Tag 2: Rundtour Ortstock


Published by Bergamotte , 19 April 2015, 19h10.

Region: World » Switzerland » Schwyz
Date of the hike:12 April 2015
Ski grading: AD+
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GL   CH-SZ   Ortstockgruppe 
Time: 5:30
Height gain: 1150 m 3772 ft.
Height loss: 1890 m 6199 ft.
Access to end point:PW ins Sali
Accommodation:Glattalphütte
Maps:246S (662a, teils 661a, 60b)

Im Sommer zählt der markante Ortstock zu den ganz grossen Namen im Glarnerland. Im Winter hingegen fristet er ein Schattendasein, obschon sich die technischen Schwierigkeiten in Grenzen halten. Das Problem sind die Zustiege. Die relativ bequeme Normalroute ab Gumen sowie die Fanen-Abfahrt zurück nach Braunwald erfordern sehr sichere Verhältnisse, die man im Hochwinter selten findet.

Häufiger wird der Ortstock deshalb als Firntour im Frühling angegangen, eher ab Bisisthal (sprich von Westen) denn ab Braunwald (ostexponiert). Das ist weit und häufig mit Tragestrecken verbunden. Hinzu kommt die unbeliebte Flachpassage über die Glattalp. Glück hat, wer mit dem Auto bis Milchbüelen hochfahren kann. Die Belohnung: rassigen Fahrspass am Gipfelhang und garantierte Einsamkeit. 


Der weite *Zustieg brauchte mich heute nicht zu beunruhigen, denn ich übernachtete in der Glattalphütte. So blieben genug Reserven, um die Besteigung zu einer Rundtour um den Höch Turm auszubauen. Diese Variante ist mit beträchtlichem Flachlauf verbunden (Glattalp, Charetalp), bietet landschaftlich aber Höhepunkte am Laufmeter.

Den markanten Ortstock erblickt man bereits aus dem Schlafraum der Glattalphütte. Die Route ist somit gegeben, zumal sie in etwa dem Sommerweg folgt. Konkret bedeutet das erstmals eine Stunde Flachlauf über die Glattalp. Auch wenn der See noch unter einer meterhohen Schneedecke liegt, ziehe ich es vor, südlich daran vorbeizuziehen. Natürlich könnte man ab Hütte auch höhenneutral auf der Nordseite passieren. Doch wer will schon eine Stunde lang traversieren, um 30Hm zu sparen!?

Nach einer guten Stunde Flachlauf setzt endlich der Anstieg zur Furggele (2402m) hoch ein. Im unteren Teil gilt es kurz eine Stelle um 35° zu überwinden, anschliessend in idealer Neigung (um 30°) ins Pässchen hoch. Der NW-Grat ist notorisch abgeblasen (tatsächlich windet es dort auch heute stark), besser man hält sich südlicher vom Sommerweg, Platz gibts vorerst genug. Die Flanke engt gegen die seilgesicherte Stelle aber immer mehr ein und erfordert zuletzt sichere Aufstiegstechnik. Dort die Skier kurz an den Rucksack und das Seil hoch. Anschliessend in zehn Minuten mit Skiern die wieder relativ breite Flanke zum Gipfelkreuz vom Ortstock (2717m). Die Aussicht vom beliebten und mit über 2700m hohem Wanderklassiker lässt wenig Wünsche offen. Besonders eindrücklich natürlich das nahe Dreigestirn Höch Turm, Grisset und Bös Fulen.

Wer zur Glattalp zurückkehrt, wählt bei sehr sicheren Verhältnissen die steile Westflanke direkt ab Gipfel. Aufgrund meiner Rundtour halte ich mich an die Aufstiegsroute. Obschon ich die abgeblasene Flanke möglichst vorsichtig befahre, handle ich mir zwei böse Kratzer ein. Versöhnlich stimmt mich die steile, lohnende NE-Abfahrt von der Furggele (2402m) zum Lauchboden runter. Übrigens, der Grat ist meist verwächtet. Am einfachsten erfolgt der Einstieg beim Felsklotz, wo auch der Sommerweg durchführt.

Ich felle wieder an und umrunde - leicht ansteigend - den Flätstock. Ein Abstieg bis zur Erigsmatt (2082m) macht wenig Sinn, denn bald ist man froh um jeden Höhenmeter... der ewig langen Charetalp wegen. In der Abfahrt halte ich möglichst hoch (südlich) und stöckle emsig. So schaffe ich es immerhin bis Läcki. Hier wieder anfellen und in einer gefühlten Ewigkeit zum Pfaff (2109m) hochtraversieren. In der Abfahrt zurück zur Glattalphütte (1896m) finde ich wie erwartet schön aufgesulzte Hänge vor.

Nachdem ich das zurückgelassene Material verstaut habe, geht's an die Talabfahrt durch die Chrümpfen. Diese weist zahlreiche (kurze) Steilstellen auf und erfordert sichere Verhältnisse. Vor allem aber erfordert sie gute Sichtverhältnisse, um die Durchgänge der Felsbänder zu erwischen. Anschliessend unschwierig über zunehmend schweren Schnee zurück ins Sali und direkt weiter aufs Schnipo ins Gasthaus Schwarzenbach.


Zeiten
2:45  Ortstock
2:00  Pfaff
0:45  Sali

Hike partners: Bergamotte


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Comments (1)


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Felix says:
Sent 3 May 2015, 22h07
sehr schön, die "kleine Zugabe" ;-)


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