Zu den Reisterassen von Batad – eine Wanderung auf den Philippinen


Publiziert von Leopold , 26. Oktober 2009 um 14:37.

Region: Welt » Philippinen
Tour Datum:17 Oktober 2009
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Strecke:Batad Junction - Batad und zurück
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ab der Ortschaft Banaue mit dem Tricycle ca. 12 Kilometer über schlammige Pisten zur Kreuzung Highway - Batad
Unterkunftmöglichkeiten:Gut in Banaue. Man kann sehr einfach auch in Batad übernachten.

Es ist Nebensaison und zudem Regenzeit. Erst kürzlich zog ein Taifun über den

Norden der Philippinen hinweg. Dabei verschwanden ganze Strassen und leider auch

manches Dorf unter Schlammmassen. Bis zuletzt wusste ich nicht, ob

das Dorf Banaue, das sich gut 350 Kilometer nördlich von Manila befindet, auch erreichbar ist. Schließlich – nach einigen Rückfragen per Telefon – kaufe ich mir das Busticket. Es geht mit einem Nachtbus von Manila nach Norden. 9 Stunden dauert die Fahrt. Da ich meine Fahrkarte erst im letzten Moment kaufe, bekomme ich nur einen

Platz ganz hinten. Erinnerungen an Schikurse werden wach … In der letzten Reihe

sitzt eine Nonne, auf dem Gang wird eine geschnitzte Heiligenfigur deponiert.

Allein die Anreise ist schon ein Erlebnis für sich. Neben mir im Bus ist Joey, ein junger Filipino. Es könnte nicht besser sein! Die Heiligenfigur stammt von ihm. Joey fährt einmal in der Woche nach Manila, um seine Kunstwerke zu verkaufen. Ist er in seinem Heimatdorf Banaue, arbeitet er als Fremdenführer, als Fahrer von Tricycles, als Tourguide – es gibt nichts, was Joey nicht machen oder vermitteln kann. Bei ihm bin ich für die nächsten beiden Tage in guten Händen.

Eine Wanderung zwischen den Reisterassen ist jedenfalls ein Erlebnis. Die Geschwindigkeit unseres Alltages nimmt auf den engen Steigen drastisch ab. Nach einer Anreise von gut 90 Minuten über eine sehr schlammige Piste – die cirka 15 Kilometer werden stilgerecht in einem Tricycle absolviert – komme ich zur Abzweigung nach Batad. Zunächst geht es über eine Schotterstrasse zum „Saddle“. Nach 40 Minuten ist man dort. Hier endet der öffentliche Verkehr. Bevor ich weiter wandere trinke ich erst einmal ein Bier. Es ist wichtig, Geld an den richtigen Stellen zurück zu lassen. Batad ist ein Dorf mit 1500 Einwohnern, nur erreichbar über Pfade durch den Dschungel. Kaum dass es Strom gibt. Mehr als 90 Minuten ist man ab dem Sattel unterwegs. Aber die Kulisse ist atemberaubend: Batad liegt mitten zwischen gut 1000 Jahre alten Reisterassen. Eingefasst sind sie mit Steinmauern. In der Ortschaft kann man auch übernachten. Leider ging sich das für mich nicht aus – nur ein Tag stand zum Wandern zur Verfügung. Zu meinem Leidwesen, konnte ich auch nicht zu den Tappiya Wasserfällen weiter! Regen und rutschige Wege waren eine Spur zuviel. Ich gebe zu dass hier Trekkingschuhe angebracht wären. Meine Turnschuh-Windjacken Kombination war wie üblich ein fauler Kompromiss. Speziell bei Regen ist der Pfad nicht so angenehm. Schlammig, abschüssig steil und wenig begangen ist er jedenfalls So belasse ich es bei Banaue, trinke im Ort einen Kaffee, unterhalte mich dabei mit der Wirtin und bekomme interessante Details über das Leben der Einheimischen zu erfahren.

Ja, Strom hätten sie mittlerweile. Auch wenn manche Gäste lieber noch die fernsehfreie und kerzenlicht bestimmte Atmosphäre bevorzugten. Was soll ich sagen? Ich hätte es auch gern ohne Fernseher! Aber den Leuten geht es mit Stromanschluss hier besser, und nur das zählt.

Die Region Ifugao ist ein Paradies für hiker. Man muss Zeit haben, aber man erlebt: zwischen und abseits des touristischen mainstreams Gastfreundschaft, eine herrliche Naturkulisse, freundliche Menschen und viel Inspiration. Sanfter Tourismus in Reinkultur. Herz, was willst Du mehr?!


Tourengänger: Leopold

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