COVID-19: Current situation

Castalegns 3021 m - Der kleine Bruder des Piz d'Err


Published by Ivo66 , 28 September 2013, 19h53.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:28 September 2013
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:15
Height gain: 1150 m 3772 ft.
Height loss: 1150 m 3772 ft.
Route:Alp Flix - Tgalucas - P. 2072 - P. 2269 - Tellers Dafora - P. 2970 - Castalegns P. 3021
Access to start point:Neue Fahrstrasse zur Alp Flix (von Sur aus durchgehend asphaltiert). Der Parkplatz befindet sich neu auf 1900 m. ü. M., was den Zugang zur Alp Flix etwas verlängert gegenüber der alten Strasse. Die Parkuhr musste heute mit CHF 12.-- gefüttert werden, um auf der Tour nicht zu sehr in Eile zu geraten.
Maps:1:25'000 Bivio und Savognin

Der Castalegns ist ein Trabant auf dem Nordgrat des berühmteren Piz d'Err. Er wird sehr selten bestiegen, obwohl er von der Alp Flix ohne Schwierigkeiten erreicht werden kann. Man muss allerdings eine gehörige Portion Leidensfähigkeit für Alpinwandern in steilem Geröll mitbringen, will man den Gipfel erreichen. Ohne diese Passion gibt es aber allgemein in den Oberhalbsteiner Bergen kaum einen Blumentopf zu gewinnen.

 Auf dem Gipfel lässt sich gut die Nordgratroute zum Piz d'Err studieren, und die Aussicht ist durchaus beachtlich; nur der mächtige Piz d'Err, welcher ihn doch um 350 Meter überragt, schränkt das Panorama etwas ein, ist dafür aber eine besondere Augenweide. Ansonsten braucht sich der Castalegns nicht hinter den prominenteren Gipfel der Gegend zu verstecken.

Bis heute war der Castalegns ein weisser Fleck auf hikr.org; es wurde höchste Zeit, dies zu ändern, denn der SAC-Clubführer bezeichnet ihn als "touristisch wenig interessant". Und dies heisst nichts anderes als: Herrliche Berglandschaften, unberührte Natur und Einsamkeit - genau so haben wir es dann auch vorgefunden.

Tief herbstlich präsentierte sich heute die Hochebene der Alp Flix: Gelbbraunes Gras mit roten Heidelbeersträuchern und gelb gefärbten Büschen, wohin das Auge auch reichte. Mit jedem Schritt schien die ganze Welt stiller zu werden; die Kühe mit ihren grossen Glocken haben die Alpweiden verlassen und Wanderer waren heute auch keine unterwegs; erst ganz am Ende der Tour sind wir vereinzelten Jägern begegnet, ansonsten wir das ganze Gebiet für uns alleine beanspruchen durften.

Stellenweise war es heute windstill, weshalb der Aufstieg über längere Strecken im T-Shirt erfolgen konnte; die Herbstsonne schien sich noch einmal aufzubäumen und dem drohenden Winter den Kampf anzusagen. Ruhig und glatt wie ein Spiegel lag auf etwa 2500 m. ü. M. das namenlose Seelein unter der fast endlosen Geröllhalde Tellers Dafora. Im türkisblauen Wasser spiegelte sich jeder einzelne Stein und das satte Grün der moosigen Stellen am Seegrund drang bis an die Oberfläche. Ein herrlicher Platz zum Verweilen, sowohl im Auf- als auch im Abstieg tankten wir hier etwas Kraft.

Anschliessend galt es, im Geröll über 500 Höhenmeter zunächst im Aufstieg zu bewältigen. Aus ganz unterschiedlichen Gesteinsarten bestehend, wurde hier das Gelände nach oben immer steiler, bis wir uns zuletzt durch ziemlich rutschigen Schiefer auf die Grathöhe kämpften. Immer eindrucksvoller ragte der Piz d'Err in den blauen Himmel - zwei Bergsteiger standen auf seinem Haupt. Wir begnügten uns für heute mit dem Castalegns, der als sein kleiner - ganz kleiner - Bruder bezeichnet werden kann.

Die Gipfelrast konnten wir in völliger Einsamkeit geniessen; es war erneut windstill geworden und dementsprechend liessen wir uns Zeit, wohl auch im Wissen, dass der Abstieg nicht ganz von selbst erfolgen würde. Und so war es denn auch: Während im oberen Teil der feine Schiefer zum Rutschen einlud, war bald einmal grosse Vorsicht am Platz, denn das Geröll war zum Absurfen zu hartnäckig, zum gemütlichen Absteigen aber auch wieder zu lose.

Immer wieder zogen heute Schleierwolken vorbei und zeitweise wurde der hellblaue Himmel ziemlich milchig. Insgesamt aber erlebten wir einen herrlichen, ruhigen Herbsttag in einer sehr schönen, alpinen Gegend, fast vor unserer Haustüre.

Routenbeschreibung:

Alp Flix Parkplatz (1900 m) - Tgalucas (T1)

Etwas umständlich erreicht man gemütlich auf alten und neuen Fahrsträsschen die Siedlung Tgalucas.

Tgalucas - Seelein bei P. 2557 m (T3)

Man folgt dem markierten Wanderweg Richtung u. a. "Falotta" bis zum Wegweiser östlich von P. 2502 m der Hügel von Falotta. Bei P. 2269 m muss man beachten, dass der Weg nach links über den Bach folgt (die dort in der Falllinie nach oben führende Wegspur verliert sich irgendwo weiter oben...) Vom Wegweiser steigt man weglos über meist gut begehbares Wiesengelände und über einzelne Geröllblöcke in östlicher Richtung auf, wo man nach das hübsche Seelein östlich von P. 2557 m erreicht.

Seelein bei P. 2557 m - Tellers Dafora - P. 2970 m (T4)

Der Aufstieg erfolgt nun ausschliesslich über Schutt- und Geröllgelände unterschiedlichen Gesteins. Man ist in der Routenwahl völlig frei und steigt dort auf, wo es einem am besten behagt; das Gelände ist übersichtlich. Zuletzt erfolgt der Aufstieg in einem aus dunklem Gestein bestehenden markanten Tälchen.

P. 2970 m - Castalegns (T3+)

In recht gut begehbarem Schiefergeröll steigt man nun zuerst über den breiten, recht steilen Grat Richtung Gipfel auf. Einen markanten Vorgipfel umgeht man in der Flanke links, wo rasch der Blick zum Gipfelsteinmann frei wird. Meines Erachtens ist der höchste Punkt nicht beim markanten Gipfelsteinmann, sondern noch einige einfache Schritte weiter entfernt.

Hike partners: Ivo66, Lena


Gallery


Open in a new window · Open in this window


Post a comment»