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Läsisteck - Geheimtipp reloaded


Published by Wanderer82 , 24 August 2013, 17h44.

Region: World » Switzerland » Bern » Oberhasli
Date of the hike:21 August 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 800 m 2624 ft.
Access to start point:Ab Meiringen mit Postauto (zuschlagspflichtig auch für GA-Besitzer --> 10.-) bis Broch

Aufmerksam geworden durch diesen Bericht http://www.hikr.org/tour/post24794.html, wollte ich mir die Sache mit dem Läsisteck selber mal zu Gemüte führen. Es sollte mein erster richtiger T5er werden.

Per Bahn und Postauto lässt man sich nach Broch befördern. Der Chauffeur ist gesprächig und erklärt durchs Mikrofon die Fahrt. Die meisten Berggänger steigen in Rosenlaui aus oder fahren bis zur Schwarzwaldalp. Für diese Tour jedoch verlässt man die Gesellschaft dazwischen, in Broch.

Die Haltestelle befindet sich direkt nach einer kleinen Brücke, über welche man zum Wegweiser zurückläuft. Der Weg zum Läsisteck bzw. vorerst zur Scheenenbielalp ist nicht angegeben. Man findet den Einstieg allerdings recht einfach. Quer über die noch sehr nasse Wiese linkerhand geht's, immer links haltend zum Wald hoch. Dort erblickt man beim Näherkommen auch schnell einen guten Pfad, der über ein "Bächleinbett" und durch einen Holzdurchgang in den Wald führt. Zügig gewinnt man an Höhe. Nach Verlassen des Waldes wird es weniger steil. Die Wegspur ist immer sehr gut sichtbar bis zur Scheenenbielalp. Ab da war wohl mal ein Weg durchgehend vorhanden, man sieht ihn aber nicht immer. Sehr wenige rote Striche an Felsen helfen ein wenig. Jedoch direkt bei der Hütte ist noch nichts zu sehen. Man halte sich klar rechts, dort gibt es einen kleinen Hügel. Geht man auf diesem weiter die Ebene hinauf, trifft man rasch wieder auf eine Spur und die besagten Markierungen (es sind aber wirklich nur 2, 3). Der Verlauf ist trotz unterbrochenen Weges ziemlich klar. Später wird der Pfad auch wieder deutlicher und führt an einen Zaun, den man übersteigt.

Möchte man allerdings zum Scheenenbielhubel, sollte man nach oder schon vor dem Zaun rechts halten. Ich ging vor der Besteigung des Läsisteck auch auf den Scheenenbielhubel und musste dann, weil ich schon weiter links war, im steileren Gras wieder rüberqueren.

Nun zurück zum eigentlichen Ziel. Nach dem Zaun führt die gute Spur kurz nach links weiter, wo einem die blaue Aufschrift "L" mit Pfeil die Richtung weist. Hier gelangt man an einen breiten "Bach" (schon fast eine Art Schlucht) mit viel grossen Steinen. Rüber kommt man sehr gut ohne nass zu werden. Auf beiden Seiten steht auch ein Steinmännchen. Allerdings hatte ich hier grösste Mühe vom Bach auf den Hang zu gelangen. Dieser ist nämlich sehr lose, rutschig und steil. Ein Ausrutscher könnte beim Absturz runter ins Bachbett, wo es sehr "zerklüftet" ist, böse enden. Ich bestieg dann zuerst den Scheenbielhubel und kehrte später nochmal zu jener Stelle zurück. Ich empfehle genau auf der Höhe des Felsens mit der blauen Aufschrift zu queren, nicht auf Höhe der Steinmännchen. Dort, also eher links, ist der Hang begrast und das Gelände besser begehbar, da etwas gestuft. Hat man den Hang erstmal unter den Füssen und ist ein paar Meter hochgestiegen, erreicht man eine recht breite Spur im Schutt, jedoch immer noch steil. Das ändert sich jedoch gleich. Eine erste flachere Querung im grasigen Gelände steht an. Das Weglein ist nur leicht ausgesetzt, einmal muss man ein Gesträuch umgehen, woran man sich festhalten kann. Der erste Aufschwung ist wieder mit einem Pfeil markiert; leichte, etwas ausgesetzte Kraxelei. Ein flacher Geröllabschnitt wird gequert. Dann weiter queren. Es folgen ein kurzer kraxliger Abstieg, eine exponierte Querung auf gutem Pfad, dann viel sehr grosses Geröll, jedoch problemlos zu passieren. Wieder blau markiert eine kurze, einfache Kletterstelle nun am festen Fels. Die Freude dauert allerdings nicht lange, gleich danach wieder sehr steil und rutschig. Mehr oder weniger im Zickzack geht's hoch. Hier muss man aufpassen, dass man sich nicht zu lange links hält, sonst ist's vorbei mit der - für diese Verhältnisse - angenehmen "Spur". Ein Pfeil deutet an, nach rechts zu gehen, jedoch muss man sich den besten Übergang kurz aussuchen. Dieser ist etwas oberhalb des Pfeils... wieder mal eine etwas tricky Stelle. Nun wieder queren, ansteigend. Später wartet noch eine anspruchsvolle, exponierte Passage. Auf der ganzen Strecke gibt es immer mal wieder Abschnitte, die sehr rutschig und abschüssig sind. Auch Haltegriffe sollte man auf Festigkeit testen, es ist viel lose. Am Schluss nochmal ein anständiges, flacheres Weglein, das zum grossen Steinmann leitet. Weglos kann man noch ganz aufsteigen zum zweiten Steinmann. Von dort die Aussicht zu den Engelhörnern und nach Meiringen geniessen.

Für mich war die Schlüsselstelle gerade beim Einstieg, also der Aufstieg von diesem Bachbett. Danach braucht's psychologisch zwar recht gute Nerven, aber es ist machbar. Einfach vorsichtig die Schritte setzen und immer die Augen offen halten, damit man nicht vom optimalen Weg abkommt, den man auch wirklich praktisch immer "sieht". Bei einigen Stellen musste ich kurz inne halten und ein paar Schritte zurücksteigen, weil ich gesehen habe, wo es eigentlich durchgeht. Achtung auch, wenn man zu zweit ist, wegen Steinschlag vom Vordermann. Den Abstieg empfand ich als einfacher als erwartet, auch der Abstieg zum Bachbett bereitete mir nun keine Probleme mehr. Vielleicht weil man sich nach dieser langen Exponiertheit und Rutschigkeit langsam daran gewöhnt hat und das Gefühl dafür bekommt, was geht und was nicht.

Ich war jedenfalls stolz, mein erstes T5 hinter mich gebracht zu haben und wünsche allen viel Spass beim Nachsteigen dieses anregenden Geheimtipps!

Hike partners: Wanderer82


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Comments (2)


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bergstrolk says: Danke!
Sent 24 August 2013, 18h18
Super Bericht in allen Belangen - detailliert und macht beim Lesen wie Anschauen Freude, geistig mitzuwandern!

Ursula says: in der Tat....
Sent 22 October 2017, 18h41
...ein spannendes Unterfangen!

l. G. U


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