Corn Alv 2980 m / 2992 m - Die Dolomitburg hat seit heute ein Gipfelbuch


Published by Ivo66 , 7 June 2015, 17h15.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike: 7 June 2015
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:15
Height gain: 840 m 2755 ft.
Height loss: 840 m 2755 ft.
Route:Julierpassstrasse Parkplatz 2195 m - Val d'Agnel - Corn Alv P. 2980 m / P. 2992 m
Maps:1:25'000 Bivio

Der Corn Alv schmückt das in den Sommermonaten einsame Val d'Agnel auf besondere Art und Weise, besteht er doch zum einen aus markantem, hellen Dolomitgestein, welches dem grünen Talboden einen schönen Kontrast verleiht, und andererseits dominiert er mit seiner aussergewöhnlichen Form die wilde Gegend hoch über dem Julierpass. Seine Überschreitung bietet eine recht anspruchsvolle, sehr einsame Bergtour, die nur äusserst selten unternommen wird. Ab und zu Besuch erhalten dürfte der eher unscheinbare Hauptgipfel, welcher für sich allein relativ einfach bestiegen werden kann. Wir haben heute auf seinem Haupt im Steinmann ein Gipfelbuch mit Gamelle platziert.

Es ist jedes Jahr die gleiche, fast gespenstische Szenerie im Oberhalbstein: Sobald die Skitourensaison zu Ende gegangen ist, leert sich die ganze Gegend wie auf einen Schlag. Wo noch vor kurzem ganze Menschenschlangen auf Skiern die Hänge hochgestiegen sind, findet man ab sofort nur noch Bergblumen, diese dafür in Hülle und Fülle. Der im Winter sehr stark frequentierte, grosse Parkplatz im Eingang zum Val d'Agnel wäre heute den ganzen Tag leer geblieben, hätte ihm nicht unser Auto Gesellschaft geleistet.

Auch heute waren wir von der Gratüberschreitung begeistert. Jedes Mal begehen wir die Tour etwas anders. Das ist das spannende an der Route: Sie lässt sich beliebig ändern und gegebenenfalls den Verhältnissen anpassen. Auch hier hat sich der Schnee bereits stark zurückgezogen - auf dem Grat bildete er kein nennenswertes Hindernis mehr, dafür in den flacheren Passagen am Fusse des Berges, wo man ab und zu unvermittelt bis zu den Hüften einsinkt.

Der Bergfrühling triumphiert auch in der Gegend am Julierpass. Die unzähligen Blumen scheinen jedes Jahr zahlreicher und prächtiger zu blühen. Die lange ersehnte Alpinwandersaison ist nun richtig lanciert.

Routenbeschreibung:

Schwierigkeit der Gratüberschreitung gemäss SAC-Clubführer "Bündner Alpen 6): WS

Vom Parkplatz an der Julierpassstrasse (ca. 2200 m) auf der Oberhalbsteiner Seite folgten wir dem Bergwanderweg (ausgeschildert u. a. Richtung Fuorcla d'Agnel) über die erste steilere Stufe (T2). Auf ca. 2400 m. ü. M. verliessen wir den Weg und stiegen in nördlicher Richtung die mässig steilen Grashänge unterhalb des Corn Alv auf. Wir stiegen über leichte Felsen, Schutt und Schrofen der Westflanke weiter hoch, immer etwas links haltend. Schliesslich gelangten wir durch eine Schwachstelle in den Felsen auf den Gipfelaufbau (T4).

Grundsätzlich ist man in der Routenwahl ziemlich frei, es gibt fast überall und immer wieder Durchschlüpfe. Im weiteren Aufstieg hielten wir uns entlang einer mächtigen, rötlichen Felswand und gelangten so über eine Art Rampe und einen kurzen, wenig ausgeprägten Kamin weiter hoch. Hier ist es nicht ratsam, bis ganz zur Grathöhe aufzusteigen, da dort senkrecht aufstehende Gendarmen den Weiterweg verhindern.

Also querten wir in der Südlflanke deutlich unterhalb von P. 2927 m nach nach Nordosten. Über Schrofen und schuttiges Gelände stiegen wir später zu einer Felswand unterhalb des Grats auf. Hier kletterten wir eine guttrittige Rinne hoch bis zum Grat (I). 

Den ersten Aufschwung auf dem Grat bewältigt man in sehr gutem Fels, ein wenig ausgesetzt (II). In der Folge hält man sich nach Möglichkeit stets auf dem Grat und weicht ab und zu nur geringfügig davon ab, mal links, mal rechts.  

P. 2980 m (Südwestgipfel) erreichten wir schliesslich ziemlich direkt, wobei auch hier einige Stellen II zu meistern sind. Der Schlussaufstieg zum Südwestgipfel erfolgt über einen etwa 3 Meter hohen, fast senkrechten Absatz in gutem Fels (II+), ist aber nicht ausgesetzt (T5).

Die weitere Gratüberschreitung zum Hauptgipfel P. 2992 m ist wieder einfacher und erfordert kaum mehr Kletterei. In einem kurzen Abschnitt ist der Grat etwas schmal aber gut begehbar. Meist Gehgelände (T4).

Abgestiegen sind wir schliesslich durch die ziemlich steile, schuttige Südostflanke, ziemlich in der Mitte zwischen den beiden Gipfeln P. 2980 m und P. 2992 m. Dann über Wiesen- und Schrofengelände wieder hinunter ins Val d'Agnel (T3).

Hike partners: Ivo66, Lena


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