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Piz da las Coluonnas 2960 m - Mit spannender Aufstiegsvariante


Published by Ivo66 Pro , 20 June 2015, 17h41.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:20 June 2015
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:15
Height gain: 900 m 2952 ft.
Height loss: 900 m 2952 ft.
Route:Julierpassstrasse P. 2067 m - Leg Grevasalvas - Südflanke - Westrücken/Westgrat - Piz da las Coluonnas P. 2960 m
Maps:1:25'000 Bivio

Der Piz da las Coluonnas ist ein schnell erreichbares Gipfelziel hoch über dem Julierpass. Gerade bei unsicherer Wetterentwicklung begehen wir diese Tour oft, kann doch ein Rückzug bei ungünstigen Verhältnissen rasch erfolgen. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass man die Route gut kennt, denn bei schlechter Sicht ist die Orientierung nicht einfach. Im Winter erhält der interessante Gipfel oft Besuch, während er in den Sommermonaten praktisch verwaist in der ihn umgebenden Wildnis ruht.

Auch heute war wieder so ein Tag, an dem unklar war, welches Wetter uns erwarten würde. Als wir beim kleinen Parkplatz an der Julierpasstrasse (P. 2067 m) starteten, nieselte es leicht aus den tief hängenden Wolken. Bald ging der schwache Regen über in Schneefall, worüber wir nicht unglücklich waren. Der Neuschnee konnte sich am Boden nicht ansetzen, nur auf den Schneefeldern war er später schwach zu erkennen.

Auch nachdem wir den Aufstieg nach dem malerischen Leg Grevasalvas fortgesetzt hatten, hörte es vorerst nicht auf zu schneien. Dann aber blies der eiskalte Wind doch einige blaue Löcher in den grauen Himmel und das Wetter wurde etwas freundlicher. Eine tolle Stimmung mit wechselnden Wolkenbildern begleitete uns im weiteren Aufstieg. Da die Felsen im Nu trocken waren, beschlossen wir, direkt über den gegen Norden wenig ausgeprägten, gegen Süden aber fast senkrecht abfallenden Westgrat aufzusteigen. Eine Stelle war ziemlich herausfordernd und zudem geschmückt mit dem ersten Himmelsherold des Jahres. Für mich ist dies jedes Jahr ein Highlight, diese wunderschönen, zarten Bergblümchen erstmals zu erblicken, denn dann weiss man: Der Sommer ist da! 

Der letzte Abschnitt auf dem inzwischen breiten Gratrücken präsentierte sich noch ziemlich winterlich - die Altschneefelder scheinen dort noch meterdick zu sein, aber dennoch nicht immer tragend. Der Gipfelaufenthalt fiel kurz auf, da der bitterkalte Wind ganz oben am heftigsten blies und sogar den frisch gefallenen Neuschnee herumwirbelte.

Das Wetter wurde im unteren Teil des Abstiegs immer schöner und so rasteten wir noch an einem windgeschützten Plätzchen über dem Leg Grevasalvas. Wir hatten heute nicht nur den ganzen Berg, sondern auch den ganzen See und die ganze Gegend überhaupt ganz für uns alleine. 

Routenbeschreibung:

Parkplatz Julierpassstrasse P. 2067 m - Leg Grevasalvas (T2)

Der Bergweg ist durchgehend markiert und zu Beginn ausgeschildert, aber nicht immer deutlich, weshalb er ab und zu Aufmerksamkeit erfordert.

Leg Grevasalvas - Piz da las Coluonnas (T3.T5, je nach Variante)

Wir folgten kurze Zeit dem östlichen Ufer des Sees (weglos) und stiegen bald darauf über felsdurchsetzte Rasenhänge auf und erreichten über eine markante Rampe wieder flacheres Gelände. (ganz wenig nördlich von P. 2451 m). Dort querten wir kurz eine Geröllhalde und stiegen auf die nächste "Terrasse" im Gelände auf. Hier trafen wir auf einige Steinmänner, denen wir ziemlich genau östlich aufsteigend folgten. Den Aufstieg zu P. 2633 m bewerkstelligten wir durch eine steile, ebenfalls felsdurchsetzte breite Rinne zwischen zwei Felswänden. Dort leiten weitere Steinmänner dem Hang entlang, wenig ansteigend, bis man nach links abzweigt und durch eine breite Mulde, zum Teil auf Wegspuren, auf eine Hochebene gelangt. eingezeichnete Seelein ist ausgetrocknet.

Normalaufstieg (T3):
Von dieser Hochebene steigt man über Geröll auf den Bergrücken hinauf, wobei man sich von Vorteil links hält. Das Gelände auf dem Rücken ist sehr übersichtlich, man ist in der Routenwahl völlig frei und richtet sich nach den Verhältnissen (Schneefelder, Geröllblöcke). Nach der zweiten steileren Stufe steigt man am von unten gesehen rechten Rand des Rückens auf.

Variante "Westgrat" (T5):
Wir stiegen heute von der Hochebene am westlichen Fusse des Gipfelrückens direkt dem Westgrat entlang, der eigentlich nur gegen Süden wirklich abfällt. Man steht bald einmal vor ziemlich senkrechtem felsigen Gelände, wo wir über eine ausgeprägte Rippe nahe am Abgrund aufstiegen (II). Die Schlüsselstelle hat man bald hinter sich, fordert aber einiges an Kraftaufwand. Im oberen Teil ist der wenig ausgeprägte Grat weitgehend Gehgelände mit einigen einfachen Kletterstellen (T4). Man könnte aber jederzeit auf die Normalroute ausweichen.

Hike partners: Ivo66, Lena


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Comments (2)


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georgb Pro says: Wie sich die Bilder ähneln
Sent 20 June 2015, 18h28
Schöne Berichte schreibst du Ivo, ich sehe da frappierende Ähnlichkeiten. Außer, dass ich viel zu faul bin für eine so perfekte Wegbeschreibung, in einer weit entfernten Region unterwegs bin und natürlich ohne Lena ;-)
Ich glaube, in deiner Gegend würde es mir auch gefallen. Deine Berichte sind beste Werbung!
Weiter so, Saluti, Georg

Ivo66 Pro says: RE:Wie sich die Bilder ähneln
Sent 20 June 2015, 20h24
Herzlichen Dank Georg, für das schöne Kompliment. Die Gegend hier ist wirklich toll und erfüllt alle Wünsche eines Berggängers. Meine "Werbung" wird aber kaum beachtet, denn wir treffen praktisch nie auf andere Berggänger bei unseren Unternehmungen...

Viele Grüsse
Ivo


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