Cima della Laurasca (2195m) & Cima Binà (2181m)


Published by أجنبي , 14 July 2014, 21h10.

Region: World » Italy » Piemonte
Date of the hike: 9 July 2014
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: I 
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.
Route:Fondo li Gabbi – Le Fornaci – Cortenuovo – Alpe Scaredi – Cima della Laurasca – Bocchetta di Scaredi – Cima Binà – Bocchetta di Campo – Cima Binà – Bocchetta di Scaredi – Alpe Scaredi – Cortenuovo – La Cascina – Fondo li Gabbi
Access to start point:Auto bis Fondo li Gabbi
Access to end point:Auto ab Fondo li Gabbi
Accommodation:Campeggio La Pineta, Santa Maria Maggiore
Maps:LK 1:50.000: Parco Nazionale Val Grande, Val Vigezzo, Verbano, Valle Ossola, Locarnese e Centovalli

Angesichts der desaströsen Wetterprognosen flüchteten wir von der Alpennordseite in den Süden. Einmal mehr kübelten wir all unsere Pläne für ein paar schöne Gipfel im Engadin (Piz Linard, Piz Kesch etc.) und brüteten stattdessen über Wetterkarten. Das Ergebnis: In der Gegend zwischen Centovalli und Valle d'Ossola sollte es einigermassen trocken und sonnig sein, also los dorthin!

 

Mit den letzten Regenschauern erreichten wir am Dienstag Santa Maria Maggiore im Val Vigezzo, wo wir uns auf einem Campingplatz einnisteten. Die Dörfer im Val Vigezzo wirkten, als sei gerade Nebensaison. Für unsere erste Tour suchten wir uns den Cima Pèdum aus, der im Führer von Alberto Paleari („Le più belle vie di roccia dell'Ossola dal I a V grado“, ital., neben weiteren Führern und Karten in einer Buchhandlung im Zentrum von Santa Maria Maggiore erhältlich) mit I und F- bewertet wird. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch den Cima della Laurasca besteigen und bestenfalls überschreiten.

 

Das Wissen darum, „in den Ferien“ zu sein und die Kälte ausserhalb des Schlafsacks liessen uns – für unsere Verhältnisse – spät starten. Wir fuhren nach Malesco, dort an der Kirche vorbei und hinein bzw. hinauf ins Valle Loana (ÖV gäbe es, einfach etwas später). Beinahe zuhinterst im Tal, in Fondo li Gabbi, liessen wir um ca. 8.45 Uhr das Auto stehen und marschierten an einer Herde Hochlandrinder und an drei Eseln vorbei auf der östlichen Talseite nach Le Fornaci. Das Tal muss einen strengen Winter erlebt haben. So zumindest berichtete man uns später beim Panache in La Cascina. Schnee habe es bis zum Abwinken gehabt. In der Tat hatte der Winter Spuren hinterlassen: Diverse Lawinenkegel mit Schneeresten waren jetzt noch zu sehen, Bäume wurden entwurzelt und viel Geröll die Hänge hinunter verfrachtet.

 

Am Talende wechselten wir – brückenlos – auf die andere Bachseite, wo's nun endlich den Berg hoch ging. Auf einem guten Wanderweg ging's nach Cortenuovo und dann zur Alpe Scaredi hoch, die wir nach eineinhalb Stunden erreichten. Dort ist auch eins der zahlreichen, unbewarteten und sehr spärlich eingerichteten Biwaks des Val Grande, daneben steht ein Brunnen mit frischem Wasser.

 

Weiter ging's auf dem markierten Weg in Richtung N-Grat des Cima della Laurasca. Bald verzweigte sich dieser: ein Weg nach Westen, einer zur Bocchetta di Camp und einer hoch zu unserem Gipfel. Diesen erreichten wir kurze Zeit später, nämlich zwei Stunden nach Abmarsch in Fondo li Gabbi bzw. rund eine halbe Stunde nachdem wir die Alpe Scaredi passiert hatten.

 

Lange wollten wir auf dem Gipfel nicht verweilen, hatten wir doch noch den Cima Pèdum eingeplant. Der direkteste Weg dorthin führt über den Grat – und der sah machbar aus. So stiegen wir also ein paar Meter von der Cima della Laurasca in eine Scharte ab und kraxelten (I) auf den Grat hoch. Diesen verliessen wir bis kurz vor der Bocchetta di Scaredi nicht. Die Schlüsselstelle war klar eine Platte, die es abzuklettern (II) galt. Unmittelbar vor der Bocchetta standen wir vor einem gähnenden Abgrund, weshalb wir einem Pfad folgend in die N-Flanke abstiegen. An einer Stelle musste ziemlich ausgesetzt ein Felsbauch umgangen werden, wobei diese Stelle wohl vermeidbar gewesen wäre. Vom Cima della Laurasca bis zur Bocchetta di Scaredi benötigten wir eine halbe Stunde.

 

Nun folgten wir dem einfachen (bei Nässe jedoch etwas heiklen), markierten und an zwei Orten mit einem Drahtseil gesicherten Wanderweg in Richtung Bocchetta di Campo. Hin und wieder verliessen wir den Weg, um direkt über den Grat zu schreiten bzw. zu kraxeln (dasselbe auch auf dem Rückweg). Um 12.15 Uhr, d.h. 45 Minuten nach der Bocchetta di Scaredi, trafen wir beim Biwak auf der Bocchetta di Campo ein.

 

So reizvoll unser Ziel, der Cima Pedùm auch aussah: die dunklen Wolken in der Umgebung mahnten zur Vorsicht. Gemäss Führer dauerte der Abstieg und der Aufstieg zum Gipfel 1h 30min. Bei unserem Tempo rechneten wir mit etwas mehr als zwei Stunden, bis wir zurück auf der Bocchetta di Campo wären. Danach würde noch der lange Abstieg nach Fondo li Gabbi folgen... Angesichts der offensichtlichen Wetterverschlechterung liessen wir schweren Herzens vom Pedùm ab. Zur Entschädigung „erhielten“ wir eine neugierige Gemse, die nicht etwa von uns weg rannte, sondern auf uns zu lief.

 

Auf dem Rückweg folgten wir nach der Bocchetta di Scaredi natürlich nicht dem Grat, sondern dem Wanderweg. Glücklicherweise zogen sämtliche Regenwolken knapp an uns vorbei. Auf der Nordseite des Cima della Laurasca waren noch einige grosse, recht steile Schneefelder zu bewältigen. Kurz vor der Alpe Scaredi erhielten wir erneut Besuch: diesmal von etwas scheueren Gemsen. Kurz nach 16 Uhr bestellten wir im Restaurant bei La Cascina unser wohlverdientes Panache.


Hike partners: أجنبي


Gallery


Slideshow Open in a new window · Open in this window


Post a comment»