Piz Tschep (2943 m) und Tschepgrat - durch grandiose Landschaft ob Bargis


Published by dulac , 15 September 2015, 12h05.

Region: World » Switzerland » Grisons » Surselva
Date of the hike:26 August 2015
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 7:45
Height gain: 1550 m 5084 ft.
Height loss: 2250 m 7380 ft.
Access to start point:Bus Nr. 82 ab Flims
Access to end point:Bus Nr. 81 Flims-Chur
Maps:map.geo.admin

Ringelspitz“, diese Überschrift eines *Tourberichts neulich von Schlomsch hatte mich neugierig gemacht. Nicht, dass ich (als Nicht-Kletterer) entsprechende Gipfelambitionen gehabt hätte. Doch aus der Nähe ansehen wollte ich mir den höchsten St.-Galler schon gerne mal. Und das ging diesem Bericht zufolge am einfachsten ab Bargis. „Bargis“ where? Alles bisher terra incognita für mich.

 

Doch diese Details waren schnell herausgefunden: Von Chur mit dem Bus bis Flims-Post, dort dann umsteigen in den Bus, der über Fidaz nach Bargis hinauffährt. Mit dem GA allein war der Chauffeur freilich nicht zufrieden, er wollte weitere CHF 3,10 für die einfache Fahrt. Ist wohl eine Mautstrecke. Kein Wunder drum, dass sich bei starkem Andrang die Abfahrtszeit um einiges verzögern kann, wenn alle erst einmal abkassiert werden müssen. Schlomsch hatte ja darüber berichtet.

 

In Bargis dann wie von ihm beschrieben zunächst über Lavadignas hinauf zu P.2447. Wobei ich mir zunächst gar nicht so sicher war, wo ich diesen Punkt exakt verorten müsse. Doch es konnte eigentlich nur in der Zone oberhalb des weiten Wiesenhangs mit dem Felsriegel darüber sein. Dort dann ein Karstbereich mit zahlreichen, auch mehr als mannshohen Spalten. Sehr eindrücklich.

 

Sehr eindrücklich auch die vielen noch blühenden Edelweiss kurz zuvor.

 

Von hier nun weiter über die abgeschliffenen Platten und eher feinkörnigen Schutt hinauf zu P.2815. Empfohlen war, ihn möglichst direkt anzusteuern. Mir schien es freilich etwas angenehmer, mich etwas weiter südlich zu halten und mehr in die Flanke zu queren. Am Grat stiess ich dann auf Wegspuren, die von Tschep Sut heraufführten und dann unterhalb der Felsstufe vor P.2815 auch in einer Variante in die östliche Flanke führten. Ich folgte ihr zunächst. Musste dann aber feststellen, dass der Hang an einer Stelle wohl etwas abgerutscht war, jedenfalls nicht mehr vernünftig zu begehen war.

 

Zurück an der Verzweigung durfte ich dann feststellen, dass auf direktem Weg nur ein wenig gekraxelt werden durfte und schon war der Absatz recht einfach überwunden.

 

Ab jetzt auf breitem Grat mit nur geringer Steigung, teilweise sogar eben weiter zu Tschep Sura, dann zum Piz Tschep und anschliessend zum Tschepband. Ein gutes Stück bin ich diesem Band gefolgt. Als ich zu einer Stelle kam, wo die Spur nicht nur etwas abgerutscht, sondern auch recht schmierig war, bot dies einen guten Vorwand dafür, es für heute gut sein zu lassen, umzudrehen und einen geeigneten Platz für die Mittagsrast zu suchen. Spät genug war es mittlerweile ja schon geworden. Am Ende des Tschepgrats mit seinen bizarren Felstürmen fand sich schliesslich eine passende Stelle, mit umfassender freier Aussicht.

 

Während der Rast fiel mein Blick auf den nahen Morchopf und in Verlängerung über einen Grat den Crap Mats. Gerne hätte ich nach der Rast noch einen Abstecher dorthin gemacht, doch wäre es eine Hetzerei geworden. Besser ein ander Mal und mit mehr Vorbereitung.

 

Drum also im Prinzip wie im Aufstieg zurück, hinab nach Bargis. Den letzten Bus nach Flims hätte ich gerade noch erreichen können. Doch da ich ohnehin mental bereits darauf eingestellt war, bis nach Trin-Mulin abzusteigen, beliess ich es dabei. Angesichts einer Gehzeit von unter einer Stunde (bei einigermassen flottem Tempo) bringt der Bus keinen echten Zeitgewinn, ausserdem wird Trin-Mulin häufiger bedient, man ist damit auch flexibler.

 

Am Ende nochmals meinen Dank an Schlomsch ohne dessen Bericht ich dieses wirklich eindrückliche Gebiet wohl weiter ignoriert hätte. Eine nächste Tour, dann auf Crap Mats habe ich jedenfalls schon im Auge. Vielleicht schon in diesem Herbst. Es muss nur noch das Wetter mitspielen.


P.S: Zwei Wochen zuvor hatte ich dieses Gebiet schon einmal ein wenig in Augenschein genommen, war aber nur bis P.2447 aufgestiegen, wohl aber nach Trin-Mulin abgestiegen. Von daher konnte ich heute den zusätzlichen Zeitbedarf dafür gut abschätzen.
Auch einige Fotos von damals finden sich im vorliegenden Bericht.


Hike partners: dulac


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Comments (5)


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rkroebl says:
Sent 16 September 2015, 20h57
WOW, Du weisst aber auch wie man einen gluschtig machen kann! Tolle Tour, herrliche Fotos!

LG, Ray

dulac says:
Sent 17 September 2015, 00h25
Danke, Ray!

Ich musste mich ja für Deine Vorlage mit dem Grevasalvas irgendwann mal revanchieren ;-)

LG Wolfgang

Schlomsch says:
Sent 16 September 2015, 22h45
Sehr schöne Tourenbeschreibung mit tollen Fotos. Vielen Dank!

Und dass man von Bargis so schnell nach Mulin-Trin absteigen kann, ja dabei fast den ÖV überholt, ja, auch das weiss ich erst Dank Deinem Bericht!

Der Crap Mats muss auch eine sehr lohnende Tour sein, insbesondere zusammen mit den Gletschermühlen im Val Maliens (vgl. *Der Jungbrunnen im Val Maliens und *Crap Mats). Ist leider für mich als ÖVler nicht direkt erreichbar ;-)

Gruss Schlomsch

dulac says:
Sent 17 September 2015, 00h29
Nochmals besten Dank für die exzellente Vorlage und jetzt Deinen Kommentar!

Zum Crap Mats hatte ich in der Zwischenzeit noch diesen knappen *Bericht von Alpin_Rise gefunden, in dem er eine sehr interessante Route beschreibt, die in Bargis beginnt, nach dem Crap Mats ins Val Maliens führt und in Trin endet. Anders als es Steinbock und dyanarka gemacht haben, sollten Crap Mats und das Val Maliens von Bargis aus daher auch mit ÖV machbar sein.

Jetzt im Herbst dürfte das praktische Problem eher die frühe Dunkelheit sein und weniger die ÖV-Anbindung. Denn die Busse zurück nach Chur die fahren bis kurz vor Mitternacht. ;-)

LG Wolfgang

Felix says:
Sent 17 September 2015, 17h58
super - und Crap Mats steht auch auf meiner Wunschliste!

lg Felix


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