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Über 8 Berge des Siebengebirges !?!


Published by Basti , 18 August 2013, 19h54.

Region: World » Germany » Westliche Mittelgebirge » Westerwald
Date of the hike:18 August 2013
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: D 
Time: 5:00
Height gain: 1022 m 3352 ft.
Height loss: 1022 m 3352 ft.
Route:22,5 km

Nächste Woche steht die diesjährige Hochtourenwoche auf dem Programm. Hohe Walliser 4.000er und Mont Blanc stehen auf dem Programm. Wie kann man sich am Besten vorbereiten, wenn man, wie ich, in Flachlandhausen wohnt? Joggen? Nein, mittlerweile zu langweilig! Siebengebirge, ja klar, aber dann muss man auch schon ein wenig mehr machen, als die typischen Spaziergänge...eine Idee ist geboren! Schafft man im Siebengebirge, alle Berge an einem Tag? Wieviel Höhenmeter kommen dabei zustande. Eine grobe Kalkulation ergab 1.000 Hm. Das klingt gut, also Rucksack gepackt und los.

Ausgangspunkt ist Königswinter am Rhein südöstlich von Bonn. Als erster Berg mit ca. 270 Hm Anstieg steht der Petersberg mit dem markanten Gästehaus der Bundesregierung (Steigenberger Hotel) auf dem Programm. Der Weg ist unschwierig und gut als WarmUp geeignet. Kurz vor der Aussichtsterrase quert man noch den historischen, voll überwachten Jogging-Pfad, der extra für Bill Clinton für seinen G8-Besuch angelegt worden ist. Am Hotel ist bei dem schlechten Wetter wenig los, die Terrasse, die mit beeindruckendem Panorama bei schönem Wetter zum Verweilen einlädt, ist verwaist.

Es geht weiter, um das Hotel herum zu den Resten eines alten Kirchengemäuers, welches bei Grabungen 1980 gefunden wurde. Diese Wallfahrtskirche stand auf dem Gipfel und wurde wahrscheinlich ab 1189 von den auf dem Petersberg angesiedelten Zisterziensermönchen erbaut.

Am Wachhäuschen der Hotelanlage vorbei geht es abwärts Richtung Nordosten. Von hier auf kleinem Pfad Richtung Nonnenstromberg. Ein bewaldeter Hügel mit einem sehr großen Steinhaufen, welcher wohl den höchsten Punkt markieren soll, aber nicht ist. Um den höchsten Punkt zu erreichen folgt man dem Weg wieder abwärts und steigt auf eine zweite Erhebung. Hier ist ein kleiner Vermessungstein am rechten Wegesrand. Die höchste Erhebung und bestimmt 4 Meter höher als der falsche Hochpunkt.

Es geht wieder abwärts zum Einkehrhaus Waidmanssruh. Von Hier über gut augebautem Wanderweg Richtung Osten. Ich folge dem Wegweiser Rosenau. Kurz parallel des Weges rechts den Berg hinauf und schon steht man an einer weiteren Burgruine, der Rosenau, welche in 1222 erbaut und bereits 1250 im Zuge der frühmittelalterlichen Apeacement-Politik wieder zerstört wurde. Schade! Eine von vielen geschliffenen Burganlagen im Siebengebirge, welche im 13. Jahrhundert die südlichen Außengrenzen des Erzbistums Köln sichern sollten.

Es geht wieder bergab Richtung Osten, auf den Höhepunkt des Siebengebirges zu. Den Großen Ölberg mit seinen stolzen 461 m überragt er alle umliegenden Erhebungen. An einer großen Wegeskreuzung geht es gerade hinauf auf den höchsten der Sieben Berge. Oben angekommen ist geschäftiger Betrieb im Restaurant auf dem Ölberg. Der Ölberg ist von Weitem aus sehr gut aufgrund des Sendemastes zu erkennen. Es geht wieder runter Richtung Margaretenhöhe, einer viel befahrenen Passstraße, die Königswinter mit der östlich gelegenen Bundesautobahn A3 verbindet. 

Gerade über die Margaretenhöhe hinweg und ich folge den Schildern Lohrberg-Rundweg bis zu einer kleinen Schutzhütte an einem markanten Aussichtspunkt. Von hier kann -etwas versteckt- ein Weg Richtung Lohrberggipfel eingeschlagen werden. Der Gipfel ist komplett überwaldet und bietet daher trotz größerer Höhe (<400m) leider keine Aussicht. Es geht wieder bergab, zuerst südlich, dann links weg Richtung Osten.

Bald erkennt man eine Schutzhütte auf einer kleinen Erhebung. Der Trenkeberg. Unschwierig in 1 Minute zum Hochpunkt. Es geht wieder bergab Richtung Süden, durch tiefen Wald, über eine ruhige Lichtung und wieder tiefen Wald gelangt man zum Einkehrhaus Löwenburger Hof. Hier ist wieder geschäftiger Betrieb, aber ruhiger als sonst.

Der Normalweg (von Süden) hinauf zur Löwenburg, einem der schönsten Aussichtspunkte im Siebengebirge, ist steil, aber gut zu begehen. Die ebenfalls im 13. JH erbaute große Burg ist leider ab Ende 16. JH zur Ruine verfallen. Von der Löwenburg hat man einen sehr schönen Blick Richtung Süden ins Rheintal. Es geht wieder bergab, diesmal über den noch steileren Nordabstieg direkt Richtung Löwenburger Hof. Von hier westwärts bis nach ca. 700 m in einer Linkskurve der Weg nach rechts Richtung Breiberge verlassen werden kann. Achtung auf Mountainbiker, die diesen wunderschönen Abfahrtstrail häufig in mörderischem Tempo hinabdüsen. 

Es lohnt sich noch einen Abstecher auf den Großen Breiberg zu machen. Am Gipfel bestehen zwei Sitzbänke, von denen man einen herrlichen Ausblick auf den nahen Drachenfels und die ebenfalls nicht mehr vorhandene Wolkenburg (Berg gleichen Namens) genießen kann. Ich mache die erste Rast. Nach 3 Minuten geht es wieder bergab, Richtung Westen nach Rhöndorf zum Waldfriedhof, wo Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der noch jungen Bundesrepublik Deutschland begraben liegt. Ab jetzt fängt es an, stärker zu regnen.

Das verlockende Dorffest in der Löwenburger Straße lasse ich links liegen und widme mich dem Rückweg zum Auto, der natürlich quer über den Drachenfels führen soll. Der Weg von Süden hinauf auf den Drachenfels ist steil und vermittelt etwas alpines Feeling (220 Hm). Oben ist immer HalliGalli, egal welcher Wochentag, eagl welches Wetter. Angeblich ist der Drachenfels der meist bestiegene Berg der Welt. Ich kann es jedesmal glauben!

Die Ruine am Drachenfels markiert meinen letzten Hochpunkt am heutigen Tage, ich schaue auf mein GPS ... 1.022 HM im Anstieg. Geschafft! Nächstes Mal ist das bestimmt noch zu toppen, wenn man noch aggressivere Anstiegswege wählt.

Ich kehre über die Touristenroute nordwärts zurück zum Auto, welches ich nach 22,5 km und knappen 5 Stunden erreiche.


Hike partners: Basti


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Comments (2)


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Lugge says:
Sent 24 April 2016, 19h29
Danke für die Inspiration im Siebengebirge - hab es Dir gestern nachgemacht und einmal alle "Gipfel" eingesammelt.
Danke für die super Beschreibung und die klasse Idee!

Basti says: RE:
Sent 24 April 2016, 19h55
Hallo Lugge,
prima, dass Dir die Tour gefallen hat! Wenn die Sonne rauskommt, ist es derzeit, wenn alles blüht, eine schöne Jahreszeit im Siebengebirge!
Gruß!
Sebastian


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