Tössquellgebiet


Publiziert von Cyrill , 12. März 2007 um 18:38. Diese Seite wurde 1034 mal angezeigt.

Tschau Matthias, in der Tat das Tössquellgebiet hat seine Reize. Für mich vorwiegend als 'Trainings-Arena' für die grossen Dinger  und als 'Schlechtwetter-Alternative'. Was ich schade finde, dass dieses Gebiet noch nicht zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, wo die Forstwirtschaft verbannt wird. So wie im Sihlwald! Genauso schön und wild wie der Zauberwald Sihlwald. Es wäre doch toll, wenn man diese Biosphäre verwildern lassen würde und die intensive forstwirtschaftliche Nutzung aufhört. Das Gebiet ist ideal dafür! Ferner würden dann die Westwändchen und Ostgrätchen noch wilder. Besteht da wohl eine Chance? Wollen wir gemeinsam bei den angrenzenden Gemeinden eine Petition einreichen?



Kommentare (27)


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Sputnik Pro hat gesagt: Super Idee!
Gesendet am 12. März 2007 um 20:01
Ich habe nur zwei (kleinere) ZH-Oberland-Gipfel >T3 gemacht, alle anderen waren mehr oder weniger Wanderungen. Hätte ich sie nicht schon besucht, würde ich natürlich auf Deltas Spuren gehen ;-)

Die Links und Fotos der beiden Berge (Stoffel und Ensberg) habe ich in der Community eingetragen.

Übrigens finde ich es eine super Idee einen ZH-Führer zu schreiben - werde ihn natürlich auch zulegen wenn er in der Buchhandlung steht! ;-)

ossi hat gesagt: Neutouren und Forstwirtschaft
Gesendet am 12. März 2007 um 20:16
Ich werde mir Mühe geben, ab und zu mal wieder eine Neubegehung zu versuchen. Frühling und Spätherbst/Winter sind wohl ideal, wenn die Alpen zum Wandern nicht mehr in Frage kommen (mit Ausnahme dieses Winters). Der Oberlandführer wird wohl noch die ultimative Freaklektüre des Jahres ;)!
Forstwirtschaft: Das mit der Nutzung ist mir auch aufgefallen, das habe ich vorher gar nicht so bemerkt. Weiss denn jemand, weshalb da soviel und wozu genutzt wird?

dabuesse hat gesagt: Forstwirtschaft
Gesendet am 12. März 2007 um 21:14
ZUm Thema Forstwirtschaft: Vor Jahren ist mir bei der Wolfsgrueb (Pass zwischen Tössscheidi und Wald) mal eine Tafel aufgefallen, wo Informationen über die Forstwirtschafliche Nutzng des Tössquellgebietes stehen. Habe das Zeugs natürlich gelesen,doch viel weiss ich nicht mehr was stand (weiss nicht mal mehr wo genau die Tafel ist, ob sie überhaupt noch existiert, muss mich das nächste mal achten wenn ich dort bin). Was mir geblieben ist, war das Foto, dass es auf der Tafel hat, vor 50 oder noch mehr Jahren, da war der ganze Tössstock abgeholzt. Das ganze Gebiet wurde dann wieder künstlich aufgeforstet.
Was ich über das Gebiet auch noch weiss ist, dass dort (im Gebiet des Tössstockes) Luchse ausgesetzt worden sind. Nähere Infos findet man auf http://www.luno.ch/
Zum Alpinführer: Hab mir auch mal ein paar Berglein kraxeln vorgenommen. Der unscheinbare Batzberg (zwischen rüti und wald) kenn ich gut. Wollte auch gestern einen Bericht schreiben, doch leider hat es alles beim Upload gelöscht:(
Der Berg der mich am meisten interessiert ist der Bachtel, quasi mein grosser Hausberg. Schon sicher 2 hundert mal oben gewesen (mit Velo), jedoch nie Bergsteigend.

Schlumpf hat gesagt: RE:Forstwirtschaft
Gesendet am 13. März 2007 um 19:51
Das mit der Forstwirtschaft ist mir auch schon aufgefallen, wenn man nicht gerade am Sonntag unterwegs ist, hört man bestimmt irgendwo in den Tössbergwälder eine Kettensäge, es sieht dann auch dementsprechend aus. Wieso dass gerade in diesem Gebiet die Forstwirtschaft so auf hochtour lauft kann ich auch nicht sagen, ist aber an anderen Orten auch nicht viel besser, nur die Landschaft wäre hier wie Cyrill auch sagt für ein Naturschutzgebiet perfekt. Ich denke viel an dieser Situation ist aber nicht zu ändern.
Was bei Groeberman der Bachtel, ist bei mir das Hörnli, ich war schon so viel dort oben, aber seit ich Deltas Tour über die Hörnli-Westwand nachgestiegen bin, hat der Berg wieder seinen neuen Reiz und noch viele verschiedene Varianten um das Bergrestaurant zu erreichen, da freue ich mich drauf.

dabuesse hat gesagt: Forstwirtschaft
Gesendet am 13. März 2007 um 20:44
Hab etwas gefunden im Netz, lest den Artikel doch mal:

http://www.woz.ch/artikel/inhalt/2007/nr07/Schweiz/14554.html
Eine Zentrale Aussage:"«Unser Wald erbringt bei richtiger Pflege andere, langfristige Leistungen wie Lebensraumaufwertungen für seltene Tiere und Pflanzen und Schutz vor Erosion und Überschwemmungen. Der Ertrag vermag die Kosten für unseren Aufwand nicht zu decken. Den Wald zu pflegen, ist jedoch günstiger, als teure Schwemmschäden zu flicken.»"

Scheinbar ist es für die Artenvielfalt besser in einem lichten Wald, als in einem dichten, wilden Wald. Es wird hier auf menschlicher Basis versucht eine naturnahe Kulturlandschaft aufrechtzu erhalten, scheinbar teilweise auch mit hohen finanziellen Mittel. Die Frage ist die, ob es dies bringt oder nicht. Fact ist, dass die Zahl der Arten vor den menschlichen Eingriffen sicher nicht grösser war als sie jetzt ist. Das gilt, so viel ich weiss (bin mir nicht sicher) auch für Alpwiesen oder generell für die Natur Kulturlandschaften. Der Mensch ist aber sicher nicht der grosse Zerstörer, was die Artenvielfalt betrifft, vielmehr versucht er doch selber irgendwie Schöpfer zu spielen und will Artenvielfalt für jeden Preis. Ich selber bin auch für Artenvielfalt, aber nur im Rahmen dessen was vorher schon vor der menschlichen Tätigkeit an den entsprechenden Orten existiert hat. Von mir aus kann man auch die Artenvielfalt etwas erhöhen, doch die Mittel die gebraucht werden und der Verlust den man in Kauf nimmt (zB eben der Lärm oder die Entwilderung des Tössquellgebietes) sollten sehr begrenzt sein. Ich meine, ich habe nichts gegen Luchse.
Zum Thema Nachhaltige Energiewirtschaft mit Holz kann ich nur soviel sagen, dass eine flächendeckende Versorgung mit Holzenergie sehr viel Platz braucht, den wir hier in der Schweiz nicht haben. Mit Windrädern oder der Solartechnologie, Ersonden, etc. kann man viel mehr erreichen.
Daher finde ich ist die ganze Forstwirtschaft im Tössquellgebiet unverhältnismässig und vermindert doch die Freude dermeisten Naturliebhaber.

ossi hat gesagt: Forstw. und Nagelfluh
Gesendet am 14. März 2007 um 07:47
Wow, da kommt richtig viel Wissen zusammen in so einem Forum. Ich war gestern im Früetobel und habe eine neue Tour gemacht. Faszinierend, wie sich da immer neue Welten erschliessen. Es gibt dort hinten übrigens noch das eine oder andere Spörnchen, das bestiegen werden will. Auch die Nagelfluhwände sehen theoretisch besteigbar aus. Ich habe aber den Eindruck, dass die überhaupt nix aushalten. An eine Besteigung mit Keilen und so trau ich mich nicht.Vielleicht könnte man von oben abseilen und eine Durchsteigung zuerst gesichert versuchen. Durch Abseilen werden aber Bäume beschädigt (Umlenkungen), was eben auch nicht unbedingt passt in eine "Naturschutzzone Tössbergland".

Cyrill Pro hat gesagt: Tösstal und Co.
Gesendet am 16. März 2007 um 09:12
Es kommt nicht nur viel Wissen zusammen, sondern auch viele Ideen. Das schätze ich generell an diesen Bergsportseiten. Ich finde auf Ihnen neue Inspirationen und Ideen von Touren, die ich nachahmen kann. Wenn Schlumpf oder Fenek eine coole Tour gemacht haben, die ich nicht kenne, dann überlege ich mir ob ich die mal nachgehen soll. Der Vorteil ist das es hier mehr Fotos hat als in einem Führer und dadurch bekommt man ein besseres Bild der Tour. Hikr und Co. sind eine Quelle von Ideen. Vom Schnebelhorn bis zum Matterhorn, alles ist vertreten! Long life Hikr and the others.

ossi hat gesagt: RE:Tösstal und Co.
Gesendet am 16. März 2007 um 14:37
Vom Schnebel- bis zum Matterhorn....das find ich ja auch das Tolle. Hier findet wirklich jede Route ihren Platz, man muss sich gegenseitig nicht überbieten mit Superlativen.

Schlumpf hat gesagt: RE:Tösstal und Co.
Gesendet am 16. März 2007 um 20:02
Ich informierte mich schon immer vià Internet über die Tour die ich vor hatte, ich suchte anfangs im Google und kam dann auch so auf die Hikr Seite wo ich begeistert ganze Abende darin verweilen kann. Weiter so!
Wie Cyrill sagt: Long life Hikr!!!

ossi hat gesagt: tösstal
Gesendet am 17. März 2007 um 22:25
Zum Thema Tösstal: Es gibt ein kleines Buch "Erlebnis Tösstal", das einige der Tösstaler Giessen, Höhlen und Burgen mitsamt ihrer Geschichte beschreibt. Eigentlich ist es als Exkursionssammlung für Schulreisen gedacht, lesenswert ist es aber allemal.
Übrigens ist auf dem Dägelsberg -wenn ich das recht gesehen habe- die Höhe mit 1249m angegeben, das wären 20m zu wenig!!

ossi hat gesagt: T6 im Tösstal?
Gesendet am 19. März 2007 um 09:14
Gibt es T6 im Tösstal? Nun,ich erinnere mich an meine Guppenwand-Begehung oder an die Tour Grappenhorn-Speer (ist hier bei hikr auch mit T6 bewertet): Am Hinter Warten oder an einer kurzen Stelle im Früetobel brauchte ich mehr Konzentration als etwa am Guppen oder Speer, das Gelände war auch heikler. Die vielen Bäume und die Wurzelgriffe vermitteln aber ein Gefühl der Sicherheit, was eben auch irgendwie in die Bewertung einfliessen müsste. Mein Fazit: Ich weiss nicht so recht, ob man im Tösstal mit T6 bewerten kann. Vermutlich fehlen mir auch noch genügend Beispiele von T6-Touren, so dass eine Einschätzung schwierig ist. In jedem Fall fand ich die bisherigen T5-Touren im Tösstal anspruchsvoller (oder mindestens gleich)als einige T5-Touren in den Alpen, so z.b. Schnüerliweg oder etwa Brünnelistock von Plattenberg-Mürli aus.

Ah ja, habe an der Hinter Töss Richtung Tössstock noch einige (vermutlich nur kurze) seeeehr heikle Projekte über beinahe senkrechte Spörnchen gesichtet.

Delta Pro hat gesagt: RE:T6 im Tösstal?
Gesendet am 19. März 2007 um 09:23
Ciao Ossi!
Delta's back. ;-) Cool, wie die Community läuft! Interessante Diskussionen und eine tolle Ideen-Börse!
Ich bin der Meinung - wie ich das in einigen Berichten auch schon angetönt habe - dass man die schwierigeren Tössbergland-Touren nicht mit der T-Skala bewerten kann. Die Bespieltouren beziehen sich ausschliesslich auf alpines oder voralpines Terrain. Die Anforderungen bei uns zu Hause sind komplett anders. Deshalb habe ich auch meine Touren mit T5 bewertet. Bin aber komplett einverstanden, dass viele Aufstiege durchaus T6-Anforderungen haben.
Für das "Alpin-Führer"-Projekt hatte ich einmal eine eigene Schwierigkeitsskala für Oberland-Touren entworfen. Diese müsste man noch verfeinern.
Ich denk, das wird was mit dem Führer! Ein Gemeinschaftsprojekt von hikr.org! Trag doch bei Gelegenheit Deine Touren auch noch in der Community ein, damit wir alles vereint haben.
Gruss Delta

Schlumpf hat gesagt: RE:T6 im Tösstal?
Gesendet am 19. März 2007 um 20:24
Erst mal Gratulation an Delta für deine Walliser-Woche, muss super gewesen sein!
Ich finde auch dass Alpinwandern, anspruchvolles Alpinwandern und schwieriges Alpinwandern nicht passend ist für das bewaldete Tössbergland mit Hügel nicht höher als 1300 Meter, die jedoch teilweise sehr anspruchvoll sind.
Eine eigene Schwierigkeitsskala find ich eine gute Idee und bin gespannt auf Deltas Prototyp.
Habe beim Aufsieg zum Roten div. Sporne gesehen die auf die Hirzegg führen, einer hat mich besonders angemacht. Hirzegg-Westwand ich werde kommen!
Das schöne ist doch dass man auf jeder Tour soo viele neue Möglichkeiten sieht um sich ein schöner Tag zu machen.

Delta Pro hat gesagt: RE:T6 im Tösstal?
Gesendet am 20. März 2007 um 07:42
Hirzegg-Westwand - tönt tiptop! Wünsche Dir viel Glück bei Deiner ersten "Erstbegehung"!
Das ist es genau - Das Tössbergland, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Gruss

dabuesse hat gesagt: Gebiet ZO
Gesendet am 19. März 2007 um 19:47
Wichtig wäre noch eine Defintion des Gebietes Zürcher Oberland . Ich meine das Tössquellgebiet ist noch lange nicht das ganze Zürcher Oberland. Zum Beispiel am Bachtel, Allmen oder eventuell sogar am Pfannensteil, die nicht zum Tössquellgebiet gehören verstecken sich sicher noch einige unbekannte Touren. Werde vor allem dem Bachtel in naher Zeit etwas nachgehen. Dann das Gebiet um Atzmännig, inkl. Höchhand oder Farner gehören auf der Karte nicht mehr zum Kanton Zürich. Man müsste das Gebiert Zürcher Oberland noch etwas konkretisieren.
Die Kraxlerei an Wurzelgriffen hat tatsächlich einen anderen Charakter als auf nacktem Stein. Ich als noch "Nicht Kletterer" fühle mich recht sicher auf solchen Wurzelkraxelpassagen. In meiner Kindheit habe ich oft neben unserem Haus in solchem Gelände gespielt, dh auch gekraxelt. Da ist zum Glück noch etwas geblieben:)

Delta Pro hat gesagt: RE:Gebiet ZO
Gesendet am 19. März 2007 um 20:03
Da sprichst Du in der Tat einen wichtigen Punkt an. Wie wird das Züri Oberland umrissen?
Es gibt viele Definitionen von Züri Oberland - poolitisch, geographisch, geomorphologisch. Für mich als Erdwissenschaftler zählt natürlich die letzte Abgrenzung. Unter "Züri Oberland" verstehe ich das GEBIRGE, das sich NW des Rickens befindet und sich aus den Gesteinen der Oberen Süsswassermolasse zusammensetzt. Meiner Ansicht nach ist das "Gebirge" gegen Westen recht klar abgegrenzt (Pfäffikersee, Rüti, usw.). Gegen Osten dehnt es sich auch in den Kanton St. Gallen aus. und läuft gegen Norden allmählich in Hügelland aus.
Tatsächlich besteht das Züri Oberland aus diesem Blickwinkel nicht nur aus dem Kanton Zürich, weshalb dieser Name wahrscheinlich nicht so sinnvoll ist. Ich habe deshalb in meinen Tourenbeschreibungen des öfteren versucht, ihn durch "Tössbergland" zu ersetzen, da sich dieser Begriff nicht auf etwas Politisches bezieht.
Der Pfannenstiel usw. gehört ganz klar nicht mehr zum Züri Oberland - was aber längst nicht heissen will, dass es dort keine spannenden Touren mit "Züri Oberland-Charakter" gäbe.
Gruss Delta

dabuesse hat gesagt: RE:Gebiet ZO
Gesendet am 19. März 2007 um 20:52
rein Geographisch ist das Gebiet Zürcher Oberland die Bezirke Hinwil, Uster, Pfäffikon sowie die Tösstalteile von Winterthur. Das Gebiet ist geomorphologisch in 2 Teile unterteilt. Die glazial geprägte Landschaft im Westen, mit Ebenen, Seen und Drumlins und die durch Nagelfluh Schuttfächer gebildete Hügellandschaft im Osten, auch genannt Tössbergland.
Der Name Tössquellgebiet ist unsauber und zu lokal. Der Name Zürcher Oberland ist zur Beschreibung des Gebietes ebenfalls unsauber. Der Name Tössbergland trifft aber genau auf das gemeinte Gebiet zu und ist für mich auf jedenfall der richtige Bergriff.
Der Pfannensteil gehört zum Zürcher Oberland, jedoch, das ist klar, nicht zum Tössbergland. Das Bachtelgebiet gehört aber sicher zum Tössbergland.
Weisst du gerade wie man den Batzberg (zwischen Rüti und Wald) geologisch einordnet?

Delta Pro hat gesagt: RE:Gebiet ZO
Gesendet am 20. März 2007 um 07:40
Gute Analyse!!
Bezeichnen wir fortan das Gebiet als "Tössbergland"!
Vom Batzberg weiss ich leider nix, sorry.

ossi hat gesagt: RE:Gebiet ZO
Gesendet am 20. März 2007 um 09:35
Da kann man als ungelernter Nagelfluh-Fetischist nur staunen, welches Wissen hier sichtbar wird! Ich schlage vor, dass Eure Ausführungen ähnlich wie bei den SAC-Führern in einem einleitenden Kapitel erläutert werden. Jetzt brauchen wir noch jemanden, der botanisch und faunamässig auf der Höhe ist, dann sind wir schon nahe dran an den SAC-Büchern.
Für Delta und die Tourensammlung noch meine Routen:
Früetobel "breiter Sporn" auf die Stralegg
Früetobel Hauptsporn mit Quergang nach Norden und Ausstieg unmittelbar nachdem die erste Wandzone in Wald übergeht
Hinter Warten in der Fallinie mit Ausweichen nach Osten
Brüttental-Warten über den auffälligen Nordostsporn (T3 mit zwei sehr kurzen T4-Stellen; folgt irgendwann mal in einem Bericht; wenig interessante Route)
Viele Grüsse allerseits!

ossi hat gesagt: fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 23. März 2007 um 09:58
An die Erdwissenschaftler auf hikr: Ich habe in einem Bericht zur Forstwirtschaft gelesen, die Waldböden im Tössgebiet seien sehr fruchtbar. Aufgrund der Niederschläge und der Wasserundurchlässigkeit der Nagelfluhböden kann ich mir das gut vorstellen. Aber sind die Molassegesteine auch reich an irgendwelchen Mineralstoffen??

dabuesse hat gesagt: RE:fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 29. März 2007 um 22:56
Kann dir leider noch nicht eine saubere Antwort lieber, da ich erst im 2. Semster bin. Momentan darf ich mich erst mit linearer Algebra, Chemie, etc herumschlagen. Ab dem 3. Semester wird das Studium dann speziefisch. Im Mai habe ich eine Exkursion in der "Oberen Süsswassermolassse", mal schauen was dort rauskommt.
Delta weiss es vielleicht. Ich kann nur soviel sagen, dass die Nagelfluh ein Konglomerat aus diversen aus den Alpen erodierten, abgerundetet Gesteinen ist, seinen es Quarzite oder vor allem Kalke. All diese Steinchen sind mit Kalk verbacken. Da grosse Diversität kann ich mir gut vorstellen dass die Nagelfluh Mineralstoffreich ist.

Sputnik Pro hat gesagt: fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 30. März 2007 um 08:09
Da die quarzhaltiegen Silicate sind und durch kalkhaltige Sedimente konglomeriert sind, kann man sicher sagen dass sie sehr Silicium und Calciumreich sind... nur sind das eben nicht gerade wertvolle Elemente die abgebaut und als solche im grösseren Mengen isoliert werden.

dabuesse hat gesagt: RE:fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 30. März 2007 um 11:56
In den Silicatgesteinen hat es nicht nur Silicium. Da die Si04 tetraeder (grundbaustein der Silicatmineralen) negativ geladen sind, müssen sie durch diverse Kationen wie Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Aluminium und so weiter ergänzt werden (Ladungsausgleich). Bei der chemischen Verwitterung werden diese Kationen, ausser Aluminium meist herausgelöst unter Bildung von SiO2 (Quarz) und sogenannten Tonmineralen, die dann zur Bodenbildung beitragen. In der Nagelfluh findet man jedoch meist Geröll als das Produkt physikalischer Verwitterung (zerkleinerung, rundung des Gestein).

ossi hat gesagt: RE:fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 31. März 2007 um 20:55
Ja danke schön für Eure profunden Auskünfte! Ich frag dann mal noch die Nagelfluh selber, die müsste es als direkt Betroffene am besten wissen ;).

dabuesse hat gesagt: RE:fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 31. März 2007 um 21:50
In 2 Jahren dann kann ich eine vollständige und saubere Antwort liefern:)
Momentan liegt leider wieder etwas Schnee. Doch der wird Ende des nächsten Wochenendes grösstenteils wieder geschmolzen sein

Alpin_Rise hat gesagt: RE:fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 1. April 2007 um 09:43
Als Umweltingenieur müsste ich auch noch was dazu wissen!
Wie schon gesagt, ist die Süsswassermolasse (aka Nagelfluh) ein Konglomerat aus verschiedensten Gesteinsarten, die von Sediment, auch verschiedenster Art, zusammengehalten wird. Dadurch kann das Gestein basisch (Kalk) oder sauer (Granit, Urgesteine) wirken, je nach lokaler Gegebenheit. Wie mir die Tössberglandbergsteiger sich bestätigen können, ist das Gestein alles andere als fest, Erosion ist überall zu sehen --> begünstigt Lösung von Mineralstoffen. Das ist der Pflanzenvielfalt und Fruchtbarkeit sicher zuträglich.
Ausserdem liegt das Tössbergland für ein Gebirgszug dieser Topografie relativ tief (Wärme) und ist sehr niederschlagsreich, was die Produktivität an sich erhöht. Man findet die verschiedensten Standorte, von sehr trocken bis sehr feucht, also fühlen sich verschiedeste Arten wohl.
Um meine Aussagen zu untermauern, müsste ich wohl die Waldstandortkarte konsultieren und die Bewirtschaftungszahlen studieren, aber so aus dem hohlen Bauch dürften obige Faktoren eine Rolle Spielen.

Zur Geografischen Abgrenzug will ich mich als "Toggenburger" nicht einmischen. Wie wärs mit Thur-Töss-Molasse Gebirge?;-)

Spannende Diskussionen zu einem alpinistische vernachlässigten Gebiet, weiter so!

dabuesse hat gesagt: RE:fruchtbares Molassegestein?
Gesendet am 1. April 2007 um 14:32
Super. Danke für die Infos. Umweltingenieur ist sicher auch eine spannende Richtung.


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