Churfirsten: Abbruch nach dem 7.Gipfel


Published by quacamozza , 24 August 2013, 22h37.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:22 August 2013
Hiking grading: T6 - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: III (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: Churfirsten   CH-SG 
Time: 13:00
Height gain: 3700 m 12136 ft.
Height loss: 3000 m 9840 ft.
Access to start point:Mit Auto bis Unterwasser Talstation Iltiosbahn oder cff logo Unterwasser
Access to end point:Mit Auto bis Starkenbach Talstation Selunbahn oder cff logo Starkenbach
Maps:LK 1:25 000 Nr.1134 Walensee

Durchfall, Bauchschmerzen und eine totale innere Schlappheit, das Nicht-Einhalten-Können vorgegebener Zeiten - nicht nur Marathonläufer steigen manchmal ungewollt und vorzeitig aus einem Lauf aus.

Gesundheitliche Probleme hatte ich bisher recht wenige. So war es denn für mich eine unangenehme Erfahrung zu spüren, dass man an manchen Tagen besser nicht loslaufen sollte.

Geplant war eine größere Churfirsten-Tour. 7 plus x war das Ziel, nur 7 sind es heute geworden. Während andere Leute froh sind über eine Seven-Summits-Tour, waren mir sowohl die Enttäuschung als auch die Krankheit am Abend deutlich anzusehen. Glücklicherweise habe ich rechtzeitig aufgehört. Die Gesundheit ist das Wichtigste. Vor 30 Jahren wäre ich wahrscheinlich unvernünftiger gewesen.

Einige schöne Erlebnisse dieses verkorksten Tages konnte ich dann doch noch mit nach Hause nehmen: Die altbekannten Schafe am Schibenstoll, Schneehühner, die stimmungsvolle Nach-Vollmondnacht, eine für den Hochsommer hervorragende Aussicht und im Nachhinein die Gewissheit, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.


Inhaltlich ist zur Tour bereits alles gesagt. Ich habe die Ideallinie so gut wie nie getroffen und mehrmals eine viertel bis halbe Stunde zusätzlich investieren müssen. Zusammen mit der schlechten Tagesform und entsprechend langen Pausen benötigte ich brutto ein Drittel mehr Zeit als sonst. Wegen der besonderen Umstände verzichte ich deswegen auch auf Zeitangaben und verweise insoweit auf *meinen ersten Bericht. Dort ist auch die genaue Wegführung dargestellt.

Die Selun-Ostflanke stellte mich fast vor eine unlösbare Aufgabe. So leicht es vor zwei Jahren war: Dieses Mal war der Durchstieg auch nach viermal probieren einfach nicht zu finden. So durchstieg ich dann die Flanke direkt viel zu weit oben und kam erst auf ca. 2080m auf den Rücken. Eine schwierige und gefährliche Gras- und Felskletterei, die in keiner Weise empfohlen werden kann. Nichts mehr mit T 4, T 5 oder II. Das war eine ganze Nummer heftiger, deshalb meine hohe Schwierigkeitsbewertung. Aber auch insoweit ist der Bericht natürlich nicht repräsentativ.

Warum bin ich nicht unten auf ca. 1920m eingestiegen? Nun, ich habe auf dem Frümsel einen Einheimischen getroffen, der mich auf einen (angeblich noch nicht offiziellen, neu angelegten) "Schnüerli-Weg" durch die Ostflanke hingewiesen hatte. Ich meinte dann zunächst auch, eine Spur erkannt zu haben, was sich weiter oben allerdings als falsch herausstellte. Kurz und gut: Bisher gibt es keinen neuen Weg. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Das Gluristal hat mit Genuss nichts zu tun. Oft habe ich kleine rote Punkte bemerkt, übrigens auch bei der Querung nach dem Zuestoll, allerdings nicht durchgehend und definitiv nicht auf der besten Linie. Gut ist es auf jeden Fall, zunächst auf dem grasigen Rücken des P.1899 abzusteigen, was ich leider unterlassen habe.

Schneehühner im Gipfelbereich des Brisi hatte ich bisher nicht vermutet. Fantastisch, diese Tiere mal ganz aus der Nähe anschauen zu dürfen. 

Offensichtlich trocknen bestimmte Wegabschnitte den ganzen Sommer nicht vollständig ab. Man muss immer mit glitschigem Geläuf rechnen. Und dann die vielen mühsamen Abschnitte...ja, es gibt wirklich angenehmere Bergtouren.

Ich habe damit gerechnet, heute weitere hikrs zu treffen. Aber nichts da. Dabei hat es den Anschein, dass im Moment ein Seven-Pack angesagter als ein Six-Pack ist.  

Fazit: Kein schöner Ausflug diesmal, aber vielleicht gibt es ja irgendwann noch eine weitere Churfirsten-Tour, die den Namen dann auch verdient. 

 

Hike partners: quacamozza


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