Levada do Furado


Publiziert von gerberj , 7. Juli 2012 um 16:38.

Region: Welt » Portugal » Madeira
Tour Datum:23 Juni 2012
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 20 m
Abstieg: 250 m
Strecke:14 km

Das portugiesische Wort „furado“ bedeutet „langweilig“. Trotzdem ist die „Levada do Furado“ äusserst kurzweilig. Es handelt sich um eine der bekanntesten Wanderung entlang eines Bewässerungskanals (Levada) auf der Atlantikinsel Madeira.
 
Eine abenteuerliche Busfahrt führt von der am Meer gelegenen Hauptstadt Funchal auf den 1400 m hohen Poise-Pass. Ribeiro Frio, der Ausgangspunkt der Wanderung, liegt auf halber Höhe jenseits des Passes.
Ein kurzer Abstecher entgegen der Fliessrichtung des Wassers brachte uns zu den „Balcões“, einem Felsvorsprung mitten im dichten Lorbeerwald mit prächtiger Aussicht. Von hier aus kann der oberste Teil der Levada überblickt werden, welcher zu grossen Teilen durch Felswände verläuft. Da heute eine eher gemütliche Wanderung auf dem Programm stehen sollte, respektierten wir das Verbotsschild und kehrten wieder um. Schon das kurze Wegstück zwischen Ribeiro Frio und den Balcões weist zwei Besonderheiten auf: einen kurzen Tunnel und einen sehr tiefen Einschnitt in die Felsen. Der Ribeiro Frio („kalter Bach“) versorgt die Levada mit zusätzlichem Wasser. Trotzdem ist der Kanal nur zu rund einem Viertel gefüllt.
Der nun folgende Abschnitt ist geprägt vom typischen Lorbeerwald Madeiras. Im feuchten Klima der Nordseite der Insel ist praktisch jeder Fels mit Moosen bedeckt, darüber folgt das dichte Farngestrüpp, anschliessend die knorrigen Lorbeerbäume. Die Wanderung liegt so fast immer im Schatten und ist auch an heissen Tagen angenehm kühl. Der zu Beginn sehr breite Weg wird an einigen Stellen reduziert auf einen ca. 25 cm breiten Betonpfad am Rand der Levada – hier finden sich aber immer Geländer.
Wo zwei weitere „Levadinhos“ (kleine Levadas) in unsere hinein plätscherten machten wir Mittagspause. Kurz darauf folgten einige Felsdurchbrüche in Form von tiefen Einschnitten. Kleine Felsvorsprünge bieten die Möglichkeit mal über das Walddickicht hinaus zu sehen und sogar einen Blick aufs Meer zu erhaschen.
Eine der grössten fotografischen Herausforderungen an Suonen oder Levadas ist es, eine Kurve „von aussen“ komplett aufs Bild zu kriegen. Nach mehreren Versuchen gelang mir das bei einer engen 180°-Kurve. Ein nächster Höhenpunkt liess nicht lange auf sich warten: der Durchstich eines Geländerückens erfolgt hier mit zuerst einem knapp 20 m tiefen Einschnitt, welcher schliesslich in einen Tunnel übergeht. Als ich diese Stelle mit Blitz fotografieren wollte gab es einen lauten Knall – irgendwas ist durchgebrannt. Ab jetzt gibt’s halt nur noch „ungeblitzte“ Fotos.
In einer der folgenden Felswände folgten viele kurze Tunnels, anschliessend erreichten wir gemütlicheres Gelände. Schon bald verliess uns auch das Wasser – es wird hier zur Benutzung nach unten abgeleitet. Wir folgten aber weiterhin der ungenutzten Levada und kamen so in eine neue Klimazone. Auf der Südseite der Insel ist es sehr trocken, deshalb sind diese Bewässerungskanäle nötig. Sie ermöglichen den Anbau von Bananen, Zuckerrohr und vielem mehr.
Entlang des trockenen Teils der Levada ist vor allem Eukalyptuswald zu finden. Bei einer Schweinezucht stiessen wir dann auf eine Strasse, wo uns ein Bus zurück nach Funchal brachte.

Tourengänger: gerberj


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Geodaten
 11741.kmz Levada do Furado

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Kommentare (1)


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bidi35 hat gesagt:
Gesendet am 7. Juli 2012 um 18:46
schön Johannes, deine beiden Beschreibungen der Levadas auf Madeira...sicher eine Bereicherung für die Community....

LG Heinz


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