COVID-19: Current situation

Piz Vadret 3199 m und Piz da las Sterlas 3175 m - Mitten in der Engadiner Waschküche


Published by Ivo66 , 23 August 2013, 17h41.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike:23 August 2013
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:30
Height gain: 860 m 2821 ft.
Height loss: 860 m 2821 ft.
Route:Muottas Muragl - Fuorcla V. Champagna - Nordostgrat - Piz Vadret - Nordostgrat - Piz da las Sterlas - Fuorcla V. Champagna - Muottas Muragl
Maps:1:25'000 St. Moritz

Der Piz Vadret im Oberengadin - nicht zu verwechseln mit seinem um einiges anspruchsvolleren Namensvetter im Grialetschgebiet - war schon lange ein Tourenziel von uns. Bisher hatte uns wohl vor allem der steile Geröllhang in seiner Westflanke von einer Besteigung abgehalten. Auf der Landkarte sieht das Ganze dort nämlich sehr ungemütlich aus. Wie ein Kartenbild täuschen kann, erlebten wir heute auf eindrückliche Weise: Das Gelände ist an der erwähnten Stelle zwar durchaus steil, doch für eine Geröll- und Schutthalde von dieser Neigung relativ angenehm begehbar.

Benützt man wie wir heute die Standseilbahn vom Talboden hinauf nach Muottas Muragl, erreicht man den Gipfel ohne grosse Mühen und hätte viel Zeit, die schöne Bergwelt im Engadin zu geniessen. Hätte, denn das Wetter hielt sich nicht an die Voraussagen: Als wir im Engadin eintrafen, erwartete uns nicht wie noch vor 8 Stunden vorausgesagt ein blauer Himmel, sondern Hochnebel im Tal und ausgedehnte Wolkenfelder darüber, welche die Sonne nur selten durchblicken liessen. Daran änderte sich im Verlaufe des Tages wenig, es herrschte richtiges Waschküchenwetter. Immerhin blieb es bis kurz vor der Rückkehr an der Bergstation der Bahn trocken, ehe es sachte begann zu regnen. 

Das ziemlich trübe Wetter liess die langen, schwarzen Schutthalden im Aufstieg noch düsterer aussehen. Durch die ständig wechselnden Wolkenbilder wurde hie und da noch noch etwas Sicht frei auf die umliegenden Berge. Der Piz Vadret ist aber ein Berg, den wir wohl wieder einmal besteigen werden; dann sicher bei bestem Wetter, denn die tolle Aussicht, die er dann zu bieten hat, lässt sich auch so erahnen. 

"Vadret" heisst auf Deutsch übersetzt "Gletscher". Davon ist am Piz Vadret allerdings nicht mehr viel übrig geblieben, nur noch ein etwas mehr als 50 Meter langes und wenige Meter breites Firnfeld, unter welchem stellenweise noch etwas Eis zu erkennen ist, ruht in der Einsattelung zwischen dem Piz Vadret und seinem kleinen Nachbarn, dem Piz da las Sterlas, welchen man fast im Vorbeigehen noch mitnehmen kann.

Routenbeschreibung:

Muottas Muragl - Fuorcla V. Champagna (T2)

Von der Bergstation folgt man dem ausgeschilderten Weg Richtung Fuorcla V. Champagna. Es sind etwas verwirrend viele Abzweigungen vorhanden und deutliche Markierungen fehlen zu Beginn. Am besten fährt man, wenn man stets den breitesten Weg nimmt, der zu Beginn lange nur ganz wenig aufsteigt. Vor dem Lej Muragl zweigt der Weg nach links ab und erreicht in einigem Auf und Ab die Einsattelung bei der Fuorcla V. Champagna (Wegweiser).

Fuorcla V. Champagna - Piz Vadret via Nordostgrat (T4)

Vom Wegweiser aus folgt man weglos ein Stück weit dem breiten, grasigen Kamm. Über eine kurze Fels- bzw. Schrofenstufe erreicht man flacheres Gelände, von wo man nach rechts in die Schutthalden ausweicht. Man steigt am besten eher links haltend auf (immer wieder Steinmänner). Teilweise sind auch Wegspuren vorhanden.

Im mittleren Abschnitt wird das Gelände steil, ist aber recht gut begehbar - man steigt einfach dort auf, wo man sich am besten fühlt. Bald erreicht man wieder flacheres Terrain und erblickt bald das Firnfeld mit einigen eisigen Stellen des darunter liegenden harmlosen Gletscherchens. Man überquert das Firnfeld, um geradeaus zum Nordostgrat zu gelangen.

Über den Nordostgrat steigt man Richtung Gipfel auf. Im unteren Teil kann man zwei Aufschwünge rechts in schuttigem Gelände einfach umgehen. Weiter oben ist an ein, zwei Stellen etwas Kletterei erforderlich (I). Einen felsigen Aufschwung überklettert man etwas ausgesetzt, aber einfach. Der Schlussübergang zum Gipfel ist wieder Gehgelände.

Abstecher zum Piz da las Sterlas (T3)

Von der Einsattelung zwischen den beiden Bergen kann man den Piz da las Sterlas einfach und an beliebiger Stelle besteigen, alles über Geröllblöcke. Anspruchsvoller ist der direkte Aufstieg über den Grat (T4+), der stellenweise recht luftig ist.

Hike partners: Ivo66, Lena


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Open in a new window · Open in this window


Comments (2)


Post a comment

Alwin says: Herzlichen Dank
Sent 25 August 2018, 22h38
Ich möchte mich auf diesem Weg ganz herzlich bei Ivo 66 (und Lena) bedanken.

Wir sind in den letzten Jahren viele der Touren am Julier und im Oberengadin gegangen, die sie beschreiben. Auf die Beschreibungen und die Bewertungen kann man sich wirklich verlassen. Und bei direkten Anfragen gibt Ivo auch Ratschläge und Tipps.

Dieses Jahr, am 20. August, war der Piz de las Sterlas an der Reihe.
Die etwa 200 Höhenmeter über den steilen Schutt sind im Aufstieg nicht gerade super. Das wird teilweise durch die "Abfahrmöglichkeit" beim Abstieg wettgemacht. Und die Steilheit und die Tiefblicke sind schon toll.

Schnee lag im Kessel unter der Scharte so gut wie keiner mehr, und vom Gletscher ist nur noch ein kurzes, flaches Eisstück von 20 m übrig.

An der Scharte haben wir uns angesichts des etwas unsicheren Wetters und unseres Eindrucks von der Schwierigkeit zunächst für den einfacheren Sterlas entschieden, uns aber wie Ivo und Lena ziemlich am Grat gehalten.
Wegen einsetzenden Regens hat sich dann der Piz Vadret von selbst erledigt.

Beim Rückweg nach Muottas Muragl sind wir dann (wieder mit Sonne) vom See aus den markierten Steig am Bach entlang abgestiegen. Bei P. 2499 zweigt ein in den amtlichen Karten eingezeichneter unmarkierter Steig ab, der in leichtem Auf und Ab nach Muottas Muragl führt.

Wie gesagt: vielen herzlichen Dank

Ivo66 says: RE:Herzlichen Dank
Sent 26 August 2018, 19h05
Hallo Alwin

Diese freundliche Würdigung hat mich gerührt. Ich schätze es sehr, wenn ich solche schöne Feedbacks erhalte. Ich freue mich, dass Dir meine Tipps schöne Bergerlebnisse bescheren und bedanke mich meinerseits ganz herzlich für Deine Rückmeldung.

Herzliche Grüsse
Ivo und Lena


Post a comment»