Baou de St. Jeannet - La Dominante


Publiziert von simba , 12. Juni 2011 um 16:46.

Region: Welt » Frankreich » Provence-Alpes-Côte d’Azur
Tour Datum: 9 Juni 2011
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: V+ (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: F 
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 400 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Nizza über Gattieres nach St. Jeannet. Dort durch die teils sehr schmalen Gassen immer geradewegs durch den Ort hindurch bis zu Parkplatz mit großen Bäumen am Ortsende. Oder vor dem Ortseingang auf großem Parkplatz rechts parken und zu Fuß durch den malerischen Ort.

Schon von Nizza sticht der wuchtige Klotz des Baou de St. Jeannet dem Betrachter ins Auge. Bis zu 250 Meter hoch ragen die Kalkwände über dem malerischen Örtchen St. Jeannet  in die Höhe. Sie bieten auf engstem Raum eine solch große Anzahl 10 bis 14 SL langer Kletterrouten (teils namhafter Erstbegeher wie Marcel Malet oder Patrick Berhault), dass man problemlos einen 10-tägigen Urlaub füllen kann.

Zustieg: Vom Parkplatz folgt man dem Weg zu einer Kapelle. An dieser steigt man rechts vorbei in Richtung der Wand. Der Pfad verläuft stetig ansteigend, teils mit lila Strichen markiert unter der gewaltigen Wandflucht. Man erreicht eine Felsstufe, die durch eine Kaminverschneidung erklettert wird (T5, II+). Danach folgen immer wieder leichte Kletterstellen bis man einem Pfad nach links folgen kann. Dieset verläuft zunächst flach, steigt dann nochmals steil an in Richtung der Wand. Entlang eines Fixseils geht es zuletzt hinauf in eine auffallend gelbe, riesige Höhle.

La Dominante (V+)
Die Route verläuft im linken Wandteil und nutzt geschickt den einfachsten Weg durch die teils enorm plattige und ungegliederte Wand. Highlight ist ein sehr ausgesetzter Quergang in der 4. SL.
Die Absicherung ist großteils gut. Alle Stände und die meisten Zwischenhaken sind gebohrt. Insbesondere im oberen Teil und in den Quergängen gibt es aber auch teils nur alte Normalhaken. Die Tour hat 13 eingebohrte Stände. Mit einem 70 Meter Seil, können aber leicht einige SL zusammengehängt werden. 
Der Fels ist durchweg fest und weist dafür, dass die Route ein Klassiker ist, keine nennenswerten "Verschleißerscheinungen" in Form polierter Stellen auf.

1. SL: Wir kletterten den direkten Einstieg (V+). Zunächst geht es plattig nach rechts empor, dann nach links in eine sehr glatte Verschneidung, sehr gut abgesichert.
2. SL: Zu Beginn kurz und steil an einem Riss empor (V, 1 BH), danach ein Stück Gehgelände bis man nach rechts über einen flachen Sporn (III+, 2 BH) weiterklettern kann. Stand an auffallender roter, kristalliner Wand unter riesigem überhängenden Pfeiler.
3. SL: Kurz gerade hoch zu BH, dann kurzer leicht überhängender Quergang nach rechts (Sanduhr mit Kette) um die Kante des Pfeilers herum. Kurzer ausgesetzter Quergang zum Stand.
4. SL: "Le Boulevard". Sehr ausgesetzter (man bewegt sich über großen Überhängen), offensichtlicher Quergang (IV, mehrere Zwischhaken unterschiedlicher Qualität). Am besten nutzt man nicht den ersten eingebohrten Stand, den man nach ca. 25 Metern findet, sondern geht noch ca. 15 Meter weiter zu einem weiteren.
5. SL: Fortsetzung des Quergangs. Aber deutlich leichter (III+), besser abgesichert und weniger ausgesetzt. Am Ende durch einen kurzen Riss zu bequemem Stand in Baumgruppe (guter Rastplatz).
6. SL: Über dem Stand gerade hoch und linksherum über den kleinen Überhang (V+, 3 BH). Danach leichter durch eine Verschneidung nach links ansteigen. Stand links auf Bändchen.
7. SL: Zunächst eine plattige Wand mit schönen Leisten nach links zu einem Bäumchen ansteigen (V-, 3 alte NH). Danach zuerst über Platten, dann an einem seichten Riss unter das Dach ansteigen und dieses absteigend nach links queren (V-, 2 BH). Zusätzliche Absicherung in dieser SL sehr ratsam.
8. SL: Die Kaminverschneidung links über dem Stand empor (IV-, 2 BH). Dann über gestuftes Gelände mit einigen Bäumchen zu Stand.
9. SL: Entweder direkt den Bohrhaken über die Platte folgen (wohl ca. VI / VI+) oder wie wir auf der Originalroute kurz nach links queren und dann über teils gestuftes, teils plattiges Gelände ansteigen (IV+, abgeeshen von alten Normalhaken komplett selbst abzusichern). Stand am Rand eines riesigen Kessels unter der Schlusswand an 2 BH auf dem Boden.
10. SL: Da diese hinter dem Türmchen beginnt, vor dem der letzte Stande lag, muss man zunächst gehend und Seil tragend um dieses herum steigen, bevor die SL startet. Anschließend geht es auf einem wenig ausgeprägten Sporn durch mehrere Verschneidungen und über Klemmblöcke empor (IV+, regelmäßig Zwischehaken). Stand auf dem Gipfelplateau an Sanduhren oder Köpfelschlinge.

Abstieg: Den Pfadspuren durch das blockige Karstgelände folgen bis man auf einen gelb markierten Pfad stößt. Auf diesem gut ausgeschildert nach St. Jeannet (T2).

Topo: Alpe Maritimes (Jean Claude Raibaud). Mit dem Topo allein allerdings kaum zu finden. Besser noch ein Wandfoto mitnehmen. DIe ins deutsche übersetzte Beschreibung von camptocamp.org war ebenfalls - bis auf die marginal untertriebenen Schwierigkeitsangaben - sehr hilfreich.

Material: Mind. 40 Meter Seil, kleine/mittlere Friends, eventuell auch Keile.

Tourengänger: simba


Galerie


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T2
8 Nov 12
Baou de Saint-Jeannet · Max

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