ein kleines 1 x 1 des leicht-gewichts-wandern


Publiziert von kopfsalat, 8. Mai 2009 um 13:45. Diese Seite wurde 1809 mal angezeigt.

1. wiege deine ausrüstung

am anfang reicht eine küchenwaage. später kommst du um eine digitale briefwaage wohl nicht herum.

schreib das gewicht auf den ausrüstungsgegenstand und trage es in eine tabelle ein z.b. excel, so kannst du einfach verschiedene kombinationen durchspielen

2. die leichteste ausrüstung ist die, die du nicht mitnimmst

gehe stück für stück durch und überlege dir: "gäbe es ein problem, wenn ich das teil nicht dabei habe?", falls nein, kannst du es zuhause lassen.

sei ehrlich zu dir selber. lass dein urteil weder von werbung, mode noch angewohnheiten, so angenehm sie auch sein mögen, beeinflussen.

3. ziehe nach jeder tour bilanz

wenn du nach hause kommst und den rucksack auspackst, mache 3 haufen

1) kam zum einsatz

2) kam nicht zum einsatz, ist aber essentiell, z.b. not-apotheke

3) kam nicht zum einsatz, ist nicht essentiell. das brauchst du das nächste mal nicht mehr mitnehmen.

4. multi-funktionell

nimm, wenn immer möglich multi-funktionelle ausrüstung mit. der vorteil liegt auf der hand, mehrere einsatzmöglichkeiten für das einmalige gewicht.

DAS typische beispiel ist das poncho-tarp, das sowohl als regenschutz als auch als zelt oder biwaksack oder picknickdecke etc  eingesetzt werden kann.

oder ein grosses glarner-tüechli: schweissband, sonnenschutz, handtuch, dreiecks-verband etc.

aber vorsicht, die multi-funktionalität darf nicht zum selbst-zweck werden. ein sackmesser mit 50 teilen bringt nichts, wenn du nur deren 3 wirklich brauchst.

5. schweres zuerst

denn für schwere ausrüstung brauchst du einen schweren rucksack, eine schwere robuste jacke, sowie schwere wanderschuhe um die knöchel zu stützen.

fang also mit den schwersten gegenständen an: zelt, schlafsack, rucksack, verpflegung, kocher, wasser

6. so klein wie möglich

denn grössere gegenstände benötigen mehr platz und somit einen grösseren und dadurch auch schwereren rucksack

7. nützlich, robust, zuverlässig, kompakt und natürlich leicht

so sollte deine ausrüstung sein. ist sie es nicht, solltest du nach alternativen ausschau halten.

8. endlos-schlaufe

niemand ist als (ultra)-leicht-wanderer vom himmel gefallen ;-). es ist ein prozess der nach und nach zu einem wachsenden vertrauen in deine eigenen fähigkeiten, anstatt nur in die ausrüstung führt und dir dadurch weitere möglichkeiten eröffnet, deine ausrüstung zu optimieren.

das war bei mir auch so, du probierst, passt dinge an, verwirfst ideen, lässt mal dies weg, mal jenes und nach und nach erhälst du so deine ganz genau auf deine persönlichen bedürfnisse zugeschnittene leicht-gewichts-"philosphie", anstatt dass du dich ins konzept der outdoor-ausrüstungs-vermarkter quetschen lässt.

ab und an wird dich mal einer schräg anschauen oder dich als unverantwortlich schimpfen, wenn du wieder mal mit deinen "turnschuhen" auf einer T4 route in den alpen unterwegs bist. aber das löst bei mir dann nur ein leichtes zucken in den mundwinkeln aus.



Kommentare (6)


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Gelöschter Kommentar

Domenic hat gesagt: RE:
Gesendet am 8. Mai 2009 um 13:59
Na ja, ein 15 kg Rucksack ist ja auch nicht wirklich schwer. Mir geht es ja genau darum meinen 20 bis 30kg Rucksack auf einwöchigen Touren auf die genannten 15 kg runterzubringen. Spätestens nach 3 Tagen finde ich das schwere Gewicht nicht mehr ganz so geil, auch wenn der Rucksack dann leichter wird.
Aber zugegen, ich habe auch unnützes Zeugs im Rucksack, unter anderem in der Regel ein Roman, den ich aber eh nur auf der Hinreise lese. Der bleibt nächstes Mal zu Hause, dann habe ich schon wieder 200 g gesparrt.

lemon Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. Juni 2009 um 09:18
ich nehme jetzt statt ein Buch Zeitungs-/oder Zeitschriftenartikel mit, die ich schon lange mal lesen wollte und kann dann die nach und nach wegschmeissen.

kopfsalat Pro hat gesagt: die inquisition
Gesendet am 10. Mai 2009 um 13:42
hat zugeschlagen und all die "lustigen" kommentar entfernt.

ich denke, ihr könnt das nachvollziehen.

laponia41 Pro hat gesagt: Nässe und Lebensmittel...
Gesendet am 24. Juni 2009 um 20:46
Auf meinen langen Wanderungen in Lappland habe ich gemerkt, dass Nässe und Lebensmittel den Rucksack schwer machen. Deshalb: guter Regenschutz, dehydrierte Lebensmittel (Reis, Teigwaren, Polenta usw.). Auf die guten schweren Schuhe und die Spiegelreflex verzichte ich nicht!

Gruss Peter

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:Nässe
Gesendet am 26. Juni 2009 um 06:48
dies ist wohl ein zusätzlicher vorteil der leichten bis ultraleichten hochleistungsstoffe wie silnylon, spinnaker oder cuben, dass sie, wenn überhaupt, nur sehr wenig wasser aufnehmen.

leider gibts solche säcke in europa nur übers internet aus amerika oder dann muss man sie sich eben selber nähen.


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