Dass ich in den Iran reise und zwei Berge besteige ist nicht nur wegen des spannenden Berichtes von
Sputnik. An meinem Arbeitsort habe ich einen iranischen Mitarbeiter. Dieser hat mir schon früher den Speck durch den Mund gezogen. Als Wüstenfuchs bin ich natürlich empfänglich für diese Gegenden und so habe ich mich eines Tages entschlossen, den Spuren von Sputnik zu folgen..............
Der Sabalan liegt im Nordwesten von Iran in der Provinz Ardabil. Diese Provinz ist stark türkisch geprägt und so sprechen die Menschen dort auch türkisch. Die Kultur dieser Gegend unterscheidet sich auch sonst zu der der übrigen Irans. Traditionen werden stärker gelebt und die Menschen sind zurückhaltender als zum Beispiel in Teheran. Die Frauen sind in schwarze Schals verhüllt, nur das Gesicht ist sichtbar. Das Essen ist bekannt aus der Türkei mit Kebab, Fladenbrot und zu allem viel Joghurt und Buttermilch. Sehr gut ist der Tee, den man überall angeboten bekommt. Als Europäer kann man sich völlig unbehelligt bewegen, es sollten aber die einfachsten Regeln beachtet werden. Männer sprechen keine Frauen an und bei Besuchen der Frau auch nicht die Hand geben. Meist halten sich die Frauen im Hintergrund. Gegessen wird getrennt nach Geschlechtern.
Durch die Vermittlung meines iranischen Arbeitskollegen habe ich mich in Ardabil mit drei iranischen Männern getroffen. Zusammen wollten wir den Sabalan von Nordosten besteigen. Diese Seite ist am einfachsten und es findet sich auf 3'660m auch eine Schutzhütte. Von Süden ist der Berg recht stark mit Schnee und Eis gepanzert.
Nach der Ankunft am Morgen in Ardabil haben wir zusammen erst mal den Ort angeschaut und Vorräte eingekauft. Ein Besuch der alten Bazare ist beeindruckend. Leider wurde die Gegend 1996 stark von einem Erdbeben betroffen und viele alte Zeitzeugen zerstört. Nach der Stadtbesichtigung sind wir dann mit dem Auto ca. 80km nordöstlich bis Lahrud gefahren. Hier zweigt die Strasse ab und führt durch ein Tal stetig dem Berg entgegen. In der Nähe von Sarein stellen wir das Auto ab und lassen uns von einem Landrover weiterführen. Ab hier beginnt jetzt eine holprige und steile Piste. Nach langer, staubiger Fahrt kommen wir in Hoseinieh an. Dies ist eine Moschee und daran angegliedert ein paar Räume zur Übernachtung. Von diesem Platz auf 3'660m haben wir einen schönen Blick über die Ebenen.
Am Morgen früh noch bei Dunkelheit brechen wir auf. Der Älteste der drei hat den Berg schon oft bestiegen und zieht voran. Der Pfad führt zuerst recht steil über grobes Geröll und Blöcke. Die bizarren Felsformationen verleihen dem Aufstieg eine gespenstische Kulisse. Ab und zu brauchen wir die Hände für einige hohe Stufen. Ab etwa 4'400m beginnt die Schneekuppe und wir stapfen im Trittschnee weiter hinauf. Kurz unter dem Gipfel neigt sich der Hang schlagartig zurück und über flache Schneefelder gelangen wir zum Kratersee. Die Kulisse erinnert an einen alpinen Bergsee, nur sind wir hier auf 4'800m. Wie es sich gehört besteige ich den höchsten Punkt, danach umrunde ich den ganzen Krater. Leider ist die Sicht nach unten sehr dunstig und die braune Umgebung unter mir löst sich fast auf. Nach einer Pause drängen meine Begleiter zum Aufbruch. Sie haben kalt, kein Wunder, ihre Ausrüstung ist recht dürftig. Wollpullover und Nylon Trainingsanzüge sind ihre besten Stücke. Sie haben auch keinerlei Vorräte mit sich dabei, nicht mal einen Rucksack. Ich musste meinen fast verteidigen, denn wie kann man ohne etwas Nahrung und Getränk auf eine solche Höhe steigen?
Der gleiche Weg zurück wird mit jedem Meter nach unten sauerstoffreicher. Selbst beim Hinabsteigen merkt man bei zu schnellen Schritten sofort die Atemnot. Es wird auch immer wärmer und schlussendlich unten im Tal schwitzen wir wieder bei 35° Grad. Wir finden unter einem Baum einen schönen schattigen Platz und schlafen erst mal eine Runde. Danach fahren wir alle zufrieden und gemütlich zurück nach Ardabil. Dort trennen sich unsere Wege und ich nehme den Nachtbus nach Teheran. Es geht Richtung Damavand.........
An Ausrüstung braucht man Hochtourenkleider, warme Jacke und Stöcke. Sonst keine technischen Geräte nötig. Steigeisen braucht es nicht, es ist zu wenig steil um sie einsetzen zu müssen. Schlafsack, Matte und ev. Zelt. In der Schutzhütte keine Verpflegungsmöglichkeit. Vorräte und Kocher von Vorteil.
























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