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Halkyonische Tage in Valencia - UNESCO Welterbe Lonja de la Seda


Published by PStraub , 15 October 2014, 16h47.

Region: World » Spanien » Valencia » Valencia
Date of the hike:11 October 2014
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: E 
Time: 4 days

Vor Jahren hatten Irène und ich so ziemlich alle Hügel und Berge zwischen Alicante, Denia und Alcoj begangen/bestiegen - und die Touren jeweils mit einem Bad im Meer abgeschlossen. Diesmal war eher Kultur angesagt, doch auch jetzt durfte der Chillout am Strand nicht fehlen.
 
Valencia  ist die Hauptstadt der Comunidad Valenciana, einer der autonomen Regionen Spaniens. Seine Geschichte reicht bis in die Zeit der griechischen und karthagischen Kolonien zurück; aus fast jeder historischen Epoche finden sich auf dem Stadtgebiet Relikte und Gebäudereste. Das Museo de Historia (Calle Valencia 42; Metro Linie 3, Nou d'Octubre) hat eine ausgezeichnet aufbereitete Sammlung der Stadtentwicklung, die bis in die neueste Zeit geht.
 
Wer ein Hotel im Barrio del Carmen, der Altstadt hat, kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten leicht zu Fuss erreichen. Für Trips in die Umgebung ist eine Metro-Mehrfahrtenkarte praktisch.
 
Anders als Venedig oder Barcelona ist Valencia (bisher?) vom Massentourismus verschont geblieben. Zwar legen Kreuzfahrtschiffe gern im alten Hafen an, doch deren geführte Pulks fallen in der Stadt richtig auf: Die grosse Mehrheit der Passanten und der Gäste der Beizen sind Einheimische.
 
Das UNESCO Welterbe ist die Lonja de la Seda, ein eindrücklicher Gebäudekomplex im gotischen Stil. Im Hauptsaal, dessen Pfeiler und Gewölbe einen Palmenhain nachbilden, wurde früher Seide gehandelt. Der seitliche Anbau, das Consulado del Mar, hat eine reich geschnitzte Holzdecke voller allegorischer Symbole.
 
Die Kathedrale ist ein gotischer Bau auf einem romanischen Grundriss, die nur im Altarbereich mit barockem Schwulst zugepflastert wurde. Bemerkenswert sind der kuppel-ähnliche Vierungsturm mit zwei Fensterumgängen und der etwas abgesetzt stehende Glockenturm, Miguelete genannt. Die Fenster bestehen aus Alabaster, was dem Licht im Innenraum eine bräunliche Tönung gibt. 
 
Zwischen dem Bahnhof Estación del Norte (der im Süden des Stadtzentrums liegt!) und der Stadtverwaltung (Ayuntamiento) gibt es eine Reihe von prächtigen Jugendstil-Gebäuden; zu den bemerkenswertesten gehören die Hauptpost (Correos) und die Markthalle Mercado Central, die beide von gläsernen Kuppeln überdacht sind.
 
Durch eine unscheinbare Pforte an der Plaza del Arzobispo 2 kann man die Ausgrabungsstätte Cripta Arqueologica de San Vicente Martir erreichen. In der Tradition der Einheimischen heisst der Ort "Gefängnis des Hl. Vinzent", doch war es eine Grablege in einer Seitenkapelle der Kathedrale aus der westgotischen Epoche. Schon die freigelegten Steine beweisen, was die audiovisuelle Darstellung noch besser zeigt: Auch in der gemeinhin als kulturlos (miss-)verstandenen Zeit der Franken und Westgoten wurden Gebäude von gewaltigen Ausmassen errichtet.
 
Nur wenige Schritte davon entfernt ist das archäologische Museum La Almoina. Tatsächlich ist es alles andere als ein Museum, eher eine auf Glasböden begehbare Ausgrabungsstätte, in welcher verschiedene Siedlungsschichten bis zurück in die Zeit der römischen Republik sichtbar gemacht und die Funde erklärt werden.
 
Der Fluss Turia, der die Altstadt umfloss und begrenzte, hat die Stadt immer wieder überflutet. Nach der grossen Überschwemmung von 1957 beschloss man, diesen in ein neues Bett umzuleiten. Das dabei freigewordene Gelände ist jetzt eine kilometerlange Parkanlage mit einer Reihe von achitektonisch bemerkenswerten Bauten.
Der aus Valencia stammende Santiago Calatrava hat einige davon entworfen - und beim gigantischen Opernhaus "Palau de les Arts" hat er die Tradition der Überschwemmungen wieder aufleben lassen: Es regnet hinein.
 
Kein Besuch in Valencia ohne eine Paella - schliesslich wurde das Reisgericht hier erfunden. Wer allerdings Meeresgetier darauf will, muss das speziell erwähnen, die hier gebräuchliche Zubereitung kommt mit Kaninchen- oder Hühnerfleisch.
 
Obwohl, wie die meisten Städte der spanischen Levante, nicht direkt am Meer gelegen, hat Valencia auch einen Hafen und einen Strand. Im Hafen rosten noch einige Bauten des America's Cup vor sich hin, sonst ist es ein moderner Yachthafen mit entsprechender Klientel. 
 
Im Norden schliesst sich der unendlich lange, wunderschöne Malvarossa-Strand daran an, der per Bike oder Metro leicht zu erreichen ist. Wir hatten Mitte Oktober noch Wassertemperaturen von rund 23°C - so lassen sich auch ausgedehnte Stadtwanderungen und abendliche Völlereien einigermassen aushalten.

Irènes Hotyoga-Blog über Valencias Studios 1, 2 und 3.  

Hike partners: PStraub


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Valencia · rihu

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