Skitourenreise Aladaglar - Erciyes Dağı


Published by Matthias Pilz , 15 March 2023, 07h54.

Region: World » Turkey
Date of the hike:28 February 2023
Mountaineering grading: PD+
Ski grading: D
Waypoints:
Geo-Tags: TR 
Height gain: 1720 m 5642 ft.
Height loss: 1680 m 5510 ft.

Der Erciyes ist ebenfalls ein erloschener Vulkan und 3917 Meter hoch. Der Berg zählt zu den berühmtesten Zielen der Region und wird Sommer wie Winter von Hundertschaften von Touristen besucht - dies gilt allerdings nur für die Besichtigung des Berges von unten, nicht seine Besteigung. Allerdings tummels sich an seinen Hängen im Winter zahlreiche Skifahrer, das Skigebiet Erciyes ist das größte der Türkei und bietet eine Vielzahl schöner flacher Pisten und moderne Liftanlagen. So können diese Liftanlagen auch zur Erleichterung seiner Besteigung genutzt werden - wir machen ihn natürlich ohne Lifthilfe. 
Während der erste Teil bis zum Beginn des Gipfelaufbaus technisch einfach ist, so erfordert die steile Ostrinne (Satanscolouir) sichere Gehtechnik und Ausdauer für nur knapp weniger als 100 Spitzkehren. Zuletzt muss ein kurzer Grat überklettert werden um den "offiziellen" Gipfel mit türkischer Fahne zu erreichen, der höchste Punkt liegt auf einem brüchigen Felskopf direkt daneben und ist rund 10 Meter höher. Laut Recherche ist die Kletterei im unteren vierten Grad brüchig, es gibt ein paar Schlaghaken und oben eine Abseilschlinge.
Unseren Aufstieg begannen wir also beim Parkplatz des Skigebiets deutlich vor Liftbeginn, so entgeht man auch dem Trubel. Entlang der Piste steigen wir hinauf, bald werden wir von einem Pistenarbeiter auf die Notwendigkeit eines Permits aufgeklärt, mit mehr oder weniger großem Erfolg wegen der schlechten Google-Übersetzung. Die Genehmigung sei offenbar bei der örtlichen Polizeistation erhältlich, Benni erklärt sich bereit diese einzuholen während wir den Aufstieg fortsetzen. Nach wenigen Minuten erhalten wir einen Anruf, dass die Polizei noch nie etwas von einer solchen Genehmigung gehört habe. 
So setzen wir unseren Aufstieg fort, andere Gruppen sind keine unterwegs. Dafür beginnt der Liftbetrieb und exakt als wir das Skigebiet verlassen tummeln sich die ersten Skifahrer auf den Pisten. Über sanfte Böden geht es immer in Richtung Gipfel, vor der Satansrinne machen wir noch eine ausgiebige Pause, heute bei hitzigen Temperaturen. Und so verwundert es auch nicht, dass unsere Felle beim Betreten der schattigen Rinne enorm zu stollen beginnen - mehr oder weniger, denn Karl und Richi bleiben weitgehend verschont und ziehen so deutlich schneller ihre Spuren Richtung Gipfel. 
Die von unten endlos erscheinende Rinne entpuppt sich auch als solche, nach rund 50 Kehren haben wir erst die Hälfte geschafft. Im oberen Teil wird die Rinne aber wieder etwas weiter und wir kommen schneller voran. Nur ganz oben verengt sich das Colouir noch einmal und wir steigen zwischen spektakulären Felstürmen hinauf zum Vorgipfel. Dieser bietet nicht allzu viel Platz, daher legen wir die Steigeisen an und folgen dem Grat Richtung Gipfel. Anfangs werden ein paar Felsblöcke überstiegen, dann queren wir unter einer Felswand nach links. Eine kurze steile Rinne führt zu einem Felsband direkt unter dem Gipfelturm, über dieses erreichen wir den Gipfel mit türkischer Fahne. Direkt am Gipfel befindet sich auch eine Durchgangshöhle die schon in Frühzeiten von Mönchen als Unterkunft genutzt wurde. 
Die Abfahrt durch die Satansrinne ist dann teils firnig, teils griffig hart und wegen der umliegenden Felstürme wirklich ein einmaliges Erlebnis. Lediglich der Hangauslauf bietet uns ein paar bruchharschige Schwünge, bald aber schwingen wir in bestem Firn zurück ins Skigebiet. Im unteren Teil folgen wir einer markanten Rinne und erreichen so die Pisten erst ganz unten. 
Die herrliche Skitour lassen wir in einer der sehr alpenähnlichen Skibars bei Bier und Pommes ausklingen, natürlich auch zu westlichen Preisen. 
 
AUFSTIEG/ABFAHRT: Vom Parkplatz beim Skigebiet folgt man der Piste bis zur zweiten Bergstation (hierher auch mit Lift möglich). Nun nach rechts in das sanfte Tal und diesem bis unter den Gipfelaufbau folgen. Hier nun nach links in die markante Satansrinne, diese in zahllosen Kehren hinauf. Nach einem Knick folgt man stets dem rechteren Teil, dies ist von unten nicht einsehbar. Ganz oben zwischen einigen Felstürmen hindurch und nach links zum Vorgipfel. Am Grat entlang (Steigeisen, Pickel) und über ein paar Felsblöcke zu einer Schulter. Jenseits in steilen Schnee queren und durch eine Rinne direkt unter den Gipfelfelsen. Auf einem Band nach rechts zur Fahne. Abfahrt wie Aufstieg, unten im Skigebiet diverse Varianten.
 
SCHNEE: Hart verfestigte Schneedecke
 
MIT WAR: Jasmin, Richi, Charly, Karl, Karin
 
WETTER: Sonnig, ab Mittag Schleierwolken
 
Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Pilz

Hike partners: Matthias Pilz


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