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Via Enderlinhütte auf den Falknis "and then some"


Published by countryboy , 5 August 2013, 19h01.

Region: World » Switzerland » Grisons » Prättigau
Date of the hike: 3 August 2013
Hiking grading: T4 - High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR   FL 
Time: 11:00
Height gain: 1950 m 6396 ft.
Height loss: 1950 m 6396 ft.
Route:ca. 16km: Kaserne St. Luzisteig - Loch - Enderlinhütte SAC - unter den Türm - Fläscher Fürggli - Falknis - Mazorakopf - Guschasattel - Mittlerspitz - Guscha - Kaserne St. Luzisteig
Access to start point:mit dem Auto nach St. Luzisteig, Kaserne PP oberhalb Kasernenareal in kleiner Waldlichtung (hier führt eine Kiesstrasse weiter hoch nach Guscha)
Maps:Kartenausschnitt Schweizmobil 1:25'000

Howdy!

Mein vorerst letztes Wochenende als Strohwitwer wollte ich nochmals für eine grössere Tour einsetzen. Und spätestens seit ich mit meiner Frau am Mittler See gepicknickt habe, lockt der Ruf des Falknis; "dank" hikr via Enderlinhütte. Höhenmeter und T4-Anspruch machen die Wanderung dann auch zum bisher strengsten Unternehmen dieses Jahres. Aber es hat sich gelohnt!

Facts zur Wanderung:
- St. Luzisteig bis Enderlinhütte T2 (zweite Bachquerung im heutigen Zustand wohl eher T3)
- Enderlinhütte SAC bis Fläscher Fürggli T4 (Querung unter den Türmen als Schlüsselstelle)
- Fläscher Fürggli bis Falknis T3- 
- Falknis bis Guschasattel T4 (Querung im abschüssigen Schiefergelände als Schlüsselstelle)
- Guschasattel bis Mittlerspitz T2
- Mittlerspitz bis Stafel T3, dann bis Guscha T2
- Guscha bis St. Luzisteig T1

Wetter: hochsommerlich heiss, Gelände bis auf wenige Schattenstellen trocken (bei Nässe ist von der Tour abzuraten!)
Zeit: insgesamt 11 Stunden, davon knapp 9h reine Wanderzeit; rund 2h für Gipfel- und  andere Pausen
"spez." Ausrüstung: Wanderstöcke (v.a. Abstieg), Spikes (nicht eingesetzt)
Flüssigkeitskonsum: 2 1/2 Liter mobil, plus je 1L bei Enderlinhütte und Guscha

Wanderbericht:
Auch diese Wanderung ist schon in vielen, guten Berichten festgehalten. So habe ich mich z.B. anhand der Berichte von dulac, heluka und sherpa vorbereitet.

Der von mir gewählte Parkplatz bewahrte mir zwar ganztags ein kühles Auto, war aber auch Ursprung eines etwas verkorksten Einstiegs in die Wanderung, verspielte ich doch mit umständlicher Wegführung gut und gerne eine Viertel Stunde. Einmal auf dem offiziell markierten Weg lief es dann wieder zügiger. Relativ zügig, wenn ich mein Tempo mit einem Einheimischen vergleiche, der mich halbwegs zur Enderlinhütte einholte und nach kurzem Wortwechsel wieder weiterzischte. Angeblich wolle er seinem Hausberg einen längst überfälligen Besuch abstatten.

Nach willkommer Pause, etwas Konversation mit dem heutigen Hüttenwart (SAC-Mitglieder wechseln sich ab) und aufgetanktem Flüssigkeitshaushalt bei der Enderlinhütte setze ich meine Wanderung fort. Als ich mir das erste Mal den Schweiss von der Stirn wischen möchte, stelle ich fest, dass ich das dazu bestimmte Baumwolltüchlein bei der Enderlinhütte verloren haben muss. Auf dem Bild sieht man es am Boden liegen. ;-)

Ich gewinne schnell weiter an Höhe, nach wie vor die meiste Zeit im Schatten. Dann machen Schmerzen im rechten Knie plötzlich Sorgen. Das schwierigste Gelände und der grösste Teil der Wanderung stehen noch bevor! Ich beschliesse, erst mal etwas gemächlicher weiterzugehen und erreiche schliesslich die erste Schlüsselstelle: die Querung durch das abschüssige Couloir. Von Weitem scheint kein Durchkommen. Von Nahem mag es immer noch heikel erscheinen, passt aber in den Rahmen einer T4-Wanderung. Auch später folgen noch ein paar Kraxelstellen, aber diese sind gut mit einem Seil als Steighilfe abgesichert. In stetem Zickzack bewältigt man schliesslich nochmals strenge Höhenmeter hoch zum Fläscher Fürggli. Irgendwie scheine ich einen schonenderen Schritt gefunden zu haben, denn in diesem Aufstieg verlieren sich irgendwann meine Knieschmerzen, was mir erst auf dem Fläscher Fürggli so richtig bewusst wird. Dieser Sattel bietet schöne Aussicht und damit Grund genug für eine kleine Pause. Ein hartnäckiges kleines Schneefeld strahlt willkommene Kühle ab.

Nach rund 3/4 h und weiteren 300Hm erreiche ich den Gipfel des Falknis und gönne mir mein Mittagsbrot. Dafür hat sich eine klassische Mischung aus Brot, Käse, Minipic und Schokolade etabliert. Nicht zu vergessen der in der Enderlinhütte erworbene "Gipfelwein", ein Shorley. :-)

Nach dem Abstieg vom Gipfel wird es alsbald wieder spannend. Etwa eine 1/4 h nach der Abzweigung in Richtung Guschasattel wird es wieder anspruchsvoller: Die zweite Schlüsselstelle ist wiederum eine lange Querung auf engstem Pfad, diesmal im rutschigen und sehr brüchigen Schiefergestein.  Als Belohnung winkt nach kurzem und einfachem Aufstieg die Aussicht vom Mazorakopf!

Anschliessend folgt der "Anfang vom Ende" des Vergnügens. ;-) Die vielen erarbeiteten Höhenmeter müssen auch wieder abgestiegen werden und die meisten davon stehen noch bevor. Bis zum Guschasattel bleibt das Gelände anspruchsvoll und die Gedenktafel unterwegs stimmt für kurze Zeit nachdenklich. Beim Guschasattel könnte man direkt nach Guscha absteigen, ich bleibe aber bei meinem Plan, dem Mittlerspitz noch einen Besuch abzustatten. Der grösstenteils eben verlaufende Weg ist Genuss und Erholung zugleich, aber zögert den weiteren Abstieg natürlich nur hinaus. Ab Mittlerspitz ist endgültig Ende mit Genuss. Meine Knie erschaudern ob des bevorstehenden langen Abstiegs. Aber was hoch geht, muss bekanntlich auch runterkommen und schliesslich bin ich auch kein Befürworter von Sesselbahnen an jeder Ecke. Abgesehen von einem kurzen Verhauer (von einem Schafweglein fehlgeleitet), verläuft der Abstieg problemlos, aber eine gefühlte Ewigkeit.

Die Einkehr in der kleinen Alpwirtschaft Guscha ist ein höchst willkommener Halt, sowohl was die trockene Kehle als auch die geschundenen Knie anbelangt! Gleichzeitig mit dem plötzlich aufkommenden Wind mache ich mich wieder auf den Weg und treffe nach zügig gegangener Schlussetappe beim Auto ein. Eine Stunde später entlädt sich über der Ostschweiz ein ordentliches Gewitter. ...hatten die Wetterfrösche ja auch vorausgesagt.

Eine strenge, aber sehr befriedigende Wanderung!

See you,
countryboy

Hike partners: countryboy


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Comments (8)


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Hitsch says: gratulation
Sent 5 August 2013, 20h01
Hi Countryboy

Du hast ja fast die gleiche Route gemacht wie ich..... hab einfach noch einen Abstecher aufs Schwarzhorn gemacht.

Schöne Tour, Gratulation dazu.

Warum ist denn das dein vorläufig letzer Bericht? Resp. warum den Hut loswerden. Scheint sowas wie ein Markenzeichen zu sein.

Gruass

Hitsch, der Einheimische der was Nachzuholen hatte

countryboy says: RE:gratulation
Sent 5 August 2013, 20h25
Hallo Hitsch
Na sowas! Hat ich mir doch fast noch gedacht, dass so ein zackiger Berggänger etwas mit hikr "am Hut haben" könnte. ;-) Apropos Hut, ja, der ist mein Markenzeichen. Nur ist er mittlerweile ganz schön in die Jahre gekommen und es wird langsam Zeit für einen Nachfolger. Meine Frau hat's da aber etwas eiliger als ich. ;-)

Wie auch immer, auch dir Gratulation zu deiner Tour, umso mehr, als du das Schwarzhorn auch noch mit reingepackt hast!

Weiterhin viel unfallfreien Spass in den Bergen und vielleicht ein andermal wieder... :-)

Gruss,
Yves

Runner says: Bravo
Sent 5 August 2013, 21h12
Schöne Tour - Gratulation !

Übrigens: so ein alter Hut ist resistenter als ein neuer, welcher erst mal "geledert" sein will...

countryboy says: RE:Bravo
Sent 5 August 2013, 21h57
:-D Ich danke deiner wiederholten Fürsprache für meinen Filzdeckel! :-) Es würde mir in der Tat schwer fallen, einen neuen Hut in schweisstreibenden Aufstiegen mit "Salzsäure" zu misshandeln. Wahrscheinlich wird mir eine unverhoffte Föhnböe meinen Hut irgendwann unfreiwillig entreissen müssen... bis dann werde ich wohl immer eine Ausrede finden, warum ich mich nicht von ihm trennen kann.

Runner says: RE:Bravo
Sent 6 August 2013, 07h14
...wird mir eine unverhoffte Föhnböe meinen Hut irgendwann unfreiwillig entreissen müssen...

lässt sich mit einem "Kinnbändel" verhindern :-)

countryboy says: RE:Bravo
Sent 9 August 2013, 14h18
Das Gekitzle an meinem Hals mag ich nicht. Wenn die Böe dann tatsächlich stark genug sein sollte, dann war es Schicksal. ;-)

dulac says: Herzlichen Glückwunsch ...
Sent 7 August 2013, 03h31
...zu dieser anspruchsvollen, aber auch überaus reizvollen Tour!

Die von Dir gewählte Variante muß ich auch noch irgendwann mal in Angriff nehmen.

LG Wolfgang

countryboy says: RE:Herzlichen Glückwunsch ...
Sent 7 August 2013, 07h31
Danke Wolfgang und den Glückwunsch gebe ich gerne zurück, wenn ich mich an deine damalige Route erinnere. ;-)


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