COVID-19: Current situation

Piz Nalar (Motta Radonda) 2885 m - Tag der Verwirrung im Engadin


Published by Ivo66 , 20 August 2013, 18h42.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberengadin
Date of the hike:20 August 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 6:30
Height gain: 1300 m 4264 ft.
Height loss: 1300 m 4264 ft.
Route:Maloja - Blaunca - Lej Nair - P. 2806 m - Piz Nalar (Motta Radonda) - Piz Grevasalvas
Maps:1:25'000 Val Bregaglia

Um unser heutiges Gipfelziel besteht zunächst etwas Verwirrung: Während ihn der SAC-Clubführer Bündner Alpen 6 als Piz Nalar bezeichnet, taucht er in den neueren Landkarten unter der Bezeichnung Motta Radonda auf. Übersetzt man nun diese neuere Bezeichnung ins Deutsche, kommt man etwa auf "Runder Hügel". Da der Berg aber praktisch nur aus Fels besteht, zielt schon die Bezeichnung "Hügel" ins Leere, während von "rund" ebenso wenig die Rede sein kann. Der Verwirrung nicht genug: Der genannte SAC-Clubführer bezeichnet den Zustieg über den Südwestgrat als "mit dem Normalweg zum Piz Grevasalvas vergleichbar". Auch dies ist völlig aus der Luft gegriffen: Führt zum Piz Grevasalvas ein markierter Bergweg (T3) über geschliffene, runde Felsplatten, welche stets angenehm begehbar sind, hat man es am Piz Nalar oder Motta Radonda mit einem ernsthaften felsigen Grat zu tun, der teilweise auch ziemlich exponiert ist (T5).

Nicht genug der Verwirrung: Unser ursprünglich geplantes Gipfelziel kam sofort ausser Betracht, als wir bei der morgendlichen Passüberfahrt über den Julier die weiss gezuckerten Gipfel ab einer Höhe von etwa 3000 m. ü. M. unter einer unfreundlichen, dunklen Wolkendecke entdeckten. Die Sonne hielt sich vornehm zurück und dies bis lange in den Tag hinein. Der eiskalte Wind sorgte nicht für herbstliches, sondern winterliches Ambiente.

Der Aufstieg von Maloja über die sanften Hänge brachte uns aufgrund der eisigen Temperaturen kaum ins Schwitzen. Wir genossen den Aufstieg über den Südwestgrat zum Piz Nalar / Motta Radonda, auch wenn die Gratkletterei ruhig etwas länger hätte sein dürfen. Einige vereiste Stellen mahnten aber zur Vorsicht. Der Himmel zeigte sich unbarmherzig und liess die Sonne immer noch nur wenig zum Vorschein kommen. Nachdem wir wieder etwas abgestiegen waren und glaubten, die Wolken verzögen sich jetzt doch noch, beschlossen wir, den grossen Nachbarn, den Piz Grevasalvas, auch noch zu besteigen.

Wiederum verwirrt trafen wir auf einige Bergwanderer in kurzen Hosen, während wir in Winterkleidung inkl. Mütze und Handschuhe unterwegs waren. Diesmal waren wir aber überzeugt, auf der richtigen Seite in Sache Mode gelandet zu sein.

Auch auf dem Piz Grevasalvas war die Sicht schlecht; immer wieder schaufelte der kalte Wind neue Wolken hinzu. Erst im Abstieg nach Maloja wechselte das Ambiente allmählich wieder zurück auf Sommer, zumindest optisch, den kalt blieb es den ganzen Tag.

Routenbeschreibung:

Maloja - Blaunca - Lej Nair (T2)

In Maloja (am Ortseingang von Sils herkommend) befindet sich ein Parkplatz, den wir als Ausgangspunkt benutzten. Wir stiegen dem markierten Bergwanderweg Richtung Lunghinpass entlang hoch, um bei der ersten Abzweigung Richtung "Blaunca" weiterzugehen. Bei diesem hübschen Bergdörfchen benutzten wir einen nicht markierten Weg (von unten gut sichtbar) und stiegen in nordwestlicher Richtung hoch zur Ebene Plaun Grand, wo wir auf den Wanderweg von Grevasalvas her stiessen. Die nächste Abzweigung ist wieder signalisiert, Richtung "Lej Nair" und "Piz Grevasalvas". In einigen Serpentinen erreicht man den schön gelegenen Bergsee.

Lej Nair - P. 2806 m (T3)

Vom See folgten wir dem allmählich ruppiger werdenden Weg noch bis ca. 2720 m. ü. M. und stiegen von dort aus über Geröllblöcke und Schutt in westlicher Richtung hoch zu P. 2806 m, am Fusses des Südwestgrats zum Piz Nalar / Motta Radonda.

P. 2806 m - Piz Nalar / Motta Radonda (T5)

Den steilen Grataufschwung zu Beginn umgingen wir auf der linken Seite (in Aufstiegsrichtung gesehen), wo man über Schrofen bequem zum Grat aufsteigen kann. Man könnte den Grat ev. auch von unten direkt ersteigen, doch dürfte dabei der 3. Klettergrad erreicht werden.

Weiter oben folgt man dem schmaler werdenden Grat, könnte aber den ausgesetztesten Stellen links ausweichen. Vor dem Schlussabschnitt (heute vereist) querten wir kurz in die Flanke, um steil über ein wenig ausgeprägtes Schuttcouloir wieder auf den Grat zurückzukehren. Die letzten Meter sind recht ausgesetzt, aber unschwierig zu begehen.

Piz Grevasalvas (T3)

Der Bergweg bis zum Piz Grevasalvas ist gut markiert. Es ist aufgrund der Beschaffenheit des Geländes (abgeschliffene runde Felsplatten) im oberen Teil kaum ein Weg erkennbar. Die Route ist aber nirgendwo exponiert.

Hike partners: Ivo66, Lena


Minimap
0Km
Click to draw, click on the last point to end drawing

Gallery


Open in a new window · Open in this window

T5 I
9 Sep 14
Piz Grevasalvas · shuber
T3
21 Oct 20
Piz Grevasalvas · ser59
T3+
T3
3 Aug 19
PIZ GREVASALVAS (2932 mt.) · Angelo & Ele
T3+
11 Aug 12
Piz Grevasalvas 2932 m · VR101

Comments (3)


Post a comment

rkroebl says:
Sent 21 August 2013, 00h46
Ist ja komplett verrückt, dieser Unterschied. Ich war doch am Piz Chalchagn (teile Deine Einschätzung, Aufstieg von Morteratsch = T3) den ganzen Tag im T-Shirt unterwegs (Ausnahme Gipfel wegen Schwitz). Das sind nur wenige Kilometer Luftlinie rüber zu Eurer Tour. Bei mir von Eis natürlich keine Spur, nur ein paar Schneefläumchen von gestern, am schmelzen - und auch nur über 3000 m. Ein warmer Tag, viel Sonne. Das Engadin ist grösser als es scheint. ;-)

LG Ray

Ivo66 says: RE:
Sent 21 August 2013, 19h28
Ja, wir trauten unseren Augen auch nicht: Nordoberengadin Nebel, Südoberengadin Sonne;-) Aber heute war wieder ein Prachtstag für unsere Königstour:-)

Gratulation zum Chalchagn, ein prächtiger Berg.

LG Ivo

rkroebl says: RE:
Sent 21 August 2013, 22h04
Danke. Na, dann bin ich mal gespannt auf die Königstour!

LG, Ray


Post a comment»