Unterwegs als "Samichlaus"


Publiziert von D!nu , 5. Dezember 2017 um 19:27.

Region: Welt » Schweiz » Luzern
Tour Datum: 5 Dezember 2017
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Zeitbedarf: 5:00

Jedes Jahr um den 6. Dezember herum, freue ich mich riesig auf die Besuche als Samichlaus. Dabei mache ich mehrere Kilometer pro Tag und erhalte immer und immer wieder ein herzliches Lächeln von Jung und Alt. Somit also eine andere Art zu wandern :-D Mit dabei ist der "Knecht Ruprecht", der "Laternenträger", die Dienerin mit dem Korb und mehrere Kinder, die mich mit grossen Glocken ankündigen. Seit ein paar Jahren laufen nun auch meine drei Kinder auf freiwilliger Basis mit. In sieben solchen Samichlaus-Gruppen wandern wir derzeit durch die Quartiere unserer Gemeinde. Wir zelebrieren das Teilen, indem wir am Samichlausauszug Nüsse, Lebkuchen und Willisauringli verteilen. Für den Samichlausauszug habe ich eine Geschichte zusammengestellt, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte:

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Heute möchte ich euch etwas von meinem kleinen Freund Klausi erzählen. Der Klausi ist ein kleiner, gwundriger Zwerg. Er wohnt bei einem alten Baum. Dort wo im Frühling die Blumen blühen und ein Bach vorbei fliesst.

Am Morgen schläft er meistens. Am Mittag wacht er auf.
Er hat dann jeweils einen grossen Hunger.

Er streckt sich und kriecht langsam aus seiner Baumhöhle.
Die Sonnenstrahlen durchleuchten gerade den ganzen Wald.

Es ist Herbst.

Die Blätter an den Bäumen leuchten in allen bunten Farben um die Wette. Die wo die Wette verlieren, fliegen sanft auf den Boden, wo alle Blätter zusammen, für den Klausi und den Mong einen riesigen Teppich machen.

Der Klausi sucht Beeren, Eicheln, Nüsse und Kräuter zum essen.
Er will dick und Kugelrund werden, damit er im langen Winter nicht Hungern muss.

Wenn es anfängt zu schneien findet Klausi nämlich nicht mehr viel essen im Wald und er fällt in den Winterschlaf wie ein Bär. Der Klausi durchsucht den ganzen Wald nach Essbarem. Wenn Klausi die Hände und seine Säcklein voll hat, trägt er diese in seine Baumhöhle.

Es wird kälter draussen. Klausi macht wieder einmal seinen Nachmittagssschlaf in seiner Baumhöhle.
Nur, diesmal will er nicht den ganzen Winter verschlafen.
Er will nur ein bisschen träumen und dann wieder aufwachen.

Er will nämlich den Samichlaus sehen!

Aber was soll Klausi bloss machen, damit er aufwacht, wenn dann der Samichlaus kommt?
Vielleicht noch ein bisschen essen?
Oder nur kurz die Augen schliessen und schnell etwas träumen?

Was meint Ihr Kinder, was hat er letztes Jahr gemacht?

Das  Wildschwein vor seinem Baum grunzt: „Es sind Menschen da!“
Der Klausi wacht auf. Er macht die Augen auf und streckt den Kopf wieder aus der Baumhöhle.

Da die Mutter mit ihren zwei Kindern in der Ferne Tannenäste sammelt, sitzt Klausi zum Grunzi und bittet ihn um Unterstützung: „Kannst Du mir helfen den Samichlaus zu finden?“
Grunzi meint: „Den Samichlaus habe ich im Sommer in den Bergen gesehen!“
Er geniesst die Natur, geht ab und zu wandern mit den Dienern. Manchmal geht er Picknicken mit dem Christchindund wenn‘s dann genügend warm ist geht er auch in den See baden.

Klausi macht sich auf den Weg Richtung Berg…

Auf dem Weg trifft er auf zwei Kinder, …. Sie sind auf dem Weg in die Alp, zum Freddy.
Sie begleiten Klausi ein kurzes Stück.
Es ist ziemlich schlammig und man muss ein bisschen Kraxeln.

Klausi verabschiedet sich von den zwei Buben und steigt alleine weiter auf.
 
Er muss nicht weit gehen, da sieht er zwei Gamsen. Vreneli und Glöggli.

Sie verweilen im Schnee und sind müde vom Gras suchen.
Klausi fragt auch Vreneli: „Kannst Du mir helfen den Samichlaus zu finden?“
Vreneli meint: „Ja, der kommt von alleine wenn‘s dann früher dunkel wird und wenn es kälter wird.“
„Aber es ist doch schon kalt draussen“ Meint der Klausi.

Vreneli schaut hinauf in den Himmel und sagt zum Klausi:
„Schau, vielleicht kann Dir der Specht helfen, der fliegt in der ganzen Gegend herum…“
Vreneli verspricht es Klausi zu melden, wenn sie den Samichlaus sehen sollte.

Klausi springt dem Specht nach, fast bis nach Hause in den Wald..

Der Specht ist nicht alleine. Sie sind zu zweit und picken ein Loch in den Stamm….tock…..tock…
Da klettert Klausi kurzerhand den Baum hinauf und fragt auch noch den Specht: „Kannst Du mir helfen den Samichlaus zu finden?“

Da sagt doch der Specht prompt: „Oh ja, das ist doch der mit dem roten Umhang und dem grossen, weissen Bart wie du?“ Am Anfang von der Adventszeit läuft er mit Kindern welche mit den Glocken leuten und seinenen drei Dienern durchs Dorf. Er besucht die lieben Kinder, denn er ist gerne bei den Leuten in der warmen Stube.

Dort erzählt er den Kindern manchmal Geschichten. Der Samichlaus weis auch ganz guet, was die Kinder besser machen könnten und was sie schon ganz gut können.

Da frägt Klausi: „Wo finde ich denn den Samichlaus?“
Der Specht meint dann nur: „Du wirst ihn schon hören kommen, die Treicheln der Kinder hört man schon von weitem“

Der Klausi dankt dem Specht und klettert zurück auf den Boden.

Zuhause vor der Baumhöhle raschelt etwas am Boden.

Da kommt ein Eichhörnchen auf den Baum. Es hat Hunger.
Es möchte etwas essen. Das Eichhörnchen sagt zum Klausi: „Ich habe Hunger und finde meine Vorräte nicht.“

Klausi gibt dem Eichhörnchen eine Eichel.
Der Klausi fragt das Eichhörnchen: „Hast du den Samichlaus gesehen?
Ich möchte wach sein, wenn er kommt.
Die anderen Tiere machen auch keinen Winterschlaf.
Sie freuen sich auf den Samichlaus.“

„Ich rufe dich, wenn der Samichlaus da ist“, sagt das Eichhörnchen.
Schnell springt er weiter. 

Der Uhu hat alles gehört.
Er sitzt ganz in der Nähe auf einem Baumstrunk.

Der Klausi hat kalt. Er geht wieder in seine Baumhöhle.
Der Wind bläst und draussen wird es immer kälter.
Die Blätter fallen ganz von den Bäumen.

Der Klausischläft.

Psssst……

In der Nacht schneit es.

Der Fuchs ist auf der Pirsch. Er hat Hunger und ist vor allem am Abend aktiv.

Er schnuppert.
Er hört etwas.

Dann sieht er ein Licht am Waldrand.

Wer kommt da?

Der Fuchs freut sich. Da kommt der Samichlaus mit seinen Gehilfen.
Der Laternenträger, der Knecht Ruprecht, die Dienerin und die Kinder mit den Treicheln.

Die Gruppe geht durch den Schnee.
Die Tiere im Wald hören die Glocken klingeln.
Darauf haben sie gewartet.

Endlich ist der Samichlaus da.

Alle Tiere kommen, die grossen und die kleinen.
Sie hüpfen, springen und fliegen zum Samichlaus.
Endlich ist der Samichlaus da!

Sein Knecht Ruprecht trägt eine schwere Kutte.
Der Samichlaus öffnet den grossen Sack in der Kutte.
Er nimmt Rüben, Äpfel, Willisauerringli und Lebkuchen aus dem Sack.
Die Tiere warten. Heute haben sie keine Angst voreinander.

„Kommt zu mir“, sagt der Samichlaus leise.
Er streichelt die Tiere.

Der Samichlaus gibt den Tieren zu fressen.

Für den Fuchs hat er Speck,
Für die Vögel  Körner und
Für das Eichhörnchen hat er Nüsse mitgebracht.

Der Samichlaus ist müde. Er sitzt auf einem Baumstamm.
Er fragt: „Haben alle etwas bekommen?“

Das Eichhörnchen schaut hin und her.

Das Eichhörnchen hat etwas versprochen. Was hat es versprochen?
Das Eichhörnchen weiss es nicht mehr.

Da ruft die Eule aus dem Wald. „Uhuu, uhuu“. „Klausi, wach auf! Klausi, wach auf!“

Der Klausi hört die Eule und wacht auf.
Die Eule ruft: „Klausi, komm schnell! Der Samichlaus ist da. Komm mit mir!“

Der Klausi ist noch müde. Er schaut aus seiner Baumhöhle.
Alles ist voll Schnee. So viel Schnee!
Alles ist weiss.
Die Eule ruft: „Komm schnell, Klausi. Komm mit zum Samichlaus!“

Der Klausi sieht den Samichlaus. Er springt in seine Hände.
Die Hände sind schön warm.
Der Samichlaus hält Klausi in seinen Händen.
Er schaut Klausi freundlich an. Der Klausi freut sich: Der Samichlaus ist da!

Der Samichlaus spricht mit Klausi. Er sagt: „Klausi, ich habe auf dich gewartet.“
Der Samichlaus gibt Klausi zu essen. Er gibt ihm Nüssli und Manderinen.
Der Klausi freut sich. Er isst und ist überglücklich.

Der Samichlaus muss gehen. Er sagt den Tieren auf Wiedersehen.
Er streichelt alle Tiere noch einmal.

Die Tiere gehen leise in den Wald zurück.
Der Samichlaus und seine Diener gehen weiter.

Alle Tiere sind wieder im Wald. Nur der Klausi ist nicht in seiner Baumhöhle.

Wo ist Klausi?

Was kutzelt mich denn da im Bart.
Ooooooh, oooooooooh,oooooooohhhhhh  ho! Ho! Ho!

Klausi, was machsch denn du do?
E hander doch gseid selsch bi mim Diener bliibe, er werd dech höt met träge, sodass du au mol gsesch ond ghörsch wie liebi ond fliissigi Chend das merdo ide Gmeind hend!

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In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine schöne Adventszeit!

Tourengänger: D!nu

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