Valle di Nibbio und Val Cornera


Publiziert von Schneeluchs , 10. November 2012 um 12:54.

Region: Welt » Italien » Piemont
Tour Datum: 9 November 2012
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Zeitbedarf: 9:00
Kartennummer:285 Domodossola

Der Ausgangspunkt Nibbioschlucht kann von Cuzzago aus auch ohne der Strasse zu folgen bequem erreicht werden, indem man zum nordöstlichen Dorfrand geht, den Rio dei Mulini überquert, rechts hält und dann der Fahrstrasse folgt. Vorbei an einer militärischen Anlage (oder kurz vorher links auf bald deutlichem und jetzt 2014 gepflegtem Weg), im Marmorwerk den breiten Weg links Richtung Wildnis verlassend erreicht man den Rio Nibbio. Entspricht in etwa dem auf der Karte eingezeichneten Fussweg. Der Weg nach Nibbio selber ist identisch: Ist man auf dem Hochwasserschutzdamm, kann man diesem bis zu seinem oberen Ende folgen und erreicht so das Valle di Nibbio, oder man verlässt ihn und erreicht via einen Picknickplatz mit Brunnen mühelos Nibbio.
[Edit 2014: Es gibt noch einen viel schöneren Weg von Cuzzago nach Nibbio, der VOR dem Rio Mulini rechts abzweigt durch die Sommerflieder. Alsbald steigt man bei Steinmännern ins Bett des Rio Mulini ab und geht in seinem Bachbett oder überquert ihn an offensichtlicher Stelle, nachdem man 5 Min. dem Fahrweg gefolgt ist (verschiedene Varianten jetzt gut ausgeschnitten; eine auch dort, wo der Riale Balangeri einmündet, je nach Ziel ist die eine oder andere Variante günstiger). Im Rückweg gute Bademöglichkeit.]

Um Brombeeren und anderer Vegetation auszuweichen, überquere ich den Rio Nibbio unterhalb der Schlucht zwei Mal - wodurch ich nicht an der Verzweigung zum Sasso Grande vorbeikomme.
[
Edit 02/13: inzwischen ist die Dornenvegetation ausgeräumt, der Weg zum Sasso Grande in vorzüglichem Zustand. Ich habe ihn von unten nach oben begangen. Um ihn vom Sasso Grande [mein Höhenmesser zeigt 892m, Holzkreuz] zu finden, folgt man dem rot markierten Weg Richtung Cuzzago, biegt nach knapp 5min [868m] auf deutlich erkennbarer Spur gegen links ab und erreicht nach weniger als 5min einen schönen Hubel [839m] - von unten gesehen ist das der Sasso Grande. Vor diesem links gerade gegen das Valle di Nibbio runter (deutliche Spuren). Auf 717m erreicht man den Weg Nibbio-Valle di Nibbio und verlässt gegen rechts das Valle di Nibbio. Danach zunächst etwa der Kante folgen (bei 698m links halten). Auf 528m führt der teilweise undeutliche aber meist bestens von Fallholz und Vegetation befreite Weg genau an die Kante. Hier befindet sich eine deutliche Abzweigung ins Valle di Nibbio (nicht weiter erkundet). Bei 425m gibt es einen sehr schönen Aussichtspunkt. Bei der Brücke über den Rio dei Mulini zeigte mein Höhenmesser 250m an. T4+]

Durch die wilde Schlucht des Valle di Nibbio.

Entscheide mich, das Val Cornera kennenzulernen. Abenteuerlich ist der Weg dorthin. Infolge der fortschreitenden Zeit kehre ich dort um, wo sich der Weg verliert und wohl die Schwierigkeiten beginnen.

Es liegt noch das unbekannte Wegstück zum Sasso Grande vor mir. Etwa 20 Minuten nach dem Verlassen des Bachbetts wenig oberhalb der Frana verliere ich den Weg. Ich beschliesse, weiterhin das angenehme Gelände zuerst quer hochzusteigen und zu versuchen, weglos die Krete zu erreichen. Von gegenüber hatte ich nämlich den Eindruck, dass die ganze Flanke ziemlich durchlässig sein sollte. Auf etwa 970m kommt relativ unangenehmes Feingeröll. Steige nun gerade hinauf. Bei den abschliessenden Felsen gegen links Tierspuren folgend. T4+

Erreiche den Rücken bei einem Pass [ca. 1050m] genau unterhalb des anspruchsvollen Felsriegels beim Mot Gianin und werde sofort mit Sonne und prächtiger Aussicht auf den Pizz d'la Vugia und Lesino belohnt.

Ohne Probleme auf nun bekanntem Weg [T3] zum Sasso Grande (herrliche Rundsicht) und über den immer noch super gepflegten (kein Wunder, Tim war vor einer Woche hier...) weiterhin mit roten Punkten markierten Weg schliesslich rechts runter auf die Stradina, welche zur Linea Cadorna führt. Nur einmal kurz vor der Überquerung des Riale Balangeri wird der Weg sehr undeutlich und die Markierungen bleiben längere Zeit aus bzw. sind nur noch sehr schwach wahrnehmbar. Dort nach unten rechts gegen den Riale halten. Zu diesem Wegabschnitt sehr lesenswert ist auch der Bericht von ABoehlen.

[Die Höhenangaben stammen alle vom Februar 2013 und sind mit einer gewissen Ungenauigkeit behaftet. Im Tagesverlauf gab es einen deutlichen Druckabfall, welcher 50m ausmachte! Ich versuchte dem so gut es ging Rechnung zu tragen.]

Tourengänger: Schneeluchs

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Kommentare (2)


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ABoehlen Pro hat gesagt:
Gesendet am 11. November 2012 um 10:34
Besten Dank für diesen hochinteressanten Bericht! Ins Valle di Nibbio bin ich ebenfalls einmal vorgedrungen, nämlich am 14.12.2005, also kurz nach dem Bergsturz (nicht auf Hikr publiziert). Beim Erreichen der Trümmerhalde des Bergsturzes habe ich damals allerdings umgekehrt, da ich spät dran war und die Tage im Dezember kurz sind. Unanenehm aufgefallen ist mir damals allerdings der recht häufige Steinschlag im vorderen Teil des Tales, noch ehe man den steilen Abschnitt erreicht, welchem dann der Wasserfall von Cornera folgt. Da ich ohne Helm unterwegs war, hatte ich in dieser Zone ein eher ungutes Gefühl, aber es ging zum Glück alles gut.

> Ohne Probleme erreiche ich den Sasso Grande (herrliche Rundsicht) und über den immer noch super gepflegten mit roten Punkten markierten Weg den breiten Weg und Cuzzago.
Hier verstehe ich nicht ganz, was gemeint ist. Ich war 2007 zum letzten Mal auf dem Sasso Grande (entsprechend meinem Hikr-Bericht), und zuvor bereits einmal 2004. Von einem „super gepflegten Weg“ habe ich aber überhaupt nichts gesehen, ausser natürlich der „Strada Cadorna“, in die man ja dann schlussendlich einmündet. Ansonsten hatte ich oft keine oder nur ganz schwach ausgepräfte Spuren angetroffen und die Route damals auch mit T5 klassiert. Hängt aber vielleicht auch damit zusammen, dass ich die Route nur vom Sommer her kenne und dann natürlich die Vegetation üppiger wuchert als jetzt im November...

Beste Grüsse
Adrian

Schneeluchs hat gesagt: RE:
Gesendet am 11. November 2012 um 15:44
Vielen Dank für die Rückmeldung und das Kompliment!
Steinschlag gab es keinen, aber Helm habe ich doch (wie neuerdings meistens) aufgehabt. Man weiss ja nie, vielleicht kippt auch mal ein Stein und man schlägt blöd den Kopf an... dann noch alleine, da ist bewusstlos werden keine Option! 2005 hätte ich mich da auch nicht durchgewagt - wenn so ein grosser Brocken auf dich kippt, siehts bös aus!
Scheinbar hat sich seit 2007 einiges geändert bei diesem Weg... vielleicht Tim... es gibt unzählige Schnittspuren, man erkennt den Wegverlauf allein schon daran, wo der Wald auf 1.50m Breite ausgeschnitten ist.
Ist jetzt nur noch so T3, habe gestaunt, wieso du das mit T5 bewertet hast, aber jetzt ist alles klar. Ab dem Sasso Grande wird's eigentlich eher wilder, ungepflegter, also umgekehrt wie du geschildert hast.
Es lohnt sich bestimmt, wieder mal dorthin zu gehen.
"breiter Weg" ist ein Ausdruck, den ich von deinem Bericht übernommen habe - meine damit die Strada Cadorna.
Viele Grüsse Pädu


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