Vom Nebelhorn zum Laufbacher Eck


Publiziert von monigau , 19. Juni 2014 um 11:13.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Allgäuer Alpen
Tour Datum:15 Juni 2014
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Aufstieg: 400 m
Abstieg: 700 m
Strecke:14,3 km - Nebelhorn Gipfel - Edmund Probst Haus - Zeigersattel - Laufbacher Eck - Edmund Probst Haus

Höhenwanderung auf der Via Alpina

Viele der unzähligen lohnenden Gipfelziele und Wanderrouten des Allgäus liegen direkt vor der Haustür Oberstdorfs. Also fuhren wir heute mal wieder in  diese schöne Wandergegend. Mit zwei verschiedenen Wanderrouten im Rucksack ging es zeitig los, denn die Strecke dorthin ist ja bekannt für viele Staus. Dem war heute nicht so und wir kamen früh genug an der Talstation der Nebelhornbahn an, um uns mit der ersten Gondel um 8.30 Uhr in luftige Höhen schaukeln zu lassen. Keine Seilbahn im Allgäu bringt den Wanderer höher hinauf. In drei Etappen geht es mit zweimal Umsteigen bei den Stationen Seealpe und Höfatsblick bis knapp unter den Gipfel des Nebelhorns auf 2210 m hoch.

Hier trennten sich unsere Wege. Während die Alpinos sich auf dem  Hindelanger Klettersteig abmühen wollten, hatte ich mir ein moderateres Ziel gesetzt: das Laufbacher Eck, eine schöne Höhenwanderung, die grandiose Ausblicke versprach. Zuerst wollte ich aber noch auf dem Gipfel des Nebelhorns stehen, stieg die letzten 14 m hoch und ließ mir dort den g'hörigen Wind um die Ohren pfeifen. Die Aussicht war etwas getrübt, denn die südliche Bergregion war in Wolken gehüllt.

Noch ein kurzer Blick hinunter zu den Alpinos, die sich startklar machten, und dann begann auch ich meine Tour. Hier oben herrscht im Winter reger Skibetrieb und dementsprechend sieht es auch aus. Wären da nicht die vielen hübschen Blümchen, die jedes Wiesenstück zahlreich bewachsen, wäre es wohl noch trostloser. Der Abstieg durch die Mulde zur Station Höfatsblick und zum Edmund Probst Haus war wirklich nicht berauschend, aber die Aussicht hoch zum Hindelanger Klettersteig entschädigte mich etwas.

Vom Edmund Probst Haus aus folgte ich dem Wanderweg 8 zum Laufbacher Eck, der erst etwas bergab führt. Bis zum Zeigersattel, einem schönen Aussichtspunkt, geht es bequem auf einem breiten Weg weiter. Links befindet sich der Zeiger, rechts der Hüttenkopf und der Blick hinunter zum Seealpsee ist wunderschön. Bei der nächsten Weggabelung hat man die Möglichkeit rechts hinunter zum malerischen See zu steigen.

Ich wandte mich links und wanderte entlang des Seealpseekessels an dem nun schmalen Bergpfad am Hang entlang, überquerte zwei Restschneefelder und das ziemlich matschige Dahinter und folgte dem blumenreichen Weg unter der Kammhöhe um die Seeköpfe herum Richtung Schochen. Hier macht der Weg ein scharfe Biegung nach Osten, nach rechts fällt das Gelände 600 Meter tief ins hintere Oytal ab.

Da das Wetter heute etwas durchwachsen war, zogen immer wieder Nebelschwaden vom Tal rauf und hüllten die Berge beinahe gespenstisch ein, besonders die Höfats, die ich fast auf der gesamten Tour im Blickwinkel hatte, zeigte sich immer wieder in neuem Licht und ließ mich die Kamera zücken. Überhaupt gibt es auf dieser Tour viele schöne und abwechslungsreiche Fotomotive. Auch konnte ich bei einem Blick zurück den Hindelanger Klettersteig in seiner ganzen beeindruckenden Länge überblicken. Und ein besonderes Wegzeichen begegnete mir einige Male. Ich befand mich auf einer Teiletappe der Via Alpina einer über 5000 km langen beschilderten Wanderroute zwischen Monaco und Triest.

Beim Lachenkopf betrat ich dann erstmals felsiges Gelände und passierte eine mit Drahtseil gesicherte Passage bevor ich dann mein Ziel erreichte. Davor hieß es aber noch den einzigen richtigen Anstieg, einen steilen Serpentinenweg hoch zur Passhöhe des Laufbacher Ecks und dann auf einem Grasgrat hoch zum Gipfel zu steigen.

Das Laufbacher Eck ist ein wahrer Knotenpunkt von Graten: Im Süden kann man Himmelhorn, Schneck und Rotkopf erklimmen, im Westen Schochen und Lachenkopf und im Norden Giebel, Berggächtle und Salober. Über das Himmeleck kann man hinunter zur Käseralm und dann ins Oytal wandern. Von dort aus besteht die Möglichkeit mit dem Stellwagen, dem Bus und Rollern, die man ausleihen kann, zurück nach Oberstdorf zu gelangen.

Nach einer kurzen Gipfelrast machte ich mich wieder auf den Rückweg und traf mich an der Bergstation Höfatsblick wieder mit den Alpinos, die mich schon erwarteten. Gemütlich gondelten wir dann wieder runter nach Oberstdorf und waren alle drei recht zufrieden mit unserem Tag in den Allgäuer Alpen.

Fazit: Normalerweise ist der Andrang an der Nebelhornbahn groß, aber wenn man rechtzeitig dran ist und eine der ersten Gondeln erwischt, dann kann man auf Grund der vielen Wandermöglichkeiten ungestört eine der vielen Touren in Angriff nehmen und ungestört die Natur genießen.




Tourengänger: monigau


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Kommentare (2)


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Felix hat gesagt:
Gesendet am 3. Januar 2015 um 18:55
da hast mich wieder fürs Allgäu motiviert - und grad noch für den Hindelanger Klettersteig; danke liebe Monika!

hg Felix

monigau hat gesagt: RE:
Gesendet am 5. Januar 2015 um 11:02
da hättet Ihr bestimmt Euren Spaß ... aber unbedingt mit der ersten Bahn rauf fahren, denn da oben herrscht reger Betrieb!

lg Monika


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