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Hohes Rad (2934m) - Wechselbad der Gefühle


Published by churfirst , 25 August 2013, 18h40.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Silvretta
Date of the hike:24 August 2013
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 8:30
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.
Route:Bielerhöhe-Radschulter-Hohes Rad-"Piz 6R"-Wiesbadener Hütte-Ochsental-Bielerhöhe
Access to start point:PKW
Access to end point:PKW
Accommodation:Zahlreiche Möglichkeiten im Paznauntal - mit der "SilvrettaCard" kann die Hochalpenstraße mautfrei benutzt werden. Wir waren im Hotel Tannenhof bei Ischgl, das sehr zu empfehlen ist.

Mit einer Gruppe von 9 Personen auf einen prachtvollen Aussichtsgipfel, der gerne auch ein paar Schwierigkeiten und ein wenig Kraxelei erfordern darf. Das war meine Aufgabenstellung vor einigen Wochen im Rahmen der Vorbereitung eines angedachten Wanderwochenendes in der Silvretta.
 

Mir kam sofort das Hohe Rad in den Sinn, bei dem ich aufgrund der Witterungsverhältnisse bisher nie weiter als bis zur Schulter gekommen war. Natürlich habe ich mich durch Literatur und auch auf dieser Plattform informiert und gerade die Tour von [u_dulac] http://www.hikr.org/tour/post67793.html war mir wegen ihrer Aktualität eine wertvolle Anregung.

 
Auch wir begaben uns von der Bielerhöhe her kommend auf die direkteste, weiß-blau-weiß markierte Route über die Radschulter (2697m), welche rasch an Höhe gewinnt. Verbrachten wir die erste Stunde noch in recht gutem Gehgelände, wich dieses dann einer spannenden Kraxelei im Blockgelände, um schließlich in einer steilen Mulde zu münden. Das in dieser befindliche Altschneefeld kann entweder links umgangen oder zum Aufstieg genutzt werden - bei uns entschieden sich manche für jene, manche für die andere Variante. Nach knapp 2 Stunden hatten wir die Radschulter erreicht.
 
Von hier aus galt es, sich an den roten Markierungen bis zum Gipfel zu orientieren, den wir nach gemütlichen 40 Minuten erreichten - der Steig erfordert freilich absolute Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Aber auch wenn man über diese Attribute verfügt, kann sich das berühmte Restrisiko realisieren! Nachdem wir ausgiebig auf dem Hohen Rad gerastet hatten und die leider wetterbedingt etwas reduzierte Aussicht genossen, geschah es: In einer eigentlich recht einfachen Gehpassage trat eine Teilnahmerin etwa 3 Meter vor mir auf eine etwa einen halben Quadratmeter große Steinplatte, die sich als locker herausstellte, sie wackelte kurz hin und her, um dann aber kopfüber den Hang hinunter zu stürzen. Zu unser aller großem Glück war der Fall aber schon einen Meter später beendet und sie konnte sich noch fangen - sie blieb vollkommen unverletzt, aber nicht auszudenken, wenn die Situation an ausgesetzterer Stelle aufgetreten wäre. Der Stein ging ca. 50 Meter hinab und verfehlte auch nur zufällig andere Gruppenmitglieder. Für mich war das der bisher furchtbarste Moment meiner gesamten „Bergkarriere“. Ich teile dies hier mit, damit sich jeder Leser darüber bewusst werden kann, wie schnell auch in vermeintlich einfachem Gelände auch erfahrene Bergwanderer verunfallen können.      
 
Nach einigem Durchatmen setzten wir die Wanderung in Richtung Wiesbadener Hütte fort, wobei wir noch den „Piz 6R“ erklommen. Gerade als wir die Hütte erreicht hatten, begann es zu regnen und wir wanderten im Regen über das Ochsental zurück zum Silvretta-Stausee.
 
Fazit: Landschaftlich sehr reizvolle Tour mit großem Schutzengel-Einsatz.

Hike partners: churfirst


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Comments (4)


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Sent 25 August 2013, 19h29
Gerade um sich des überall lauernden Restrisikos bewusst zu bleiben, sind solche Beschreibungen immer wieder wichtig. Schön, dass es hier glimpflich ausgegangen ist.
Gruss, countryboy

churfirst says: RE:
Sent 26 August 2013, 16h17
Ja, denk ich auch - gerade Phasen der kurzzeitigen Entspannung sind gefährlich.

Allzeit unfallfreie Touren!

Viele Grüße
Michael

dulac says: Die Schutzengel ...
Sent 26 August 2013, 00h41
... waren in den letzten Tagen offensichtlich im Großeinsatz gegen das sogenannte Restrisiko (siehe auch *Bericht von teammoomin). Welch Glück, daß alles gut gegangen ist, auch wenn der Schreck sicher noch einige Zeit vorhalten wird.

LG Wolfgang

churfirst says: RE:Die Schutzengel ...
Sent 26 August 2013, 16h25
Ich will gar nicht wissen, wie viele Beinahe-Unfälle es sonst noch jeden Tag am Berg gibt. Wenn ich an den Absturz denke, wird mir in der Tat immer noch anders. Sie hat es letztlich leichter genommen als ich selbst und auch ihr Partner, der das Ganze von vorn ansehen musste (niemand ist an irgendwas schuld, aber als "Hauptverantwortlicher" macht man sich halt trotzdem seine Gedanken). Wird Zeit für eine weitere Tour, um das Geschehene noch besser zu verarbeiten.

Viele Grüße
Michael


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