Hochbrunner Schneid 3046m - Volles Programm


Published by georgb Pro , 21 April 2015, 21h09.

Region: World » Italy » Trentino-South Tirol
Date of the hike:21 April 2015
Mountaineering grading: PD-
Ski grading: D+
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Time: 8:00
Height gain: 1600 m 5248 ft.
Height loss: 1600 m 5248 ft.
Access to start point:Pustertal-Sexten-Moos-Parkplatz Dolomitenhof
Maps:tabacco Sextener Dolomiten

Die Hochbrunner Schneid ist vielleicht der unspektakulärste 3000er der Sextener Dolomiten, lässt aber das Herz jedes Skibergsteigers höherschlagen. Steile Rinnen, genügend Höhenmeter, Panorama im Überfluss und ein gewaltiges alpines Ambiente. Ich komme ins Schwärmen, wie man sieht. Wahrlich ein würdiger Abschluss der Skitourensaison!
Schon beim Start am Dolomitenhof grüßen uns beeindruckende Berggestalten, doch Schnee finden wir zunächst keinen. Mit geschulterten Skiern wandern wir zur Talschlusshütte, um dort festzustellen, dass die parallel verlaufende Loipe noch durchgehend Auflage gehabt hätte. Egal, später für den Rückweg ist das sehr sympathisch. Mit Ski gleiten wir hinein ins Bachertal, auch hier hat die Sonne kräftig Arbeit geleistet, mit Mühe finden wir noch Reste für einen machbaren Aufstieg. Am Hochleist spüren wir schon leichte Ermüdungserscheinungen, dabei beginnt die Tour hier erst. Links davon zieht die Bacherschlucht hinauf, steil und eng. Üblicherweise steigt man zeitig links hinaus, um über steile Hänge ins Inneren Loch zu queren. Doch uns gefällt der enge Graben so gut, dass wir ihn fast bis zu Ende durchsteigen. Wenige Meter vor der finalen Rinne zweigt links ein Hänglein ab. Zu Fuß steigen wir hinauf und in 10 Minuten haben wir das Innere Loch erreicht. Unserer Meinung nach ist dies die zurzeit beste Variante.
Noch ist von unserem Gipfel und der Zustiegsrinne nichts zu sehen, erst im hintersten Winkel öffnet sich links der Blick nach oben. Bei diesem Anblick brauchen wir eine Pause. Steil scheint es zu werden und anstrengend. Mit den Harscheisen spitzen wir weiter in Richtung einer auffälligen Scharte neben dem Zigmondykopf. Doch unsere Rinne liegt weiter rechts, schon vorher queren wir unter den Felsen abschüssig hinüber. Man kann das Gelände mit sicheren Spitzkehren und festem Tritt auf Skiern bewältigen, aber niemand braucht sich zu schämen, wenn er schon vorher die Steigeisen anlegt. Die Aufstiegsgeschwindigkeit bleibt annähernd gleich und durch die Rinne müssen die Ski sowieso auf den Rucksack.
Es folgt ein weiterer steiler Hang, auch hier sind Steigeisen Pflicht. Immer noch ist die Hochbrunner Schneid nicht zu sehen, es zieht sich. Über den langen Rücken könnte man wieder mit Ski weitergehen, doch wir sind zu faul zum Umrüsten. Mit schweren Schritten erlöst uns der Anblick des neuen Gipfelkreuzes, endlich!
Die Müdigkeit verfliegt schnell beim Blick in die gewaltige Szenerie rundherum, wir staunen. Nur der eisige Wind zwingt uns zum Abstieg in gemütlichere Regionen. Jetzt freut sich, wer die Ski hochgetragen hat und schwingt flott hinunter. Natürlich mit der entsprechenden Vorsicht und Vertrauen in den Kantengriff, Auslaufzonen gibts hier nicht! Aber auch die Rinne (über 40 Grad) lässt sich gut mit Ski abrutschen. Wer jetzt noch Schmackes in den Oberschenkeln hat, kann die Abfahrt ins Innere Loch genießen. Es firnt auf, ein voreiliger Vorgänger hat es wahrscheinlich noch bockhart erwischt!
Aber auch uns kostet der lange Hang viel Kraft und vor der Bacherschlucht ist die nächste Verschnaufpause nötig. Mit einem kleinen Gegenanstieg könnte man hier links um den Hochleist herum über den Eissee abfahren, aber die Schlucht ist momentan perfekt befahrbar und selbst die wenigen zusätzlichen Höhenmeter würden uns heute wehtun!
Auch weiter unten finden wir erstaunlicherweise immer eine Schneezunge, die uns zwischen den Felsen und Latschen hindurchführt. Leider ist die Talschlusshütte geschlossen, der einzige Wermutstropfen heute. Also skaten wir über die letzten Schneereste auf der Loipe fast bis zum Parkplatz, zum letzten Mal, morgen geht es wohl schon nicht mehr. Wird auch Zeit, dass die Ski endlich im Keller verschwinden ;-)

Hike partners: georgb


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