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Piz Traunter Ovas 3152 m - Nochmals Traumverhältnisse im Engadiner Schnee


Published by Ivo66 Pro , 4 May 2014, 15h31.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike: 4 May 2014
Ski grading: PD
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:45
Height gain: 1050 m 3444 ft.
Height loss: 1050 m 3444 ft.
Route:Alp Güglia - Valletta dal Güglia - Fuorcla Margun - Fuorcla Traunter Ovas - Südwesthang - Piz Traunter Ovas
Maps:S 1:50'000 Julierpass

Der Piz Traunter Ovas trohnt hoch über dem hinteren Val Bever. Durch seine etwas vorgeschobene Lage bietet er einen prächtigen Ausblick über das genannte Tal. Er ist sozusagen eine Aussichtskanzel, welche dem etwas höheren Piz Surgonda vorgeschoben ist. Seine etwas isolierte Lage in einer traumhaften  Berggegend beschert ihm - obwohl er teilweise von höheren Gipfeln umgeben ist - eine umfassende Aussicht.

Im Sommer  wird der Piz Traunter Ovas, wie alle seine Nachbarn, ungleich seltener bestiegen als im Winter, wenn die Unmengen an Schutt und Geröll unter einer kompakten Schneedecke liegen und man mit den Skiern nur darüber gleiten muss. Dieses Jahr scheint im Oberengadin der Mai klar noch zum Winter zu zählen; obwohl wir ob der grossen Schneemassen im Bilde waren, hätten wir doch nicht mit so tollen Verhältnissen gerechnet, wie wir sie heute antreffen durften. Dass wir am Berg sowohl im Auf- als auch im Abstieg ganz alleine unterwegs waren, rundete den perfekten Skitourentag ab.

Die von uns gewählte Route - im Aufstieg und auf der Abfahrt identisch - ist für eine Besteigung des Piz Traunter Ovas eher ungewöhnlich, da der Berg normalerweise im Anschluss an den Piz Surgonda angehängt oder von der Chamanna Jenatsch aus bestiegen wird. Unsere Variante weist in der Traverse von der Fuorcla Margun zur Fuorcla Traunter Ovas ein langgezogenes Flachstück auf, wobei auf dem Rückweg zur Fuorcla Margun für knapp 50 Höhenmeter nochmals angefellt werden muss. Bei den heute guten Schneeverhältnissen mit etwas Neuschnee auf harter Unterlage bereitete aber selbst dieser Abschnitt Skivergnügen, fällt doch das Gelände meist doch etwas ab.

Kurz nach 07:00 Uhr starteten wir das heutige Unternehmen auf der Engadiner Seite an der Julierpassstrasse (Alp Güglia), wo uns von Beginn an bei einer Aussentemperatur von -4°C ein steifer, eiskalter Wind entgegenblies. Man wähnte sich heute etwa Mitte Februar - nicht nur der Kälte wegen; immerhin präsentierten sich auch die Schneeverhältnisse fast so wie im Hochwinter. Nach knapp 1 1/2 Stunden Aufstieg erhaschten wir im langgezogenen Valletta dal Güglia die ersten Sonnenstrahlen, die aber wegen des immer noch bissigen Winds kaum für Erwärmung sorgten.

Ohne Pausen stiegen wir stetig hoch, auch die Fuorcla Margun lud wegen der Böen nicht zu einem Kurzaufenthalt ein. An geeigneter Stelle fuhren wir mit den Fellen an den Skiern ein Stück ab und querten dann die riesige Mulde am Fusse des Piz Surgonda. Längst waren wir für die Spurarbeit auf uns alleine gestellt; diese gestaltete sich im Schlussaufstieg über den recht steilen Südwesthang ziemlich anspruchsvoll, glitten wir doch immer wieder auf der dünnen Neuschneeauflage auf kompakter Unterlage etwas ab.

Das Panorama über dem Engadin, welches sich auftut, wenn man den Gipfelbereich betritt, ist atemberaubend. Leider peitschte auch auf dem Gipfel der Wind gnadenlos durch die Gegend; man musste beim Abmontieren der Felle auf der Hut sein, dass keine Utensilien vom Wind fortgetragen wurden. Was aber danach auf der Abfahrt folgte, entschädigte für alle Mühen: Schönster, unverspurter Pulver warteten am viel zu kurzen Gipfelhang.


Selbst auf der Abfahrt von der Fuorcla Margun ins Valletta dal Güglia waren die Verhältnisse noch mehr als passabel; der Pulver wurde von der inzwischen stärker scheinenden Sonne etwas angesulzt, während im lange Zeit im Schatten gelegenen unteren Bereich gar eine pistenähnliche Unterlage wartete.

Fazit: Unsere späteste Skitour in einem Jahr überraschte mit Schneeverhältnissen, die so gar nicht daran erinnerten, dass der Mai bereits begonnen hat. Wahrscheinlich war's das noch nicht gewesen mit der Skitourensaison. Hinzu kam heute eine Fernsicht, welche man im Mai in der Regel nicht vorfindet.

Routenbeschreibung:

Alp Güglia - Fuorcla Margun:
Vom Parkplatz an der Julierpassstrasse (Engadiner Seite) auf der Alp Güglia steigt man (zur Zeit und für den Rest der Tourensaison auf der rechten Talseite) durch das Valletta dal Güglia auf. Nach einem langgezogenen Flachstück setzt man den Aufstieg in gleicher Richtung noch bis etwa 2780 m. ü. M. fort und biegt dann - unter dem Corn Margun querend - nach Westen ab. Bald darauf steigt man wiederum in nördlicher Richtung zur Fuorcla westlich des gleichnamigen Bergs auf.

Fuorcla Margun - Fuorcla Traunter Ovas 

Fuor

Direkt an der tiefsten Stelle der Fuorcla Margun ist das Gelände, welches zum Vadret Traunter Ovas abfällt sehr steil und zur Zeit verwechtet. Man steigt deshalb von Vorteil noch etwas in westlicher Richtung auf, wo man bald problemlos mit den Fellen traversierend abfahren kann. In meist flachem oder nur wenig ansteigenden Gelände steigt man zur Fuorcla Traunter Ovas auf, zuletzt ziemlich nahe am Gipfelaufbau des Piz Traunter Ovas.

Fuorcla Traunter Ovas - Piz Traunter Ovas
Man traversiert in nordwestlicher Richtung unter dem Gipfelaufbau hindurch, wo man auf den Südwesthang stösst, über welchen man zum Gipfel aufsteigt.

Hike partners: Ivo66, Lena


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Comments (2)


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bidi35 says: Tolle Skitour...
Sent 4 May 2014, 16h24
...und tolle Bilder natürlich...gratuliere...macht gluschtig!!!

Im Wallis war es heute auch wolkenlos, aber viu viu wärmer!!!!!!

LG Heinz

Ivo66 Pro says: RE: Tolle Skitour...
Sent 4 May 2014, 16h55
Danke Heinz. Ja, auf die eine Seite hätten wir es gerne auch etwas wärmer gehabt, dann wären aber die Schneeverhältnisse nicht so toll gewesen...

LG Ivo


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