Muntognas digls Lajets 2791,9 m - Warme Felsen und gefrorene Seen


Published by Ivo66 , 1 November 2014, 18h10.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike: 1 November 2014
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 5:00
Height gain: 1120 m 3674 ft.
Height loss: 1120 m 3674 ft.
Route:Marmorerasee (Steinbruch) P. 1686 m - P. 1894 m - P. 2142 m - P. 2456 m - Südflanke - Muntognas digls Lajets 2791,9 m - Leg Neir - Leg Radund - Marmorerasee
Maps:1:25'000 Bivio

Die Mutognas digls Lajets sind eine Gratkette mit einigen kotierten Punkten bzw. Gipfelchen zwischen dem Marmorerasee und der Kette des Piz Platta. Der Blick vom Gipfel P. 2791,9 m zu diesem stolzen Berg ist denn auch überwältigend. Da seine recht steilen, meist nach Osten oder Südosten ausgerichteten Bergflanken im Frühjahr ziemlich schnell ausapern, eignet sich die Tour nicht nur während der Schneeschmelze nach dem Winter, sondern auch einige Zeit nach Neuschneefällen im Herbst.

Der tägliche Blick auf die Webcams des Oberhalbsteins in dieser Woche verhiess nichts Gutes: Der viele Neuschnee, welcher vor 8 Tagen gefallen war, machte nicht grosse Anstalten, wegzuschmelzen. Bald war auch klar, warum dies so ist: Die klaren Nächte sind eiskalt und lassen die Schneedecke immer wieder gefrieren, so dass die Sonne zu lange damit beschäftigt ist, nur schon die weissen Teppiche etwas aufzuweichen. So musste für heute also wieder eine Tour aus dem Hut gezaubert werden, in der sich der Schneekontakt in Grenzen halten sollte. Die Mutognas digls Lajets, die wir bisher nur von Frühjahrstouren kannten, waren das passende Ziel.

Die Gegend ist über weite Strecke frei von Bergwegen und sonstigen Pfaden, Alphütten und anderen Boten der Zivilisation. Dafür ist diese Ecke besonders reich an Wild - wir haben bisher jedes Mal hier Rudel von Gämsen oder Steinböcken angetroffen, aber noch nie auch nur einen einzigen Menschen. Dies sollte sich auch heute nicht ändern. Bereits bei der Ankunft auf der kleinen Hochebene mit den beiden Bergseen Leg Neir und Leg Radond konnten wir ein kleines Rudel Gämsen entdecken, welches sich geschickt durch die felsdurchsetzte Ostflanke hinauf bewegte.

Wir beschlossen sogleich, eine andere Variante als bisher für den Aufstieg zum Gipfel anzupeilen, nachdem wir die Ostflanke mit ihrem unübersichtlichen System von Grasbändern und Felsen etwas genauer unter die Lupe nahmen: Einen allzu steilen Eindruck machte sie nicht, was auch der Blick auf die Landkarte bestätigte. So stiegen wir im Slalomstil durch die wilde, unberührte Bergflanke hoch, wobei ab und zu auch die Hände zum Einsatz kamen. Dabei präsentierte sich der meist schöne Fels in der Sonne angenehm warm. Welch ein Kontrast zu den beiden vorher erwähnten Bergseen, die bereits von einer recht dicken, blanken Eisschicht überzogen waren und im Sonnenlicht glitzerten.

Die Gipfelrast konnten wir ausgiebig geniessen; auf dem höchsten Punkt wehte der zuvor etwas lästige, kühle Wind nur ganz schwach. Die Luft war klar wie so oft im Spätherbst, wobei das Gipfelpanorama aufgrund der höheren Berge rundherum zwar etwas eingeschränkt ist, aber aufgrund der offenen Landschaft doch ziemlich beeindruckend. Vor allem der benachbarte Piz Platta ist ein Blickfang, ebenso der Piz Forbesch und natürlich die Oberhalbsteiner Riesen auf der gegenüberliegenden Talseite, wie die Bergüner Stöcke sowie Piz d'Err und Piz Calderas.

Kurz folgten wir anschliessend dem Grat nach Süden und stiegen bald durch schön zu begehende Schutthänge ab zu den beiden gefrorenen Bergseen, wobei insbesondere der Leg Neir (Schwarzer See) beeindruckte und einen tollen Kontrast zu den halb verschneiten Bergen bildete.

Nun darf der grosse Schnee kommen, denn uns gehen langsam die (unter diesen Voraussetzungen noch machbaren) Gipfel aus...

Routenbeschreibung:

Bei unseren bisherigen Besteigungen sind wir etwas anderer Route zum Gipfel gelangt (siehe hier .)

Heute sind wir wenig nördlich von P. 2456 m direkt durch die Ostflanke aufgestiegen. Eine detaillierte Routenbeschreibung ist schwierig, da das meist liebliche Gelände verschiedenste Varianten offen lässt und man in der Routenwahl ziemlich frei ist. Wir hielten uns mehr oder weniger in der Falllinie, eher etwas rechts aufsteigend. Felsige Abschnitte werden meistens auf Grasbändern umgangen und Kletterstellen sind meist fakultativ.

Hike partners: Ivo66, Lena


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