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Vallüla 2813 m vor dem Frühstück


Published by basodino , 23 July 2013, 18h14.

Region: World » Austria » Zentrale Ostalpen » Silvretta
Date of the hike:22 July 2013
Hiking grading: T5- - Challenging High-level Alpine hike
Climbing grading: I (UIAA Grading System)
Waypoints:
Geo-Tags: A 
Time: 4:00
Height gain: 800 m 2624 ft.
Height loss: 800 m 2624 ft.
Access to start point:mit Auto oder Bus zur Bielerhöhe über die Silvretta Hochalpenstraße, Mautpflichtig, kostet Euro 14 pro Pkw, aber nicht zwischen 20 Uhr und 6 Uhr
Access to end point:siehe oben
Accommodation:2 Gasthöfe auf der Bielerhöhe, diverse Hotels in Galtür, unter anderem Hotel Fluchthorn 4*
Maps:1178 Gross Litzner

Eigentlich hatte ich gar keine Zeit für eine Gipfelbesteigung. Und das mir, 4 Tage in Galtür, so viele tolle Gipfel vor der Nase. Am letzten Tag aber gab es ein kleines Fenster. Ich musste nur um 9.30 Uhr wieder in Galtür sein. Also 4.30 Uhr aufgestanden, 5 Uhr auf der Bielerhöhe und dann los: auf die Vallüla (2813 m). Nachdem die restlichen hikr dort offensichtlich nur bei schlechtem Wetter hingehen, würde es auch mal Sinn machen, ein paar Schönwetterbilder zu machen.
Um 5 Uhr ist die Dämmerung gerade soweit fortgeschritten, dass man keine Stirnlampe mehr braucht. Zwischen den beiden Gasthöfen habe ich am Stausee geparkt. Nun über die Wiesen leicht hinauf, knapp am oberen Ende des Skiliftes vorbei und in den Hang mittels eines klaren und einfachen Zickzackweges hinauf. So klettert man in 35 min bis zu einer Stange, die ehemals ein Wegweiser (ca. 2240 m) war. Hier lag noch ein Schild auf dem Boden, das den Weiterweg geradeaus verbot. Schlechtes Gewissen schnell beiseite und weitergegangen. Zwar ist in der folgenden Querung von P. 2263 an noch einiges von den Wegbeschädigungen zu erahnen, aber der Weg ist soweit wieder hergerichtet, dass man ihn leicht und sicher begehen kann, zumindest wenn es trocken und schneefrei ist.
Gegenüber steigt man in wenigen Kehren auf einen flachen Rücken (Maissboden), wo man alsbald die Route eintreffen sieht (schwache Wegzeichen), die man außen herum hätte nehmen müssen. T3, 1 h 00 min.
Nun flach ansteigend weiter die Hänge queren (bis P. 2427), in ein paar Kehren steiler hinauf zu einer Geröllhalde, die aber gut gangbar gemacht war, wenngleich Teile des Weges noch unter Schnee lagen. Hier hörte ich über mir gleich ein verächtliches Schnauben, wobei ich gar nicht entscheiden konnte, ob es von den Steinböcken oder von den Gemsen kam. Aus meiner Erfahrung würde ich auf einen Steinbock tippen. Vom Sattel 2515 m zog sich ein Schneefeld herab, welches leichtfüssig und schnell von mehreren Böcken und Gemsen überquert wurden, weniger leichtfüssig dann auch von mir, da man den Sattel selbst nicht ersteigt. Jenseits führt der Weg durch felsdurchsetzte Wiesen und leichtes Blockgeröll bis an den Fuß einer Rinne (ca. 2600 m). T3, 0 h 45 min.
Die Rinne selbst verengt sich bald und ist schon ein wenig steil. Sie war teilweise mit Schnee gefüllt, lies aber an den Rändern beinahe durchgängig schmale Geröllstreifen offen. Ich stieg zunächst links etwas an (sehr sandig), wechselt über Schnee nach rechts, wo sich ein rutschiges Weglein fand, welches alsbald aber unter Schnee verschwand. Wieder nach links raus, wo gröberes Geröll wartete, wo aber auch ordentliche Griffe am Fels Sicherheit gaben. Die Rinne verengte sich nochmals ein wenig und ich musste in den steilen Schnee ausweichen. Nun ca. 20 Meter gerade über ordentlichen Trittschnee hinauf, dann wieder links über Geröll bis zu dem Punkt, wo sich die Rinne in zwei Arme teilt. Hier findet sich in der linken Seite ein sehr steiles Weglein, welches weiter oben auf die Mittelabgrenzung führt. Dann weicht man kurz in die rechte Rinne aus (Stufe, I) und steigt sobald es geht wieder auf die Mittelrippe, die abrupt endet und nur noch wenige Meter von der Scharte entfernt in einen kleinen Hang führt, den man flacher und leichter ersteigt. T5-, I,  25 min.
Auf der kleinen Scharte habe ich nicht verweilt. Man steigt nur sehr wenig jenseits ab (Wegspuren mögen einen verleiten, tiefer abzusteigen, so wie die Schweizer Landeskarte 1: 25.000). Rechts lässt sich gleich ein verblasstes Wegzeichen finden. Über einen kleinen dreieckigen Absatz (passen genau 2 Füsse drauf) quert man in Felsbänke hinein. Die abwärts geschichteten Felsen werfen zunächst die Frage auf, wie man am besten weitergeht. Links scheinen erdige Stellen so etwas wie einen Weg anzudeuten. Weit oben findet sich ein weiteres Wegzeichen (ebenso schwach). Ich denke aber, es ist am besten, wenn man nur wenige Meter direkt aufsteigt und dann nach rechts aufwärts über eine Art steiles Band zu einem kleinen Kamin aufsteigt und diesen erklettert (I). Dann nach links zurück in die Falllinie des Hanges (Steinmann) und weiter hinauf auf den Grat. Dort findet sich überraschend ein recht klarer Weg, der nun im Zickzack unter eine Platte führt, die man von rechts nach links aufwärts quert (I). Man erreicht eine winzige Scharte, überquert diese, steigt 2 Meter dahinter ab und quert gegen die Südwestflanke des Gipfels, über die man den Gipfel erreicht. T4, I, 25 min.

Insgesamt bin ich in 2 h 35 min auf und in 1 h 25 min abgestiegen und habe das 9.30 Uhr-Ziel einhalten können, so dass es im Hotel sogar noch ein kleines Frühstück gab, bevor ich dann wirklich los musste. Wenn man es genießen möchte, mag man für beide Strecken jeweils 20-30 min länger einplanen.

Die Rinne könnte ich mir recht gefährlich vorstellen, wenn mehrere Menschen gleichzeitig dort unterwegs sind. Ich war ganz allein, was sicherer und auch schöner war, auch als ich auf dem Gipfel den grandiosen Blick genießen konnte. Ohne Schnee mag auch ein T4 oder T4+ für die Rinne okay gehen, je nachdem was unter dem Schnee hervorkommen mag.

Hike partners: basodino


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Comments (2)


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paul_sch says:
Sent 24 July 2013, 16h36
Schöner Bericht, da bekomme ich Lust den Berg nochmal zu machen! Vor ein paar Jahren verließ ich die Rinne frühzeitig nach rechts, und wurstelte mich irgendwie in IIer-Gelände nach oben...

basodino says: RE:
Sent 24 July 2013, 17h32
Rechts von der Rinne ist mir als Option gar nicht in den Blick gekommen. Lag vielleicht an der Eile, vielleicht daran, dass ich auf die Rinne fixiert war. Die Rinne selbst wird sicherlich jedes Jahr ein wenig anders aussehen, brüchig wird sie bleiben.


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