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Vom Chacaltaya (5421m) zum Paso de La Cumbre - 5000er, Lagunen und Lamas


Published by simba , 17 July 2014, 20h26.

Region: World » Bolivien » Cordillera Real
Date of the hike:12 June 2014
Hiking grading: T4- - High-level Alpine hike
Mountaineering grading: F
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: BOL 
Time: 2 days
Height gain: 1350 m 4428 ft.
Height loss: 1900 m 6232 ft.
Access to start point:Am besten schliesst man sich einer der gefuehrten Touren zum Chacaltaya (ca. 70 BOL pP + 15 BOL Eintritt am Chacaltaya) an und kuendigt vorher an, dass man ab dort andere Plaene hat.
Access to end point:Eine Abholung vom Cumbre Pass kann man bei Agenturen in La Paz organisieren (ca. 250 BOL pro Auto) . Ansonsten gibt es am Pass genuegend Verkehr, um mit Trampen erfolgreich nach La Paz zurueck zu kommen.
Accommodation:Albuerge Pampalarama (für bolivianische Verhältnisse sehr teuer - aber unterstützenswertes Konzept)

5000er Sammeln - eine Beschäftigung, der man nicht überall nachgehen kann. La Paz bietet sich dafür jedoch besonders an, dank fast 4000m Meereshöhe und leicht erreichbarer, noch höherer Tourenausgangspunkte.

So lassen sich auf der obigen Tour an zwei Tagen "mal eben" sechs Gipfel mitnehmen, die den Mont Blanc locker toppen - letztlich eine ideale Akklimatisation für höhere Ziele. Eine traumhafte, einsame Landschaft mit wunderbaren Lagunen und in den Vegetationszonen Lamas als stetige Begleiter gibt es gratis dazu. Die Orientierung ist trotz zahlreicher wegloser Teile insgesamt einfach - wir hatten eine allenfalls rudimentäre Karte (ca. 1:200.000) dabei, was völlig genügte. Richtig verlaufen kann man sich nicht, allenfalls mal einen kleinen Umweg einbauen. Leider ging unser Kamera-Akku am 2. Tag zur Neige, weshalb es teils nur schlechte Handy-Bilder gibt.

Der Chacaltaya als erster 5000er ist dabei leicht zu haben: Von der Skihütte am Ausgangspunkt sind es nur ca. 200Hm bis zum Pico Sur, dem Gipfel, an dem vor dem Klimawandel der Skilift endete. Der Hauptgipfel und damit auch der höchste Punkt der Tour wird durch einen kurzen Zwischenabstieg und erneuten kurzen Aufstieg auf deutlichem Pfad erreicht.

Bis hierhin kommen die meisten der "üblichen" Chacaltaya- Besteiger, die anschließend wieder den Abstieg zur Skihütte antreten. Wir dagegen widmeten uns auf der anschließenden Kammwanderung den weiteren Gipfeln des Massivs, die - beginnend mit dem unbenannten Pt. 5250 - einer nach dem anderen überschritten werden können. Immer wieder findet man dabei Wegspuren, wobei die Wegführung als solche jederzeit offensichtlich ist. Als Untergrund dominiert vielfarbigster und geologisch sicher hochinteresannter Schutt, nur selten gibt es kurze einfache Felspassagen. Teilweise waren aber Mitte Juni auch noch Schneepassagen zu bewältigen.

Den Cerro Khiar Kherini ersteigt man am besten durch eine linksseitige Umgehung der noch teilweise vergletscherten Südflanke und des Gipfelaufbaus und anschließenden Aufstieg durch seine Nordwestflanke, die wunderbar-rutschigen Steilschutt bietet - und damit uns noch nicht gut akklimatisierte Zeitgenossen ziemlich ins Schnaufen brachte. Im Abstieg ist kurz oberhalb des folgenden Sattels eine ziemlich ausgesetzte, aber leichte Kletterstelle zu überwinden (I+), die sich dank guter Bänder überraschend einfach auflöst. Letztlich handelt es sich dabei um die einzige Stelle der Tour, die eine Bewertung mit T4 rechtfertigt. Ansonsten ist das Gelände zwar oft schuttig, rutschig und weglos, aber insgesamt völlig unproblematisch.

Auch den Gipfelaufbau des Cerro Charquerini umgeht man linkerhand und ersteigt den Gipfel schließlich über den gutmütigen NW-Rücken. Wir hatten zunächst angenommen von dort weiter dem Grat zum Passo Charkini folgen zu können. Dieser stellte sich jedoch als nicht oder zumindest nicht zeitsparend gangbar dar, weil doch einige Türme hätten erklettert werden müssen. Wir stiegen daher wieder um den Gipfelaufbau herum zurück und nach Westen über einfache Geröllfelder in ein kleines Tälchen ab. In diesem Tälchen steigt man weiter ab und kommt wieder in eine Zone vorhandener Vegetation. Von dort bieten sich tolle Ausblicke auf das vergletscherte Massiv des Cerro Charkini, den wir Wochen später noch ersteigen sollten. Auf ca. 4800m setzten wir zu einer rechtshaltenden, weglosen Querung in Richtung Passo Charkini an und erreichten knapp unterhalb des Passes, die von unterhalb des Zongo Passes dorthin führenden Pfadspuren.

Im Abstieg zur Laguna Pampalarama ist dann noch einmal einiges an Strecke zu bewältigen. Man sollte sich tendenziell immer eher links halten, wo man immer wieder Pfadspuren oder sogar einen richtigen Pfad findet. Wg. der vielen "Lama-Pfade" (zurückzuführen auf viele Lamas) ist die Orientierung aber nicht immer einfach - wir hielten uns öfters einfach ans weglose Gelände. Unterhalb eines kleinen Restgletschers des Charkini-Massivs steigt man auf eine Moräne in ein wunderbares grasiges Bachdelta ab. Nach dessen Durchquerung müssen leicht rechtshaldend noch diverse Felssporne im Auf und Ab gequert werden, bevor letztlich der Blick zur Laguna Pampalarama frei wird und man über Geröllhänge zu dieser absteigt. Man kann dort entweder im dortigen Gasthaus (für bolivianische Verhältnisse teuer, sehr nette Wirtsleute) übernachten oder irgendwo oberhalb sein Zelt aufschlagen. Die Lagune kann man beinahe als Oase einordnen - kaum zu glauben, dass man eine derartige Ruhe und Landschaft kaum eine Stunde Fahrt vom Zentrum La Pazs entfernt findet.

Am 2. Tag der Tour wollten wir vor dem Abstieg zum Cumbre Pass noch den Cerro Saturno mitnehmen. Wir stiegen daher nicht in Richtung Osten zum Passübergang zum Paso de la Cumbre auf, sondern hielten uns nordöstlich und erreichten auf gutem Pfad so alsbald eine schöne weitere Lagune. Von dort hielten wir uns östlich und erstiegen über schier endlose, weglose Schutthänge eine Scharte westlich des Cerro Saturno. Zwar finden sich auf dem Anstiegsweg insgesamt 3-4 Steinmänner, diese scheinen jedoch geradezu wahllos platziert, so dass man die richtige Anstiegsrichtung am besten nach Gefühl und/oder Kompass austariert. Von der so erreichten Scharte, erstiegen wir über den steileren Grat in Kürze den Cerro Saturno (T3) .

Der Abstieg zum Abra Chukura - dem Beginn des Choro-Trail - vollzieht sich dann auf einem guten Pfad. Knapp oberhalb des kleinen Passes liegt eine kleine Lagune, die - wohl dank mineralischer Inhaltsstoffe - in den fantastischsten Farben leuchtet. Aufgrund der noch nicht fortgeschrittenen Zeit erstiegen wir im Anschluss auch noch den nordöstlich des Abra Chukura gelegenen Cerro Kolini, der sogar eine (verfallene) Gipfelhütte bietet, bevor wir durch eine offensichtliche, in der Regenzeit wohl als Bach fungierende Geröllrinne direkt zum Cumbre Pass mit seinem großen See abstiegen. Dort beendeten wir nach fünf 5000ern, ca. (größenabhängig) vier - sieben Lagunen und in etwa 300 Lamas unsere zweitägige Trekkingtour.

Hike partners: simba, Nala


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