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Berglauf Höchst - Margelchopf - Alvier (Abbruch)


Published by Runner , 15 August 2013, 15h52.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike:12 August 2013
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Time: 9:45
Height gain: 3100 m 10168 ft.
Height loss: 3080 m 10102 ft.
Route:Walenstadt - Nideripass - Höchst - Voralpsee - Margelchopf - Imalschüel - Alvier (Abbruch)
Access to start point:PKW: div. PP (u.a. P+R SBB) ÖV: SBB bis Bhf Walenstadt
Access to end point:PKW: div. PP ÖV: SBB ab Bhf Buchs SG
Accommodation:Walenstadt / Voralpsee / Buchs SG
Maps:2514

 Am Montag bin ich alleine in Walenstadt – immer noch auf dem Camping am See– und bereite mich auf den kommenden Mountainman vor; die fünf Wochen Sportabstinenz nach meinem Rennvelounfall machen sich bemerkbar, aber wenigstens ein bisschen etwas ausgleichen sollte ich können.

Ich habe mir eine lang gehegte Runde vorgenommen. Von Walenstadt solle es via Höchst, Margelchopf und Alvier nach Walenstadt zurückgehen. Ganz nach Plan wird die Geschichte nicht verlaufen, nur weiss ich das um 07.25 Uhr noch nicht…

Walenstadt – Nideripass (2h) – T2

Zunächst führt mich der Weg über Lüsis, (Gasthaus), auf den Nideripass. Es ist der wohl einfachste Übergang ins Toggenburg oder Rheintal in der imposanten Bergkette der Churfirsten. Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges wurden hier Bunker und gar eine Seilbahn erstellt. Von dieser ist freilich nichts ausser der Talstation zu sehen, denn sie wurde zwischenzeitlich abgerissen.

Nideripass – Höchst (1/2h) – T4

Also: ich habe in dieser Community Bewertungen von T3, gar T2 (!) gelesen. Die Passage vom Nideripass zum Höchst (2025m) mindestens mit einem T4, (eher T4+) zu bewerten. Die Tafel „Trittsicherheit erforderlich“, welche auf dem Nideripass angebracht wurde ist nicht irreführend, denn Unachtsamkeit und ein Fehltrtitt wird auf diesem Abschnitt nicht verziehen und würde böse enden. Wer nicht ein Minimum an Schwindelfreiheit besitzt, dem empfehIe ich, diesen Weg zu meiden und den Höchst über den Voralpsee zu besteigen. Ich will es nicht übertreiben und schreibe dies auch aus Sicht eines Vertigo geplagten Bergläufers, aber man sollte bedenken, dass wir es hier mit einem recht schmalen Pfad entlang einem abschüssigen Hang zu tun haben. Ich habe nun mittelprächtige Verhältnisse angetroffen. Alles war nass, die Wege entsprechend aufgeweicht. Dafür war das Berggras weggeschnitten. Andersrum verdient dieser Abschnitt meines Erachtens ein T5.

Auf dem Höchst verdrücke ich dann zunächst einen Kraftriegel, der bisherige Aufstieg war schweisstreibend und hat Energie gekostet. Ich halte noch einen kurzen Schwatz mit einem nachfolgenden einheimischen Wandererpaar und mache mich nach einer weiteren halben Stunde an den Abstieg zum Voralpsee. Gut 900 Höhenmeter vernichte ich so.

Höchst – Margelchopf (2h) – T3

Unterwegs begegne ich dann einer raren Spezies im Berggebiet; dem einheimischen Steinputzer ;-). Ein Dank an diese Leute, welche die Wegmarkierungen ständig erneuern und die Infrastruktur unterwegs aufrecht erhalten. Meist geschieht dies im Frondienst…

Vorbei am schönen Voralpsee – etwas oberhalb steht das gleichnamige Gasthaus – gelange ich zu einer Verzweigung, welche den Weg auf den Margelchopf via „Inggernast“ oder Alp Länggli angibt. Ich wähle die zweite Variante. Der Aufstieg ist derart „schwitzig“, dass ich unterwegs meine Trinkflaschen und den „Camelbak“ auffüllen muss ! Um 12.20 Uhr stehe ich dann aber auf dem Gipfel des Margelchopf. Dieser wird über den Isitzergrat und am Aufbau mittels Ketten bestiegen. Schon während meiner Praktikumszeit in Buchs welche ich vor zwanzig Jahren absolviert habe, (und der einzige Sport für mich im Bierhumpen stemmen bestand), faszinierte mich dieser Gipfel – nun ist er endlich „erlaufen“ worden. Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch steige ich wieder ab. Das Wetter spielt leider nicht mit, Nebel steigt auf.

Margelchopf – Alvier (3h) – T2 / Abbruch

Vom Isitzergrat führt der Beranderweg nun wieder talwärts um sogleich zur „Glanna“ und zur Alp Obersäss (Pkt 1614) anzusteigen. Hier heisst so ziemlich jede höher gelegene Alp „Obersäss“, also nicht von der Karte täuschen lassen, sonst steht man urplötzlich beim Berggasthaus Malbun ! Über Pkt. 1819 („Zwingler“) gewinne ich wieder an Höhe. Das Gipfelziel, den Alvier, sehe ich ab und zu durch den Nebel brechen. „Gleich gibt’s Bier auf dem Alvier“ denke ich mir. Kurz davor, in einer recht steilen Runse am „Aferisloch“ bremst mich dann aber ein festgefrorenes Schneefeld. Die scheinbare Wegspur welche das Feld traversiert täuscht; sie ist nicht frisch und „verharscht“. Ich unternehme diverse Versuche Tritte zu schlagen, jedoch verlässt mich zugegebenrmassen der Mut. Als ich dann auch „verschlipfe“, (ohne Folgen für mich), lasse ich es sein. Ich versuche es zunächst mittels Aufstieg über das Schneefeld, muss jedoch feststellen, dass das Geröll richtig rutschig ist. Auch einen Versuch weiter unten breche ich ab. Ich bringe es nicht hin und muss mir eingestehen, dass ich die Sache momentan nicht im Griff habe. Da es bereits halb vier ist, entscheide ich  mich für den direkten Abstieg nach Buchs. Im Nachhinein betrachtet wäre es vielleicht einen Versuch wert gewesen über das Barbilergrätli aufzusteigen aber was solls: Der Alvier läuft nicht davon !

Alvier – Buchs (2h) – T2

Über’s Imalschüel und die „Tobelbrugg“ erreiche ich nach gesamthaft 10h und 10 Min. den Bahnhof in Buchs SG. Es ist geschafft – und ich auch. Übrigens; wenigstens zum kühlen Bier im Walensee hat's gereicht ;-)
Eckdaten:  
   
Laufzeit ohne Pausen: ca. 9 h 40 Min.
Distanz: ca. 37 Km
Besonderes: Schweisstreibend ! Genug Flüssigkeit mitführen, unterwegs kaum Nachfüllmöglichkeiten.
  

Hike partners: Runner


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Comments (4)


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WoPo1961 says:
Sent 15 August 2013, 20h22
Mir hätte man nach dem Lauf die Beine abschrauben müssen.. zwecks Generalüberholung!! Aber gut, das ich solch ein Hobby nicht ausgewählt hab :-)) Teufelskerl, Du, reine Laufzeit über 9 Stunden!!!! Ich werd es nie verstehen, wie man "sowas" schaffen kann... und sag mir jetzt nicht was von trainieren... Also, Schweizhut ab mit vollstem Respekt... det haste juut gemacht!
Grüße aus Flachlandhausen
WoPo

Runner says: RE:
Sent 15 August 2013, 22h23
:-) jedem seine "Spinnerei", gell. Am Samstag werden's wohl gute 13 Stunden - falls ich's schaffe... Liebe Grüsse und meld' Dich mal, falls ihr in der Nähe seid :-)

Sent 15 August 2013, 20h38
Wow, das fällt für mich unter die Kategorie Monstertour . Auch ich ziehe meinen (alten, gelederten) Hut vor dir!! :-) Und was das Schneefeld angeht: Wenn man ein paar Varianten probiert und Bauch und Verstand zum Rückzug raten, dann sollte man darauf hören. Also richtig gemacht.
Gruss, countryboy

Runner says: RE:
Sent 15 August 2013, 22h26
Danke Dir für die moralische Spritze. Mit Stöcken und / oder Katzenkrallen hätte es ev. geklappt... janu !


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