 150 m
Strecke:4,5 km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto oder Trilex-Zug bis Jiřetín pod Jedlovou
Kartennummer:1:50.000, KČT Nr. 13 Šluknovsko a Česke Švýcarsko

Vom Schnee gestoppt und vom eisigen Winde verweht
 
Nachdem die Wintersaison 2017/2018 entweder mit etwas Schnee oder Kälte aber kaum mit beidem zusammen verlief, nutze ich eine bisher unveröffentlichte Tour während eines nahezu perfekten Wintertages aus der vorigen Saison, um den Winter zünftig zu verabschieden.
 
Es war ein kalter klarer Morgen. Ich fuhr über weißgeräumte tschechische Nebenstraßen. Dem geneigten deutschen Autofahrer treibt dieser Zustand regelmäßig die Schweißperlen auf die Stirn und entlockt ihm Flüche über den mangelhaften Winterdienst. Zu dieser frühen Stunde kam ich bei wenig Verkehr jedoch entspannt voran. Auch ohne Allrad und Schneeketten waren die Straßenverhältnisse bei moderatem Tempo gut beherrschbar aber es rüttelte und schüttelte durch viele Querrillen im Eis recht gehörig. Die Steigungen waren als einzige Straßenabschnitte mit etwas Splitt abgestumpft. Unterwegs durchquerte ich einige Kältelöcher mit etwa zwölf Minusgraden. Ich kam schließlich nach Jiřetín pod Jedlovou (St. Georgenthal) und parkte am Marktplatz in der letzten freien Parklücke. Es herrschte viel Betrieb wegen Kirchgängern und sonntäglichen Einkäufern. Über die vom Markt bergführende Straße lief ich zum oberen Ortsrand. Hier fiel mir erstmals ein stärkerer Wind auf, der die hiesigen acht Minusgrade erheblich kälter erscheinen ließ. Etwas geschützter stieg ich am bewaldeten Hang den Kreuzweg zum Křížová hora (Kreuzberg) hinauf. Dabei passierte ich die Kreuzwegstationen von 1759, die Kaple Sv. Kříže (Heilig Kreuz Kapelle), gebaut 1783-1796 mit dem 1881-1888 hinzugefügten Turm und die Kaple Božího hrobu (Heilig Grab Kapelle) von 1759. Anschließend ging es hinaus in freies Gelände. Vom Stožecké sedlo (Schöberpass) jagte ein kalter Fallwind mit Sturmböen herab. Über einen Feldweg mit Verwehungen mühte ich mich hinüber nach Jedlová - osada (Tannendorf). Eigentlich hatte ich den Tannenberg als Ziel auserkoren. Allerdings rechnete ich fest mit einer touristischen Erschließung über einen Winterwanderweg, was sich aber als Trugschluss herausstellte. Es rächte sich, dass ich die Schneeschuhe zu Hause gelassen hatte. In unverwehten Abschnitten mit über 40 cm kristallinem Pulverschnee war einfach kein Vorwärtskommen. So kam nur der Rückweg im nächsten Tälchen auf dem dortigen Fahrweg in Betracht. An der Ausmündung des Tales entdeckte ich rechts Bergbaurelikte, wie einen Gebäuderest, einen Stauteich und das zu dieser Jahreszeit geschlossene Besucherbergwerk Štola Sv. Jana Evangelisty. Ich kehrte zurück zum mittlerweile schwächer belebten Marktplatz Jiřetín p.J., wo sich eine Polizeipatrouille zur Überwachung des Geschehens postiert hatte.
 
Vorbei am völlig überlaufenen Skigebiet Horní Podluží (Obergrund) fuhr ich nach Rybniště (Teichstatt), um noch ein paar Bahnfotos zu machen. Wegen der großen Schneemengen entlang der Straßenränder parkte ich bereits auf einem geräumten Platz am Eingang der Straße zum Bahnhof. Nachdem ich die Wunschbilder im Kasten hatte, lief ich zum Auto zurück. Auch dort hatte sich zwischenzeitlich eine Polizeipatrouille eingefunden und begutachtete mein geparktes Fahrzeug auf einen ordnungsgemäß verschlossenen Zustand. Als sie mich auf den Platz einbiegen sahen, fragten sie ob ich der Besitzer wäre, was ich mit der Fernbedienung bestätigte. Beruhigt stiegen sie wieder in den Streifenwagen. Ich bedankte mich bei den freundlichen Kollegen, denn an solchen touristischen Hochfrequenztagen kommt hier im Schluckenauer Zipfel schon mal das eine oder andere Auto abhanden. Die anschließende Rückfahrt verlief etwas zäh, da sich unzählige motorisierte deutsche Winterausflügler nun nach dem böhmischen Mittagessen auf die Heimfahrt begaben und mit den Straßenverhältnissen hoffnungslos überfordert waren. In vorausfahrenden Wagen sah man Omas gestenreich über den herrlichen Tag fabulieren, während Opa mit Schnappatmung im Schneckentempo die Fahrbahnmitte befuhr…
 
Die pausenbereinigte Gehzeit betrug 1 h 30 min.
Die absolvierte Wegstrecke ist teilweise nicht als Wanderweg markiert und mit T1 zu bewerten.

Tourengänger: lainari


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