Neue Route durch die Nordwand des Morchopf


Published by TeamMoomin , 13 June 2014, 21h02.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike: 8 June 2014
Hiking grading: T3+ - Difficult Mountain hike
Mountaineering grading: AD-
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 12:00
Height gain: 2500 m 8200 ft.
Height loss: 2500 m 8200 ft.

Nach dem Bärenhorn gings zurück nach Chur und dann nach Tamins, von da aus sollte dann mein zweites Abenteuer dieses Wochenende starten.....

Da die Busse auch am Abend noch gewaltig Verspätung hatten kam ich erst kurz vor 22Uhr in Tamins an definitiv zu spät um mit dem ganzen Gerödel noch bis zur Ringelspitzhütte hochzulaufen, denn laut Wanderweg sinds immerhin 4Stunden.

Also lief ich durchs Dorf und kurz dahinter steuerte ich einen geschützen Übernachtungsplatz an den ich mal entdeckt hatte und machte mir dort ein Biwak.

Am Anderen Morgen gings dann um halb Sechs gemütlich los. Bei noch angenehmen Temperaturen lief ich ich via Foppaloch zum Kunkelpass und anschliessend zur Ringelspitzhütte hinauf. Da ich dort schon etwas vor 9Uhr ankam und so gut in der Zeit lag gönnte ich mir erst mal ein Kaffi und einen halben Liter Rivella.

Dann schaute ich mir noch kurz die Winterroute auf die Ringelspitze an doch die ist wie ich schon vermutet hatte nicht mehr begehbar, also machte ich mich auf zum Sandboden denn dort möchte ich mir mal was von nahem anschauen gehen. Und zwar war ich mal bei meiner RIngelspitz Recherche auf Hikr über dieses Foto gestolpert, was mich seit dem nie mehr ganz los gelassen hatte. Denn die Frage welche dieses Foto ausgelöst hatte war die, "ist es möglich die Nordwand via eines der Couloirs zu durchsteigen und so in direkter Linie auf den Gipfel des Morchopf zu gelangen?"

Und darauf wollte ich heute eine Antwort finden. Von den Sandboden aus ging ich nun Richtung Tschepp bis ca. zur Höhenlinie 2600. Dort machte ich nochmals eine grosse Rast legte die Steigeisen und den Helm an dazu kam nun der Pickel in die Hand.

Ich wollte zuerst durch das Linke Couloir (Couloir1 auf den Fotos) aufsteigen da dies am direktesten zum Gipfel führte. So stieg ich dann am rechten Rand der Lawinenspur welche aus dem Couloir hinunter kam langsam und konstant auf, bis zur Engstelle dort beschleunigte ich ziemlich stark da ich in diese objektiv gefährlichen Stelle (STeinschlag,Schneerutsche) nur absolut das nötige Minimum an Zeit veringen wollte. Nach der Engstelle querte ich nach links auf ein kleines Zwischenplateau auf dem ich dann erst mal wieder verschnaufen konnte und mir den oberen Berich in Ruhe ansehen konnte.

Das mittlere Couloir (auf den Fotos als zweites bezeichnet) endete nach wenigen Metern in einer senkrechten felswand die viel zu schwierig zum Free Solo klettern aussah, also fiel das schon mal aus. So machte ich meinen ersten Versuch ganz links, dort hatte es eine Felsstufe die kletterbar aussah. Also nochmals über ein ziemlich steiles Schneefeld hoch und dann stand ich auch schon am EInstieg. Was für ein bröckliges etwas von einem Felsen, so schlechten Fels hatte ich noch nie gesehen.

So kletterte äusserst vorsichtig und mit viel ausräumen einzelner Tritte und Griffe die wenigen Meter hoch zu einem kleinen Zwischenboden. Auf dem war dann aber Schluss da er gegen hinten jäh in die Ostwand abbrach und gegen oben hin in brüchiger Kletterrei senkrecht empor führte die ich auf IV-V einschätze für mich aslo nicht im Traum Free Solo zu klettern.

Also suchte ich mir einen stabilen Fels und seilte mich der einfachheitshalber die wenigen Meter wieder ab (darum führe ich bei solchen Unternehmen immer die Ausrüstung mit mir mit denn solch brüchiges Gestein wieder abklettern zu müssen wäre sicherlich nicht lustig). Nun beschloss ich zum dritten Couloir hinüber zu queren, vielleicht würde ich dort direkt aufs Gipfelplateau aufsteigen können.

Die Querung forderte dann meine ganze Konzentration, es war echt steil! und der Schnee doch etwas aufgeweicht, obwohl der obere Teil der Wand total im Schatten lag, hatte die Wärme auch hier gewirkt.

Bei dritten Couloir hatte es dann an dessen Ende eine riesen Wechte die mir mit nur einem Pickel und nur sehr beschränken Sicherungsmöglichkeiten in dem sehr schmalen Couloir zu heikel erschien (hatte Angst das wenn die Wechte abbricht es mich in dem engen Coiloir einfach runterspülen würde).

Aslo querte ich weiter zum vierten Couloir kam aber plötzlich auf einem Felsplateau an von dem es mehrere Meter senkrecht zum Couloir hinunter ging, aslo wieder eine Sackgasse, so musste ich zuerst einige Meter absteigen bevor eine Traverse ins Couloir hnein möglich war, udn dann endlich im 4ten Couloir war es möglich bis aufs Gipfelplateau hinauf zu steigen. Ich kam dann nicht ganz direkt auf dem Gipfel an aber doch immerhin in dessen Nähe.

Nun gings gemütlich zum Morchopf und dann noch schnell zum Crap Mats. Beide Gipfel bieten zusammen ein tolles Bouquet an Panorama von Tiefblicken auf die Ringelspitzhütte udn Tamins bis herrliche Aussicht zur Ringelspitz und Glaserhorn, Calanda etc.

Total glücklich genoss ich die Gipfelrast war mein Abenteuer doch super verlaufen. Zwar war es mir mit meinem Können nicht möglich gewesen eine direkte Linie zum Gipfel ziehen aber ich ahbe sozusagen die ganze Nordwand abgesucht bzw. besucht, und das ist doch auch was.

Von Oben sah ich überigens noch dass das dritte Couloir evtl. doch machbar ist (Siehe Foto).

Der Abstieg durch das ziemlich enge 4te Couloir das wieder bis ganz unten führt ging ich dann sehr zügig an da auch hier das Gelände objektiv nicht gerade sicher ist.

Dann einen gemütlichen Abstieg zur Hütte wo ich nach einem Liter Rivella udn einem erneuten Kaffee beschloss doch noch heute in einem Rutsch ins Tal zu gehen und nach Hase zu fahren.

FazIt: Eine tolle Tour die noch viele Möglichkeiten aufzeigt, was machbar wäre mit anderem Euqipement und besserem Können. Schön mal sozusagen eine Nordwand für Hikr erkundet zu haben. DerZeitrahmen wo dies möglich ist dürfte allerdings sehr beschränkt sein da es einerseits Schnee braucht aber anderseits keinenfalls zu viel haben darf und er wrklich gesetzt sein muss.
Die Schwierigkeitsangabe bezieht sich vorallem auf die Steilheit des Geländes der objektiven Gefahren und dem sehr schlechten Zustand des Gesteins. Steigt man hingegen direkt durchs 4te Couloir ohne das ganze Asprobieren aus so würde ich die Tour mit WS+ und ohne Kletterschwierigkeit angeben.

Und ABSOLUTE HELMPFLICHT!!


Dies war für eine Weile die letzte Tour für Moomin, da er nun im Plüschtierspital weilt (Er muss einige Fäden neu machen lassen und einige Stellen ausbessern lassen), aber spätestens in drei Wochen zum grossen Abenteuer ist er dann sicherlich wieder dabei.

Hike partners: TeamMoomin


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Comments (2)


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Hampi says: Gratulation
Sent 15 June 2014, 20h16
Lieber Oli
Zu deiner Leistung, deiner Tour und den prächtige Fotos möchte ich dir herzlich gratulieren. Ich staune immer wieder, was du "solo" alles erreichst.

Viele Grüsse

Hampi

TeamMoomin says: RE:Gratulation
Sent 16 June 2014, 13h39
Lieber Hampi

Danke viel mals für deine Gratulation. Backe zwar kleinere Brötchen als du aber freue mich auch jedesmal was man mit beschränkten Fähigkeiten alles machen kann. Und beim Solo finde ich halt vorallem das "sich mit sich selbst auseinadner setzten" schön, und generell finde ich "Neuland" immer eine tolle Sache.

Lg Oli


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