mit Friends und Keilen 6 Monate Traditional Climbing


Publiziert von Janine , 17. September 2008 um 12:08.

Region: Welt » United States » Oregon
Tour Datum: 1 Mai 2006
Unterkunftmöglichkeiten:Campground Smith Rocks. Offene Sites - walk in - Alles bestens! Warme Duschen, sehr sauber.


Hier entsteht ein Erfahrungs- und Kletter-Teilbericht meiner Weltreise im 2006/2007.
Der erste Teil der Reise führte von Venezuela nach Costa Rica und Panama, darauf folgte ein 6 monatiger Klettertrip durch den Westen der USA. Mit meinem damaligen Freund und Kletterpartner Adi, erlebte ich eine intensive und sehr erlebnisreiche Zeit. Die Idee, Traditional Climbs zu machen - wurde zum absoluten Hammererlebnis - obwohl ich anfangs sehr skeptisch war und auch Schiss hatte..

Durch die regelmässige Übung mit Friends und Keilen, entsprechender Vorbereitung und des Begreifens der Felsstrukturen, lernen von Teilen der Technik für Risskletterei, Vertrauen in mich und den Partner, auch die vorhandene Freude am Ganzen, und die langsame Steigerung der Niveaus, perfekten Wetterbedingungen, vielen Tips von Einheimischen, usw. u.v.m - all das trug dazu bei - dass ich heute sofort wieder losziehen würde und es wieder machen würde! Ich wurde voll und ganz zum Fan vom "Trad-Climbing".

Smith Rocks - Oregon - USA -  15.06.06:
Hier ist es paradisisch schön! Ein Fluss schlängelt sich  durch den Smith Rocks Canyon hindurch, Felsformationen zieren die Landschaft und wir befinden uns in einer Naturlandschaft, wie ich es selten zuvor gesehen habe. Es gefällt mir sehr - hier zu sein! Allein schon die kurze Strecke bis zu den Felsen ist eine Pracht, und ich tanke viel Energie. Hinzu kommt dieser gesamte Frieden hier. Ein superschön gelegener Campground, wo wir direkt an die Felslandschaft und zu den Smith Rocks sehen, plus WARME Duschen, und endlich mal wieder richtige Klo's! Ein extra-Platz zum Pennen - nun nicht mehr im überfüllten Van - sondern im Zelt, das wir kurzerhand für 29 $ gekauft haben. Kein Lärm, keine Moskitos, keine Ranger die einem beim Frühstück wegweisen, keine "Moverei" wie es die Tage zuvor waren. Jetzt kann ich das erste Mal richtig ausspannen seit wir aus Costa Rica in die USA eingereist sind -  und mich in der Natur aktiv erholen.

Smith Rocks ist ein überblickbares Klettergebiet, welches sowohl Sportkletterrouten als auch Trads bietet. Man kann hier Einseillängen und Mehrseillängen klettern.

Gestern erlebten wir unseren 1. Klettertag - oder besser gesagt wir wollten - aber es ging nicht! Die ersten Bolts waren bei allen Routen 4 - 5 m oder mehr über dem Boden. (wir wollen uns zuerst etwas einklettern - bevor wir mit den Trad-Routen anfangen).  5 m ab Boden ohne Sicherung, nach über einem Jahr Kletterpause - das ist  uns einfach zu riskant für den Start. Nun tscheggen wir auch, weshalb die Locals hier ausfahrbare Alu-Stangen mitdabei haben. Damit werden nämlich die ersten Expresse eingehängt.  Ahaaaa! Nun ja - wir basteln uns dann mit einer Holzstange auch was ähnliches zusammen - Prototyp from Switzerland -  schlussendlich funktionierts auch damit und wir können unsere Kletter-Session beginnen.

Nach ein par Tagen einklettern - wagen wir uns dann an einen 1. Trad-Riss. Es ist schon ein sehr komisches und flaues Gefühl, in eine Felswand zu steigen - die einfach "leer" ist. Keine Bohrhaken weisen den Weg. Keine Sicherung in Sicht...kein fixer Stand... einfach leer - SPURENLOS.

Ich wage mich überhaupt nicht in den Vorstieg - und bin nur zum Sichern und Zureden zuständig. Sogar diese Aufgabe fordert mich mental völlig anders. Mit  150 % bei der Sache, beobachte ich jeden Move von Adi der den Vorstieg wagt...Mit 3 Sets Friends, Keilen, Schlingen, Express-Sicherungen usw., wiegt man schnell mal mehr - und das merkt man am Fels auch deutlich - es zieht runter. Der erste Trad-Riss ist mit 5.6 bewertet (Trad-Skala) - und sieht ziemlich steil aus. Gradliniger Riss bedeutet dann auch, dass man da seine Hände reinklemmt - es gibt keine Griffe. Natürlich sind die wenigsten Routen durchgängig so -  aber ausgerechnet die erste Route an die wir uns machen - war es. Ich war nicht unbedingt begeistert - aber auch nicht demotivert weiterzufahren. Nur eines wusste ich sofort: Hände tapen - und zwar sofort.

Alles geht gut, wir klettern insgesamt 3 Wochen in den Smith Rocks. Heikle Situationen gibts dann, wenn plötzlich das Material ausgeht...oder die entsprechenden Friend-Grössen alle schon gelegt wurden und plötzlich "fehlen". Genau diese Dinge lernen uns - die Routen besser zu studieren - sei es mit Feldstecher, oder meine Adleraugen sind auch ganz nützlich. So versuchen wir, die Routen einzuschätzen und Schlüsselstellen zu visualisieren.

Stände bauen oder Chimneys klettern? Von diesem Thema erzähle ich im nächsten Bericht - es ging dann weiter in die "City of Rocks" - einem Klettergebiet im Mormonen-Staat.

Tourengänger: Janine

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