Saint Lucia


Published by Sputnik Pro , 3 June 2019, 06h18.

Region: World » Saint Lucia
Date of the hike: 8 April 2019

WEGEN KRANKHEIT KEIN GIPFEL IN SANKT LUCIA.

Wie ich schon bei meinem letzten Tourenbericht von Dominica erwähnt hatte, überkam mich dort vor dem Abfug nach Sankt Lucia in der Abflughalle des Melville Hall Flughafens plötzliche Anzeichen einer Erkältung. So erreichte ich den Vigie Flugplatz bei Sankt Lucias Hauptstadt Castries wegen des etwas verpäteten Fluges erst weit nach sieben Uhr abends. Das Gepäck hatte zwar rasch in der Hand aber die Einreise dauerte wegen der Warteschlange an den beiden Zoll-Karbäuschen. Ein Taxi nach Soufrière war danach zwar rasch gefunden - doch mit den schockierenden Preis von stolzen 80 US-Dollar! Doch der Preis ist wohl üblich, denn die Fahrt dauerte 1½ Stunden über eine enge Strasse über mehrere Hügelketten. Viel sah ich nicht dabei während der Fahrt durch die Nacht und war zudem wegen meiner Krankheit sehr müde. Bei der Ankunft im Appartmenthaus war niemand da und der Taxifahrer musste dem Besitzer des Hauses telefonieren. Der kam irgendwann und ich konnte meine Sachen im Zimmer deponieren. Glücklicherweise fuhr sein Sohn mich noch zu später Stunde ins Dorf wo ich wenigstens noch etwas Trinken kaufen konnte. Ich hatte nun fünf volle Tage vor mir auf Sankt Lucia bei denen ich drei Gipfel besteigen wollte: Natürlich den Landeshöhepunkt Mount Gimie und die beiden Wahrzeichen Gros- und Petit Piton. Jeden Tag hoffte ich, dass es besser würde mit der Krankheit , doch jeden Morgen als ich aufwachte, fühlte ich mich stets gleich niedergeschlagen. Der Rachen war geschwollen, die Kehle und der Hals schmerzte und ich war allgemein ausgelaugt, aber ohne echtes Fieber. In einem solchen Zustand war an keine Bergwanderung zu denken, zumal ich nach hundert Höhenmeter Rückweg vom Dorfzentrum jedes Mal völlig entkräftet und verschwitzt - und das obwohl ich normalerweise Hitze bestens vertrage - mit meinen Einkäufen zu meinem Appartment hochgelaufen war. So sah ich ausser einige WIldtiere ums Appartment, einem schönen Sternenhimmel und dem Ort Soufriére leider nicht viel von Sankt Lucia. Was ich aber mitbekam ist, dass die Leute hier von einem anderen Schlag sind als auf den zuvor besuchten Inseln. Denn dort waren die Einheimischen zurückhaltend freundlich. In Sankt Lucia dagegen oft aufdringlich um irgend etwas zu Verkaufen was ich ganz und gar nicht liebe. So reiste ich ohne Bergbesteigung nach knapp einer Woche über Martinique wieder ab. Immerhin fuhr mich der Sogn des Appartmentbesitzers mit einigen Extraschlaufen zurück zum Flughafen bei Castries. So konnte ich wenigstens noch ein wenig des kleinen Landes sehen. Als ich später wieder zu Hause war untersuchte mich mein Firmenarzt und stellte eine virale Racheninfektion fest. Auf Grund des Arztzeugnisses bekam ich die fünf Ferientage glücklicherweise zurück und plane zur Zeit schon meinen nächsten Urlaub mit einem Landeshöhepunkt!

Allgemeines zu Sankt Lucia

Sankt Lucia liegt in der östlichen Karibik und gehört zu den Inseln der Kleinen Antillen. Sie ist Teil der Inseln über dem Winde auf dem vulkanisch geprägten Inneren Antillenbogen. Die 616km² grosse Republik liegt zwischen dem unabhängigen Staat Sankt Vincent und die Grenadinen im Süden sowie der etwas näheren (33km), französischen Insel Matinique im Norden. Etwas weiter von Sankt Lucia ist Barbados, das sich 146km ostsüdöstlich im Altlantischen Ozean befindet; die Küste Venezuelas auf dem südamerikanischen Kontinent ist 400km entfernt. Sankt Lucia ist vulkanischen Ursprungs, die letzten Aktivitäten südöstlich des Ortes Soufrière ereigneten sich an dem Lavadomen Terre Blanche (588m) vor 15300 Jahren und Belle Ford (472m) vor 13600 Jahren. Der höchste Gipfel des Landes ist der erloschene Vulkan Mount Gimie (950m). Die berühmtesten Berge des Landes und der Kleinen Antillen sind jedoch die inaktiven, steilen Vulkankegel Gros Piton (798m) und Petit Piton (743m) die UNESCO-Weltnaturerbe sind. Die Insel ist meistens hügelig ausser in etwas flacheren Südosten. In höheren Lagen ist die Insel mit ursprünglichem Regenwald bewachsen, darunter findet sich Sekundärwald und Kulturland. Die Küste besteht aus tiefen Buchten und Klippen sowie zahlreichen Stränden und vorgelagerten Korallenriffen. Die Riffe stehen unter strengem Naturschutz. Sankt Lucia hat 166000 Einwohner, von denen 16000 in der Hauptstadt Castries leben. Das Klima ist ganzjährig tropisch feucht wobei die Hitze durch stetige Passatwinde aus Nordost gemildert wird. Die grössten Niederschläge fallen während der Regenzeit von Juni bis Dezember; im Herbst können zudem Wirbelstürme auftreten. Sankt Lucia wurde 1502 durch Christoph Kolumbus entdeckt. Anschliessend scheiterten Ansiedlungsversuche länger sich Franzosen auf der Insel um 1650 nieder liessen. Darauf wechselte der Besitzanspruch zwischen Frankreich und Grossbritannien ganze 14 Mal bis Sankt Lucia schliesslich 1814 endgültig britisch wurde. 1966 erhielt Sankt Lucia die Autonomie und wurde am 22.2.1979 in die Unabhängigkeit entlassen. Die Haupteinnahmequelle ist der Tourismus, daneben werden auch landwirtschaftliche Güter, hauptsächlich Bananen, exportiert. Die Währung ist der Ostkaribische Dollar, US-Dollars werden aber überall akzeptiert; die Landessprache ist Englisch.

Reise im Alleingang.

Hike partners: Sputnik


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Comments (2)


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ADI says:
Sent 3 June 2019, 17h25
Tut mir sehr leid, daß Du krank geworden bist....so ein Mist!
Dennoch, ein sehr interessanter Bericht.
Klasse auch, Deine Astronomischen Erklärungen!

Beste Grüße.....

ADI

Sputnik Pro says:
Sent 3 June 2019, 21h34
Hi Adi,

Ja es hat mich auch gestresst, vor allem weil ich jeden Tag hoffte dass es bald besser gehen würde. Immerhin habe ich vom Arbeitgeber die Krankheitstage zurück bekommen und so kann ich nochmals eine Woche fit in neuen Urlaub fliegen :-)

Danke für den Kommentar, es freut mich wenn ich HIKRS die Astronomie etwas näher bringen kann.

LG, Andi


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