Kletterbare Klettersteige


Publiziert von Schmiger, 28. Mai 2012 um 18:20. Diese Seite wurde 719 mal angezeigt.

Hallo,

nach zwei sehr unterschiedlichen Klettersteigerlebnissen dieses Jahr im Mai, wollte ich hier mal in die Runde fragen ob evt. andere Hikr ähnliche Erfahrungen gemacht haben, und noch den einen oder anderen Tourentipp haben, die ungefähr das mit sich bringen was man an Anforderungen gern hätte...

Die zwei Klettersteige um die es dieses Jahr ging waren einerseits der Absamer Klettersteig zur Bettelwurfhütte (600 Hm, ca. 1000 Klettermeter, Bewertung offiziell max. C / http://www.bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=2326) und andererseits die Tajakante in den Miemingern (600 Hm, ca. 1000 Klettermeter, Bewertung offiziell max. D / http://bergsteigen.at/de/touren.aspx?ID=630)...

Zuerst sind wir den Absamer angegangen, und irgendwie war es eine leichte Enttäuschung, da er sich irgendwie mehr wie ein "Kraftsteig" denn ein "Klettersteig" angefühlt hat... sehr viele griff- und trittarme Stellen, an denen die "Lösung" doch des Öfteren auf "Hinaufhangeln" am Seil mit Füßen auf Reibung hinauslief... meiner Meinung nach persönlich etwas für Leute die eine Mucki-Bude am Berg suchen... was mich auch etwas irritierte war die offizielle Bewertung, die gefühlt aus eigener Erfahrung und Vergleich mit anderen Steigen durchweg "niedrig" angesiedelt war, im Vergleich zu dem was zu leisten war...

Danach bin ich jetzt dieses Wochenende die Tajakante geklettert, und Fazit... ein Traum, 95% des Steiges lassen sich völlig "eisenfrei" klettern, d.h. man musste nur an den 3-4 knackigeren Schlüsselstellen überhaupt ins Seil/Trittstifte greifen, den Rest konnte man wunderbar klettern...

Für mich subjektiv kam also am Ende heraus das ein Steig der eigentlich eine komplette Stufe höher in der Skala liegt, um Welten angenehmer zu begehen war, da man ihn eben "klettern" konnte, und ich das auch von einem Kletter(!)steig erwarte: eben eine anspruchsvolle Linienführung, die man bei entsprechendem Kletterkönnen (bis IV+ von mir aus) auch "eisenfrei" bewältigen kann, und nur glatte oder speckige Schlüsselstellen anderes erfordern...

Die Frage die ich eigentlich hier gern in den Raum werfen würde, ist eben die, wie in der Hinsicht so eure Erfahrungen auf Klettersteigen waren, und was es denn noch so an Klettersteigen im nordöstlichen Teil der Alpen (nördliche Kalkalpen, Hauptkamm) gibt, die wirklich "kletterbar" sind, und im ähnlichen Schwierigkeitsbereich wie die Tajakante liegen... speziell ob vielleicht schon jemand den Köllenspitzen Klettersteig gegangen ist, der ja rein von Topo und Beschreibung wohl ähnlich wie die Tajakante ist (wenn auch deutlich homogener in den Schwierigkeiten, dafür aber auch nur halb so lang)...

Mit bestem Gruß, Micha



Kommentare (8)


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83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 28. Mai 2012 um 19:03
Wenn du was zum Klettern willst, warum suchst du dir nicht einfach eine nette Tour mit Kletterstellen fernab der Massen? Ich persönlich meide Klettersteige wo es nur geht. Es handelt sich bei ihnen doch eigentlich nur um die künstliche Gangbarmachung von Fels.

Aber um auf deine Frage zu kommen: ein paar schwierige Klettersteige gibt's z.B. in der Dachsteinsüdwand, oder aber auch den Pidinger Klettersteig am Hochstaufen. Es gibt sie ja mittlerweile wie Sand am Meer und die Neuerschließung kennt keine Grenzen...

Wenn du am Wochenende auf der Coburger Hütte warst, dürften wir uns übrigens gesehen haben...

Schmiger hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. Mai 2012 um 02:05
Also deinem Tourenbericht nach hast du ja von Freitag auf Samstag oben übernachtet, da haben wir uns wohl um einen Tag verpasst, bin erst samstags aufgestiegen, direkt noch Sonnenspitze Südgrat und sonntags Taja... also prinzipiell gehe ich auch so mal Kraxelberge bis II+ gerne alleine an (Sonnenspitze, Dremelspitze...), aber darüber hinaus ist es mir allein ungesichert etwas heikel... mit meiner Freundin steht ab nächster Woche eh echtes alpin klettern in den Wänden auf dem Programm, d.h. kletterbare Klettersteige wie ich sie hier suche sind eigentlich nur als Alternative gedacht wenn ich mal allein spontan in die Berge kann und "heftigeren" Felskontakt in Reibungsschuhen suche ;-)

Schmiger hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. Mai 2012 um 02:15
Nachtrag: den Pidinger wollte ich evt. den Spätsommer ehschauen wenn ich dort unten jemand besuche... Dachstein ist von meiner Ecke gleich so Elend weit zu fahren, selbst Lechtal, Allgäu, Mieminger ist für mich schon gut über 400km meist derzeit...

Gelöschter Kommentar

Schmiger hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. Mai 2012 um 02:09
Hmm, dann ist die Tajakante entweder sehr selten begangen (wofür das halbleere Gipfelbuch von 2010 spräche, aber wer weiß wie schreibfaul Leute sind und ob alle die Letzten Meter hochsteigen) oder der Fels eine Ausnahme... der Steig ist meines Wissens von 1998

83_Stefan hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. Mai 2012 um 09:56
Die Tajakante wird sehr häufig begangen.... muss am Fels oder an den Leuten liegen.

simba hat gesagt: Vorschläge...
Gesendet am 29. Mai 2012 um 10:24
Servus.
Ich teile deine Einstellung Klettersteigen. Sie sind und bleiben für mich ein Ziel, wenn ich spontan und ohne Begleitung zumindest klettertechnisch etwas "heftiger" in die Berge will.
Als nach deiner Definition kletterbare Klettersteige kann ich dir empfehlen:
- Ballunspitze (http://www.hikr.org/tour/post29276.html) sehr schöner Granit und teils super Kletterstellen!
- Lachenspitze (http://www.hikr.org/tour/post23989.html) dolomitöses Ambiente, wenig Tritthilfen, aber auch Allgäuschotter ;)
- Saulakopf (http://www.hikr.org/tour/post37350.html)
sehr steil und schon einige Bügel, aber dennoch ein Kletter- und kein Hochziehsteig.

Allerdings gilt für mich an Klettersteig immer...lieber einmal mehr als einmal weniger ins Seil greifen. Ein Sturz am Klettersteig bleibt halt etwas ganz anderes als ein solcher beim Klettern in einer solide abgesicherten Route...
Viel Spaß im Fels diesen Sommer!
Gruß
Si

sven86 hat gesagt:
Gesendet am 30. Mai 2012 um 11:15
Der neue Klettersteig an der Kellenspitze führt wohl teilweise über eine ehemalige Kletterroute (V-VI) und soll wenig Eisen haben. Der Abstieg über den N- seitigen Normalweg ist aber nicht ganz trivial (eventl. Schneefelder).


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