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Der Schopf - Gipfel ohne Haare


Published by Erdinger , 8 February 2014, 19h58.

Region: World » Germany » Östliche Mittelgebirge » Bayerischer Wald
Date of the hike: 8 February 2014
Hiking grading: T2 - Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 2:45
Route:ca. 10,5 km
Access to start point:Von München kommend: A92 bis zum Kreuz Deggendorf, nun auf die A3 Richtung Nürnberg/Regensburg. Abfahrt Schwarzach nehmen und Richtung Sankt Englmar fahren. Nach ca. 10 -12 km am "Landgasthof zum Hirschenstein" rechts abbiegen und der Straße bis Rettenbach folgen. Hier kann man bei der Kirche parken.
Accommodation:Rettenbach, Sankt Englmar

Dieses Mal habe ich mich für eine kleine, aber sehr feine Tour auf den weniger bekannten Berg mit dem Namen Schopf (925m) entschieden. Ach ja: Spontane (aber kurze) Kletterei inklusive! 
Vom Parkplatz in Rettenbach gehe ich der Straße entlang (links) an einer kleinen Kapelle vorbei. Ich schlendere die Straße weiter bergab. Rechterhand erkenne ich schon mit leuchtenden Augen einen recht steilen, kleinen Anstieg. Ist doch klar: Am Ende der Rundtour besuche ich dich! 

Über eine kleine Brücke und dann nach links der Beschilderung 9 "Schopfrundweg" folge ich weiter einem Forstweg. Achtung: Hier könnte man auch geradeaus gehen ("Schopf/Kostenz"). Hier kommt man am Ende der Tour auch raus. 

Nun gehe ich in raschem Tempo ca. 1km den Forstweg entlang, bis in einer Linkskurve ein weiterer Weg nach rechts abzweigt. Diesem steinigen und stellenweise verschneiten Weg folge ich dann und die erste Verwirrung macht sich breit: Ich suche den Mühlgrabenweg (Beschilderung: blaue Welle) und stapfe etwas unsicher weiter. Nun würde geradeaus eine Beschilderung Richtung Schopf/Kostenz gehen, doch mein erstes Etappenziel ist der "Grimmeisenweiher", der nicht in dieser Richtung liegt. Ich folge also dem Weg nach links, auf dem sich nur ein paar Tierspuren befinden. Ich denke mir frohen Mutes, dass es doch schön ist, der "erste Mensch" auf diesem Weg zu sein. Irgendwann wird das Gelatsche auf dem arg verschneiten Weg doch ein wenig nervig und ich entschließe mich kurzerhand, nach rechts durch freies Gelände bergan zu steigen. Und tada....: Nach kurzer Zeit stehe ich auf dem wunderschönen Mühlgrabenweg, der von einem ebenso schönen Bach begleitet wird. 
Der Weg ist deutlich ausgetreten, dennoch komplett menschenleer. Ich folge dem Pfad (Südosten) bis ich zum einem Holzschild komme: Grimmeisenweiher! Doch gefunden. Puhh... 
Der malerisch gelegene und zugefrorene Weiher lädt eigentlich zum Verweilen ein, doch ich möchte weiter. Doch wohin? Der Schopf liegt im Süden. Gut, dann eben dem Kompass nach. Ich stiefle mal wieder durch eher nicht stark begangenes Gelände, vorbei an einem tollen Jägerstand, bis ich nach kurzer Zeit auf einem Forstweg mit (leider arg lädierter) Langlaufloipe lande. Hier links weiter Richtung Süden. Unfassbar: Ich sehe zum ersten Mal Menschen bei dieser Wanderung: Ca. 8 - 10 werden es schon gewesen sein. ich passiere zwei Hütten (hier geht es rechts zum Schopf) und gehe bis zu einer Verzweigung, bei der man sich zwischen dem Schuhfleck (links, Vorberg des Hirschenstein) und Grandsberg (rechts) entscheiden kann. Hier schaue ich kurz begeistert auf die Donauebene und erkenne sogar schwach die Alpen. Die Alpen... Nein nicht schwelgen, weiter geht's! Nach ca. 100m bergab Richtung Grandsberg verliere ich die Lust und steige nach rechts einfach hinauf. Die Hoffnung, wieder auf den "Normalweg" zum Schopf zu treffen, bestätigt sich nach einigen schweißtreibenden Minuten. Ich folge nun dem Weg bis ich den Schopfgipfel erreiche. Trotz des Namens entdecke ich außer den meinen (und die sind auch nur noch sporadisch vorhanden) keine Haare. Fernsicht Fehlanzeige, dafür ein monströses Gipfelkreuz. Ich unterhalte mich kurz mit einem netten, etwas älteren Herren, der nach unserem Gespräch einfach steil vom Gipfel weglos absteigt. Wau, so fit möchte ich später auch noch sein! 
Ich folge der Beschilderung rote 9/grüne 2 Kostenz (steiler Weg). Und ob der steil ist! Immer weiter, immer weiter, bis ich kurz vor dem Erreichen einer Straße auf einmal auf total vereistem Weg gehe. Mit den Stöcken kann ich einiges ausgleichen, aber leg doch einfach deine Grödeln an, du Hirsch!  Ich bin aber zu faul und hätte das fast mit einem gemeinen Sturz bezahlt. 
Glück gehabt, dann weiter der Beschilderung nach Kloster Kostenz. Hier muss ich kurz auf einer (schwach) befahrenen Straße entlanglaufen. Brav halte ich mich links. Die mir entgegenkommenden fünf Wanderer benutzen die gesamte Straße in ihrer vollen Breite. Und da kommt schon der erste PKW! Die Hupe ertönt, die Gruppe entzweit sich um kurz danach wieder zur vollen Breite anzuwachsen. Hoffentlich ging das alles gut! 

Ich komme am Kloster an (der Parkplatz ist wirklich sehr voll) und mache mich auf zum wirklich sehenswerten Waldfriedhof. Wunderschön! 

Zurück zur Straße und ich folge der Beschilderung weiter bis nach Rettenbach. Und wieder wird der Boden eisiger. Und wieder lerne ich es nicht: Leg doch endlich die Grödeln an, Mensch! 

Ich schaffe es dennoch und erreiche nach ca. 2 Stunden und 25 Minuten die kleine Brücke vom Anfang der Tour. 

Gleich erreiche ich Rettenbach... doch da war doch noch was... ach richtig, ein kurzer aber steiler Anstieg nach links, den ich mir zu Beginn schon angesehen habe. Kurz überlegt, doch dann geht's los. Die Hände müssen raus aus den Hosentaschen, und dann klettere ich ( in etwa Grad I, vielleicht etwas geringer) den Hang hinauf. Ein wenig aufpassen muss ich zwar, doch nach kurzer Zeit bin ich oben. Ich überquere eine Wiese und komme, erstaunlicherweise doch einigermaßen erschöpft, am Parkplatz an. Jetzt aber ins Auto und nach Hause, Bayern spielt gegen den Club! 

Hike partners: Erdinger


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Comments (2)


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Frangnevi says:
Sent 8 February 2014, 22h29
Klingt nach einer schönen Tour. Aber typisch Region Sankt Englmar... etwas Forschergeist und Fährten finden gehört dazu.

Erdinger says: RE:
Sent 9 February 2014, 20h17
Ja, so ist das! Gelegentlich ist die Beschilderung schon dürftig... Aber mal weglos aufzusteigen und seinen Orientierungssinn zu gebrauchen, hat schon auch was!
viele Grüße


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