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Versuch Hohe Villerspitze, Schafgrübler (2922m) und Lüsener Villerspitze (3026m)


Published by Chiemgauer , 19 August 2013, 13h48.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Stubaier Alpen
Date of the hike:16 August 2013
Hiking grading: T6- - Difficult High-level Alpine hike
Climbing grading: II (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 12:00
Height gain: 2560 m 8397 ft.
Height loss: 2560 m 8397 ft.
Route:21,7 km
Access to start point:Übers Inntal ins Sellrain und dort über die Zufahrtsstrasse von Gries im Sellrain kommend zum P beim Alpengasthof Lüsens (4 Euro Parkgebühr)
Maps:Kompass Nr. 83

 

Heute wurden mir deutlich meine Schwächen und Stärken aufgezeigt und worauf ich mich am besten konzentrieren sollte. Noch motiviert vom Vortag hat das eigentlich angesteuerte Ziel (Hohe Villerspitze) leider nicht geklappt, dafür wurde es mal wieder eine Ausdauertour mit anderem schönen Gipfelziel. Bei der Beschreibung kann ich mich wohl kurz fassen, denn ich würde sehr stark Tippen die Überschreitung der Villerspitzen wird bald auch hier zu lesen sein, denn einen Tag vor mir waren zufällig bereits drei andere hikrer oben.

 

Vom Parkplatz kurz der Straße noch weiter nach hinten folgen, bis der Steig zum Hochgraffljoch und Horntaler Joch beginnt. Über diesen nach oben, bis sich kurz darauf beide Aufstiegswege trennen. Bis hierher war ich mir noch nicht sicher, was ich ansteuern sollte und habe mich letztendlich wohl falsch entschieden. Ich wähle den Aufstieg zum Horntaler Joch, der erst durch Wiesengelände und später über Schutt nach oben führt. Vom Joch noch etwas absteigen sieht man schon die Steigspuren die östlich des Grates in Richtung Hohe Villerspitze führen und über steiles Wiesengelände hoch zum Grat (T4). Dort geht es über die Westseite weiter oben wieder auf den Grat und eine erste bereits etwas (für mich) unangenehme Kletterstelle (T5/I) führt zum „Schiefen Gang“, dem Beginn des Aufstiegs zur Hohen Villerspitze. Für mich ist aber nach wenigen Metern bereits wieder Schluss, denn bereits eine erste kurzer Aufschwung (T6-/II; für mich unangenehm kleine Griffe und Tritte für die Ausgesetztheit des Geländes) wird mir zu heikel, vor allem alleine und ohne zu wissen was mich später noch alles erwarten wird (hier warte ich mal den wohl bald folgenden Bericht ab). Also wieder zurück, wobei ich dabei nicht so weit in die Wiesenflanke quere und zum Ende hin direkt über den Grat wieder im Joch raus komme. Von hier einfach hoch zum Schafgrübler. Frustriert vom Scheitern und weil die Temperaturen auch noch nicht so angenehm für lange Pause sind, entscheide ich mich einen anderen Dreitausender noch anzusteuern.

Dafür wird nun aufs Gas gedrückt (ich will ja auch noch eine schöne Gipfelpause hinlegen können) und wieder ca. 1000 Hm zur Weggabelung abgesteigen und von dort nun hoch zum Hochgraffljoch. Hier geht es, wie ich finde, deutlich angenehmer hoch (wunderschönes Wiesengelände) und erst auf den letzten Metern etwas mehr Block. Weil ich es im Aufstieg nicht sehe steige ich bis zum Joch hoch, von wo es dann wieder etwas in Aufstiegsrichtung runter geht, bis Steigspuren in Richtung Lüsener Villerspitze beginnen. Diesen ins Blockgelände nach, sind auch schon die ersten Steinmänner zu sehen. Diesen und einem fast durchgehenden sichtbaren Steig geht es nun nach, bis kurz unter dem Gipfel (bis hierher T3 und leichter), wo unangenehme Platten (T4+) beginnen (hier sind drei Eisenstifte, die anzusteuern aus meiner Sicht aber keinen Sinn macht). Ich halte mich so lang wie möglich am Grat und quere dann in die Nordflanke, so hat man fast durchgehend noch eine Steilheit der Platten, die problemlos auf Reibung (Tritte und Griffe sucht man hier vergebens) zu gehen ist. Die letzten Meter dann wieder einfacher zum Gipfel, wo ich nach etwas über drei Stunden (ab Schafgrübler) ankomme und noch eine ordentliche Gipfelpause einlegen kann.

Runter geht es dann wieder über den Aufstiegsweg, wobei das Hochgraffljoch etwas weiter umgangen werden kann.

 

Sieht so aus, als ob ich mich doch besser auf lange Bergtouren konzentriere sollte und nicht all zu schwere. Vielleicht habe ich aber bloß auch einen nicht so guten Tag für die Hohe Villerspitze erwischt. Die Lüsener Villerspitze lohnt auf alle Fälle auch einen Besuch und erfordert auf den letzten Meter auch alpine Erfahrung und sollte bei Nässe eher gemieden werden.


Hike partners: Chiemgauer


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Geodata
 17482.gpx Aufstieg zum Schiefen Gang und Schafgrübler
 17483.gpx Weiter zur Lüsener Villerspitze
 17484.gpx Abstieg

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Comments (11)


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83_Stefan says:
Sent 19 August 2013, 15h02
Ja da schau an, was es nicht für Zufälle gibt! Dann kann man dir aber wenigstens zu Schafgrübler und Lüsener Villerspitze gratulieren! Und das bei deutlich besserem Wetter als wir es hatten...

Chiemgauer says: RE:
Sent 19 August 2013, 15h58
Musste auch schmunzeln, als ich das Gipfelbuch aufgeschlagen habe.
Das mit dem Wetter überrascht mich etwas, da es bei meiner Tour am Vortag, nur wenige Meter weiter im Westen, eigentlich noch eher besser war als an diesem Tag!?
Ist eigentlich der Aufschwung im Schiefen Gang auch dessen Schlüsselstelle, bzw. die des Aufstiegs, oder war es besser hier die Segel zu streichen, wenn das schon grenzwertig ist?
Gruß,
Hans

83_Stefan says: RE:
Sent 19 August 2013, 16h16
Stimmt, im Westen war's deutlich besser, das haben wir auch bemerkt. Wir waren genau die Wetterscheide und der Grat fast immer im Nebel.

In der steilen Rinne nach dem schiefen Gang kam eine II+-Stelle, die ich schon als spürbar schwieriger bewerten würde (plattig, aber fester Fels). Da waren auch einige Haken zum Sichern zu finden.

Chiemgauer says: RE:
Sent 19 August 2013, 20h34
Dann habe ich wohl mit der Tourwahl am Tag davor alles richtig gemacht. Für euch tut es mir natürlich leid!
Was für T würdest du denn für die Rinne vergeben? Klettertechnisch war mein Umkehrpunkt kein Problem, nur bin ich mir in diesem Gelände nur noch zu 99% sicher, dass Tritte und Griffe halten und wenn es dann über T5 rausgeht, dann macht der Kopf leider nicht mehr mit.

83_Stefan says: RE:
Sent 19 August 2013, 20h54
War schon recht anspruchsvoll, ich denke, T6-, II+ trifft's ganz gut.

Chiemgauer says: RE:
Sent 19 August 2013, 21h57
Danke!

Sent 5 November 2014, 16h47
Servus Chiemgauer,

ich bin unter der Villerspitze im Oktober 14 auch umgedreht!

VG,

Kai

Uli_CH says: Respekt
Sent 23 September 2017, 23h26
Hallo Chiemgauer,
danke für deine Beschreibung. Ich muss die Hohe Villerspitze wohl doch aus meinen Projekten streichen...
Ich hätte ja nicht mehr den Nerv gehabt, nochmal 1000 Hm abzusteigen und noch einen anderen Gipfel zu erklimmen, Respekt!
Gruss aus Zürich
Uli

Chiemgauer says: RE:Respekt
Sent 24 September 2017, 19h16
Servus Uli,
danke und man soll nie nie sagen, denn bei mir hat es dann diesen August geklappt :)
Wenn man über "meine" Stelle in diesem Bericht drüber ist, dann hat man das schlimmste hinter sich. Danach noch etwas ausgesetztes (wie die 2) Gehgelände, eine im Vergleich dazu gutmütige Rinne und den angenehmen Gifpelgrat. Ist aber mittlerweile auch gut abgesichert, falls man es sich solo nicht zutraut.
Gruß
Hans

Uli_CH says: RE:Respekt
Sent 25 September 2017, 21h13
Hallo Hans,
gratuliere! Bin schon auf den Bericht und die Fotos gespannt ;-)
LG, Uli

Chiemgauer says: RE:Respekt
Sent 25 September 2017, 21h57
Danke! und wird es wohl nicht geben. Ist auf hikr ja schon in einem Bericht sehr gut beschrieben.


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