Mount Mellenthin (3.854 m) - Viel Wildnis und noch mehr Geröll


Publiziert von pika8x14 Pro , 1. Februar 2012 um 11:08.

Region: Welt » United States » Utah
Tour Datum: 4 Juli 2009
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: USA 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 660 m
Abstieg: 660 m
Strecke:Geyser Pass - Nordwest-Flanke/Gratrücken - Mount Mellenthin - Nordost-Flanke/Gratrücken - Geyser Pass
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Moab in südliche Richtung (Highway 191) über die La Sal Loop Road auf die Geyser Pass Road. Start der Tour am Geyser Pass (3.211 m) oder in der letzten großen Kurve westlich unterhalb des Passes (ca. 3.200 m). Alternative Zufahrt nördlich von Moab (Highway 128) über Castle Valley und die La Sal Loop Road.
Unterkunftmöglichkeiten:Unzählige Möglichkeiten im Raum Moab.
Kartennummer:National Geographic Trails Illustrated Map 703, Manti La Sal National Forest

Die La Sal Mountains befinden sich im Osten Utahs sind nach den Uinta Mountains die zweithöchste Gebirgskette des Bundesstaates. Von vielen Stellen der touristischen Highlights um Moab, wie Arches und Canyonlands National Park, sind ihre oft schneebedeckten Gipfel zu sehen und bilden einen Kontrast zur umliegenden Wüstenlandschaft.

Wir wollen eine Tour in den Sal Mountains nutzen, um der beinahe unerträglichen Sommerhitze in Moab zu entfliehen. Nebenbei soll die Besteigung des Mount Mellenthin aber auch der weiteren Akklimatisierung für einige 4.000er der Rocky Mountains dienen.

Über die Geyser Pass Road fahren wir auf unbefestigter, aber guter Piste zum namensgebenden Geyser Pass (3.211 m, 10.537 m). Dort finden wir - anders als wir nach unserer Recherche im Vorfeld (z. B. summitpost.org …) vermutet haben -  aber keinen Pfad, der uns durch den Wald in Richtung Mount Mellenthin führen würde. Vielleicht ist das Weglein zu unscheinbar oder einfach auch nicht vorhanden, von „Routefinding“ ist ohnehin bei vergleichsweise selten begangenen und unmarkierten Touren oft die Rede. Also begeben wir uns wieder ein Stück zurück in westliche Richtung. In der letzten großen Kurve unterhalb des Passes (ca. 3.200 m) führt ein anfangs kaum bewachsenes Seitental in Richtung des von hier aus gut sichtbaren Mount Mellenthin. Also visieren wir unser Ziel an und verlassen die Geyser Pass Road in südliche Richtung. Allmählich geht’s bergauf, bald laufen wir Slalom im „Urwald“ und es gibt Mücken ohne Ende - da hätten wir auch nach Skandinavien fahren können ;-).

Auf etwa 3.300 m verlassen wir den Wald und langsam auch die Mücken uns. Richtige Freude kommt trotzdem nicht auf, denn vor uns liegen Geröllfelder in ungeahnten Dimensionen: mittelgroße Steine, wo hin man schaut - die Sorte Geröll, die beim Ansehen schon in Bewegung gerät ;-/. Einige Bilder zeigen die Ausmaße und Beschaffenheit des Gerölls.

Wir suchen uns den besten Weg durch die Nordwest-Flanke und schlängeln uns hoch auf den Nordwest-Gratrücken des Mount Mellenthin. Auf dem Grat selbst geht’s etwas felsiger, aber auch abschüssiger zu - nicht sonderlich schlimm, trotzdem ist bei starken Windböen etwas Vorsicht an den steilen Abhängen geboten.

Im Pfeifkonzert von unzähligen Pikas, die hier im Geröll offensichtlich viel mehr Freude als wir haben, erreichen wir nach ca. 2,5 Stunden den Gipfel des Mount Mellenthin (3.854 m, 12.646 ft). Zu Begrüßung gibt’s erstmal Schnee- und Graupelschauer - na prima. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und damit ca. 40°C weniger als in unserem „Basecamp“ Moab erkunden wir den weitläufigen Gipfelbereich und sehen uns schon mal den höchsten Berg der La Mountains, Mount Peale (3.877 m, 12.721 ft), aus nicht allzu großer Ferne an - dort wollen wir in den nächsten Tagen auch noch hin. Nach eher ungemütlicher Rast geht’s dann an den Abstieg.

Diesmal nehmen wir den Nordwest-Gratrücken und die anschließenden Nordwest-Flanke. Anfangs sind wir noch der Meinung, dass unsere Überschreitung uns nicht in viel „schlimmeres“ Geröll als während des Aufstiegs führen kann. Tatsächlich wird’s aber bald noch unangenehmer. Vorsichtig geht’s also wieder gute 500 Höhenmeter über Wackelsteine hinunter, bei zunehmend besserem Wetter erreichen wir endlich den Waldrand. Die Freude währt allerdings nur kurz, denn nun gibt’s wieder Tausende Mücken - die hatten wir schon vergessen ;-/. Anfangs geht’s noch am Waldrand entlang. Als es dort zu sumpfig wird - sozusagen am „Epizentrum der Mückenbrut“ - nehmen wir die direkte Variante durch den Wald. Weiter oben haben wir uns deshalb immer wieder die ungefähre Lage des Geyser Passes eingeprägt, außerdem gelangt man bei Gehen nordwärts (Kompass) irgendwann eh auf die Geyser Pass Road. Wir kämpfen uns also durch das Dickicht und erreichen tatsächlich nach etwa 6 Stunden - bei ca. anderthalb Stunden für Pausen - wieder punktgenau unser Auto an der Geyser Pass Road.

Mit diesem geht’s nun zurück nach Moab. Bei einigen Zwischenstopps erkunden wir auf kurzen Spaziergängen noch die grandiose Landschaft - so z. B. am Fisher Point Overlook oder im Castle Valley. „Langsam" wird’s nun auch wieder wärmer …

Fazit:

Die Besteigung des Mount Mellenthin führt weglos (zumindest haben wir keinen Pfad gefunden) durch urwüchsigen Wald und vor allem über ausgedehnte Geröllflächen. Orientierungssinn, ständige Vorausschau nach der besten Route durch das wackelige Geröll und die oft zitierte Trittsicherheit sind hier wichtig. Nordwest-Fanke/Gratrücken sind u. E. besser zu begehen als Nordost-Fanke/Gratrücken. Eine Alternative wäre u. a. noch die Besteigung von Süden her - am Grat entlang, der zum Kamm zwischen Tukuhnikivatz und Peale führt, mit Start an der La Sal Pass Road. Wegvarianten sind z. B. auch auf summitpost.org beschrieben.

Kompass oder GPS können - insbesondere bei Wetterverschlechterung (keine Sicht) - ebenso erforderlich werden. Ansonsten bietet die Tour ein absolutes Kontrastprogramm zum Aufenthalt in den nahen Arches oder Canyonlands National Parks. So gibt es erhebliche Unterschiede in den Landschaftsbildern, Witterungsverhältnissen u. s. w. Und während man an den herausragenden „Sehenswürdigkeiten“ der National Parks eigentlich immer mit vielen anderen Besuchern unterwegs ist, herrscht auf den Bergen der La Sal Mountains quasi Einsamkeit - wir sind zumindest bei zwei Bergtouren im Juli niemanden begegnet.

Anmerkung:

Die Uhrzeiten der beiden eingesetzten Kameras unterscheiden sich um zwei Stunden, da ist bei der Zeitumstellung irgendetwas schief gelaufen ;-). Also, die Uhrzeiten der Fotos nicht so genau nehmen. Die Reihenfolge der Bilder passt trotzdem zur Chronologie der Tour.


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Tourengänger: pika8x14


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