Skitouren in Japan: Kiroro I


Publiziert von Matthias Pilz Pro , 15. März 2019 um 12:22.

Region: Welt » Japan » Hokkaido
Tour Datum: 8 Februar 2019
Ski Schwierigkeit: ZS-
Aufstieg: 623 m
Abstieg: 623 m

Zum Abschluss unser Skitourenreise zeigt sich Hokkaido noch von seiner extremsten Seite. Stundenlang anhaltende intensivste Schneefälle bei Temperaturen von rund -20° sorgen für sensationelle Pulververhältnisse. Der Schnee ist leicht wie Daunenfedern, beim Spuren sinkt man bereits bis zur Hüfte ein. Fährt man einen Schwung durch diesen Schnee taucht oft der gesamte Oberkörper in den Schnee ein - das gibt es nirgendwo sonst!

Das Kiroro-Skiresort bietet einige schöne Skitouren, aufgrund der extremen Temperaturen von -18° am Ausgangspunkt und -28° bei der Bergstation der Seilbahn sind Skitouren nur mehr eingeschränkt möglich. Die Lawinengefahr ist angespannt und bei den aktuellen Wetterverhältnissen könnten auch leichte Unfälle bereits dramatische Folgen haben. 

Bevor wir jedoch auf unsere Skitour starten, müssen wir uns zuerst einmal im Headquarter des Resorts registrieren, daher hat sich der Start unserer Tour kurz verzögert. Unser Skitourenläufer Karl hat uns aber in Windeseile die erforderliche Erlaubnis eingeholt - nicht ganz ohne Probleme, denn die Regeln besagen, dass auch Tourengeher eine Lift-Tageskarte kaufen müssen. Karl akzeptierte aber in seiner geschickten Art die Androhung der 10.000 Dollar-Strafe bei Nichtbeachtung und wir durften dann doch passieren.

Im tiefsten Winter spuren wir völlig alleine hinauf zu einem namenlosen Nebengipfel. Die Bäume sind auch heute wieder tief eingeschneit und die Schneemengen übertreffen alles bisher gesehene. Wir wandern im Schnee zwischen Baumkronen, die Schneemächtigkeit beträgt hier im Winter bis zu 15 Meter, eine genaue Aussage über die aktuelle Schneehöhe zu treffen ist unmöglich für uns.

Nach 600 Höhenmetern erreichen wir den höchsten Punkt des Berges und ziehen die Felle ab. Der Wind am Gipfel ist zwar nicht stark, bei diesen Temperaturen reicht aber auch schon ein Lüfterl aus, um es eiskalt zu machen. So suchen wir Schutz unter einer Wechte um uns für die Abfahrt herzurichten. Dick eingepackt - ein Gesichtsschutz ist hier absolut unumgänglich und er muss auch das Gesicht vollständig bedecken - machen wir uns an die Abfahrt, die wir so alle noch nie zuvor in unserem Leben erfahren durften. Jegliche Beschreibung ist hinfällig - ein einmaliger Hochgenuss im Schnee! Die Bilder sprechen für sich.

Von unserem Stützpunkt Otaru besuchen wir am Abend noch das Schneefestival in Sapporo, mehr als zwei Millionen Menschen kommen jeden Winter um die haushohen Schneeskulpturen zu bewundern. Diese werden mit Projektoren beleuchtet und so zum Leben erweckt, lediglich die eisigen Temperaturen machen den Besuch anstrengend und wir sind froh, als wir wieder im Zug zurück nach Otaru sitzen.

Tour beschrieben von Matthias Pilz (mammut-extreme@gmx.at), ©Matthias Mountaineering

Tourengänger: Matthias Pilz


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