Monte Pelf (2502m) - große Runde in der Schiara-Gruppe


Publiziert von Daniel87 , 18. Mai 2014 um 23:29.

Region: Welt » Italien » Venetien
Tour Datum:15 Mai 2014
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Zeitbedarf: 12:00
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 1900 m
Strecke:Restaurant Case Bortot-Casera/Biv. Medassa-Monte Pelf-Rifugio 7° Alpini-Restaurant Case Bortot
Zufahrt zum Ausgangspunkt:In Ort Belluno Richtung Gioz abbiegen. Weiter auf einer holprigen, aber für italienische Verhältnisse recht guten, kleinen Bergstraße zum Parkplatz beim Restaurant Case Bortot.

Die Südlichen Kalkalpen machen bereits von der extrem flachen Po-Ebene Norditaliens einen recht imposanten Eindruck, da sie ungleich höher sind als auf der gegenüberliegenden Alpennordseite und deren Täler, welche ins Gebirge hineinführen auch weitaus tiefer liegen. Bei Nordföhn fasziniert das Gipfelmeer den Betrachter selbst noch von der Küste aus, regt zum Staunen an und lässt gleichsam die Euphorie steigen, wie ich nun selbst erfahren durfte. Der Monte Pelf bildet hier zusammen mit dem wenig höheren, aber auffälligeren und markanteren Monte Schiara eine mächtige Felsfestung, trotz Randlage in den Dolomiten.
 

Nachdem ich bereits am Vortag erkältet in Belluno ankam ging's nun zwar ausgeschlafen, aber leicht angeschlagen auf die geplante 1900-Höhenmeter-Bergtour in der Schiara-Gruppe in den Belluneser Dolomiten. Zusätzlich sollte unter Vorbehalt noch der Schiaragipfel als optionale Erweiterung erreicht werden. Dieses Vorhaben verwarf ich dann aber bald, als ich erkannte, dass der zusätzliche Zeitbedarf zu groß wurde. Die starke Überwächtung am Grat gab mir außerdem Anlass zur Sorge.
 
Anfangs vom Parkplatz beim Case Bortot markiert und leicht absteigend bis zu einer Brücke, die über einen Bach führt und noch ein wenig weiter. Danach dann nach rechts durch Laub- und später durch Nadelwald Richtung Bivacco Medassa auf 1340m. Alternativ könnte man hier auch über das Rifugio 7° Alpini aufsteigen. Ich wählte diese Variante dann später beim Abstieg. Die Wegweiser wurden hier zudem oft auch durch Kartenausschnitte ergänzt. Auf etwa 1700m, bei der Forcella Pis Pilon (Scharte) treffen beide Steige aber wieder zusammen und man steuert eine weitere östlicher gelegene Scharte (Forcella Caneva) an. Bevor jene Scharte erreicht wird einfach nach links abbiegen und hinauf zum Grat des Monte Pelf, welcher nach Norden hin steil abbricht. Hier hatte es bereits die ersten Schneefelder, welche weiter oben immer zahlreicher wurden. Über erodierte Hänge zur Schlüsselstelle der Tour. Diese wird über ein harschiges und verfestigtes steiles Schneefeld (Steigeisen) und über eine Felsstelle (nur hier T4+/II; Felsstelle war teilweise vereist) überwunden. Oben dann zwar weiterhin Schneefelder doch wieder leichter und später über Wächten zum vermutlich im Schnee versunkenen Gipfelkreuz, falls noch vorhanden.

Beim Abstieg entschied ich mich für den schönen Weg über das Rifugio 7° Alpini, das direkt unter den steilen Wänden des Schiara errichtet wurde. Weniger schön war, dass ich erst so spät das Tal erreichte, dass bereits alle Unterkünfte ihre Tore geschlossen hatten. Eine lange Nachtfahrt durch die Berge, über Cortina und den Brenner stand nun an, was natürlich auch ausnahmsweise mal seinen Reiz hat.
 
Die Tour war eine recht interessante Unternehmung und genau richtig für das späte Frühjahr, wenn der Schnee bei derart steilen Hängen nicht mehr ins Rutschen geraten kann. Als Frühjahrstour benötigt man am Monte Pelf dann allerdings die Steigeisen. Die Bewertung T4+/II trifft im Grunde nur für die Schlüsselstelle zu. Sonst eher T3. Den ganzen Tag ist mir heute niemand begegnet. Anmerken möchte ich noch, dass der Gruppenhöchste, der Nachbarberg Monte Schiara mit mehreren Klettersteigen ausgestattet wurde, was daher in den Sommermonaten im Rahmen einer Überschreitung des Schiara vermutlich auch auf dem Monte Pelf zu einer höheren Besucherfrequenz beitragen dürfte.

Tourengänger: Daniel87


Galerie


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T3 S
12 Mai 00
Schiara Überschreitung · Bembelbub

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