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Piz Surparé 3078 m - Vom Piz Scalotta über den Nordgrat


Published by Ivo66 Pro , 5 July 2015, 17h48.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike: 5 July 2015
Hiking grading: T4+ - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:00
Height gain: 1380 m 4526 ft.
Height loss: 1380 m 4526 ft.
Route:Bivio - Radons - Val Gronda - Piz Scalotta - P. 2932 m - Nordgrat - Piz Surparé - Südosthang - Plang Tguils - Radons - Bivio
Maps:1:25'000 Bivio

Piz Surparé (3078 m) und Piz Scalotta (2992 m) sind zwei prominente Skigipfel, welche von Bivio aus erreicht werden. Im Sommer fristen beide Berge ein Mauerblümchendasein und sind damit in bester Gesellschaft im einsamen Oberhalbstein. Die beiden Berge sind verbunden durch einen etwa einen Kilometer langen Grat, welcher aus verschiedenen Gesteinsarten besteht. Es handelt sich dabei um den Nordgrat des Piz Surparé, eine für uns völlig neue Route. Die Überschreitung gestaltete sich einfacher als erwartet, ist die Route im SAC-Clubführer doch immerhin mit "WS" bewertet.

Nach dem im untersten Teil ziemlich schweisstreibenden Aufstieg - am Ausgangspunkt in Bivio zeigte das Thermometer am frühen Morgen bereits 17 °C - sorgte mit zunehmender Höhe bald ein angenehmes Lüftchen für komfortable Verhältnisse. Das heisse Sommerwetter hatte dem verbliebenen Schnee in der Höhe arg zugesetzt und die Blumen blühten heute bereits auf Höhen von über 3000 m. ü. M.

Nach gut 3 Stunden hatten wir den ersten der beiden Berge erreicht: Einsam standen wir auf dem Piz Scalotta. Der Blick ins Gipfelbuch zeigt, dass der schön gelegene Gipfel im Winter oft an einem einzigen Tag weit mehr Besuch erhält, als in einem ganzen Sommer.

Jetzt stand der spannendste Teil der Tour auf dem Programm, die Begehung des Surparé-Nordgrats. Rasch erreichten wir den tiefsten Punkt auf dem Grat, nur wenige Höhenmeter direkt am Fusse des Piz Scalotta bei P. 2932 m. Der Nordgrat bot meist Gehgelände - die Hände mussten nur zwischendurch zur Hilfe genommen werden und die Kletterschwierigkeiten überstiegen den 1. Grad kaum. Zwei grössere Aufschwünge umgingen wir in der Ostflanke.

Auch auf dem Gipfel des Piz Surparé trafen wir wie erwartet auf keine anderen Berggänger, an einer windgeschützten Stelle genossen wir im T-Shirt die heissen Temperaturen auf über 3000 m. ü. M. Heute fanden wir auch das Gipfelbuch, wenig unterhalb des Steinmanns am höchsten Punkt: Es ist - wie schon von StefanP beschrieben völlig durchnässt und liegt in einer durchlöcherten Blechhülle. Im Winter liegt es auf diese Weise unter der Schneedecke...

Im Abstieg zur Hochebene bei Plang Tguils konnten wir von schön abfahrbaren Altschneefeldern profitieren. Bis zu unserer Ankunft in Bivio begegnete uns auf der ganzen Tour kein einziger Mensch, nicht einmal auf dem Wanderweg - und das an einem Sonntag bei schönstem Wetter und besten Verhältnissen - kurz nach Sommerferienbeginn.

Routenbeschreibung:

Bivio - Val Gronda (T2)
Von Bivio folgt man dem markierten Bergwanderweg Richtung "Stallerberg". Der Weg ist nicht immer deutlich und erfordert etwas Aufmerksamkeit, um ihn nicht zu verlieren.

Auf etwa 2300 m. ü. M. verlässt man den Bergweg und steigt weglos nach Norden auf. Man wandert nach einer kurzen ebenen Fläche um einen Kamm herum und betritt so das Val Gronda.

Val Gronda - Piz Scalotta (T3)
Man erblickt bald ganz zuhinterst im Tal den anzupeilenden Gipfel. In der Routenwahl ist man frei - man hält sich mehr oder weniger direkt auf den Piz Scalotta zu. Hin und wieder sind einzelne alte weiss-rot-weisse Markierungen zu sehen. Im unteren Teil ist das Val Gronda über Alpweiden und Schutt angenehm zu begehen, erst unterhalb des Gipfelaufbaus sind einige Geröllfelder zu überqueren. Auch auf den Gipfel steuert man auf beliebiger Route mehr oder weniger direkt zu.

Piz Scalotta - Piz Surparé Nordgrat (T4+)
Ohne Schwierigkeiten steigt man in südlicher Richtung auf dem breiten Rücken zu P. 2932 m ab. Auf dem Grat erreicht man bald einmal die ersten felsigen Zacken, die man in der Ostseite auf etwas ausgesetzten Schrofen quert und so rasch wie möglich wieder zum Grat aufsteigt.

Der Grat bietet keine besonderen Schwierigkeiten; es sind einzelne harmlose Kletterstellen zu meistern. Einen weiteren Zacken umgingen wir auf einem etwas ausgesetzten Band in der Westflanke und den grossen Felszacken anschliessend ostseitig. Der anschliessende Schlussaufstieg zum Gipfel erfordert ab und zu wieder den Einsatz der Hände, ist aber kaum ausgesetzt.

Piz Surparé - Plang Tguils - Bivio (T3, ganz zuoberst kurz T4)
Vom Gipfel steigt man beliebig über Geröllblöcke den Südosthang hinunter und benützt von Vorteil noch vorhandene Schneefelder. Es gibt auch hier verschiedene Varianten: Heute stiegen wir ziemlich genau in südöstlicher Richtung ab und erreichten den in der Landkarte eingezeichneten kleinen See auf ca. 2690 m. ü. M. Vom Seelein ist der Abstieg durch ein schön ausgeprägtes Tälchen, bald entlang eines Bachs, ziemlich angenehm.

In der Ebene angelangt, beginnt man diese nach Süden zu queren und erreicht so den vom Stallerberg nach Bivio führenden Bergwanderweg, dem man bis zum Ausgangspunkt folgt.

Hike partners: Ivo66, Lena


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