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Piz Valletta 2933 / 2918 m - Gratüberschreitung während der Blütezeit in der Geröllwüste


Published by Ivo66 Pro , 23 July 2013, 20h15.

Region: World » Switzerland » Grisons » Oberhalbstein
Date of the hike:21 July 2013
Hiking grading: T5 - Challenging High-level Alpine hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-GR 
Time: 4:30
Height gain: 830 m 2722 ft.
Height loss: 830 m 2722 ft.
Route:Julierpass – Westflanke – Südgrat – P. 2918 (Südgipfel Piz Valletta) – Piz Valletta P. 2933 m – Nordrinne – Fuorcla Cotschen – Muot Cotschen - Julierpass
Maps:1:25'000 Bivio

Der Piz Valletta liegt nördlich der Julierpasshöhe, nur durch das Valletta dal Güglia vom Piz Julier getrennt. Er ist mit einem oft schmalen Grat auf meist brüchigen steilen Flanken mit dem Chüern Nair verbunden, auf welchem sich auch sein etwas niedrigerer Südgipfel erhebt.  Der ganze Grat, welcher derzeit üppig mit Himmelsherold und Alpenmannschild bestückt ist, bietet prächtiges Alpinwandern mit einigen anspruchsvollen Abschnitten.

Heute hiess es nicht nur jeden Griff am nicht immer festen Fels zu prüfen, sondern auch immer wieder die Wolken am Himmel zu beobachten, denn – je nach Wetterprognose – war heute schon früh mit Gewittern in den Bündner Bergen zu rechnen. Wir entschieden uns deshalb für eine Tour, auf welcher in Kürze ein Rückzug möglich sein würde, sollte sich denn ein Gewitter aufbauen. Geplant war deshalb eigentlich nur, den Piz Valletta auf der kürzest möglichen Route zu besteigen, doch als sich die Restwolken vom frühen Morgen rasch zu verziehen begannen, entschieden wir uns unterwegs spontan doch noch für die Überschreitung der beiden Gipfel. Wir wählten dazu einen direkten Zustieg zur tiefsten Stelle zwischen P. 2918 m und dem Chüern Nair.

Wie fast immer im Sommer hatten wir auch heute das ganze weitläufige Gebiet um den Julierpass für uns alleine. Die im Winter wie überall eintönig wirkende Gegend verwandelte sich inzwischen zu einer farbenprächtigen Berglandschaft, gespickt mit vielen Blumen; Himmelsherold und Alpenmannschild gedeihen selbst im scheinbar unfruchtbaren Schutt- und Geröllboden prächtig. Die vielen Quellwolken am Himmel sorgten für einen stimmungsvollen Kontrast zur einmaligen Mondlandschaft.

Das Wetter zeigte sich länger als vorausgesagt von der freundlichen Seite, weshalb wir noch den Muot Cotschen anhängten, den einzigen teilweise grasigen Berg in diesem Gebiet.

Routenbeschreibung:
(Ebenfalls empfehlenswert ist die Überschreitung vom Chüern Nair zu den beiden Valletta-Gipfeln. Beschreibung siehe hier.)

Wir stiegen vom kleinen Parkplatz westlich der Passhöhe in einem Linksbogen um den Chüern Nair herum Richtung Grat, den wir südlich von P. 2918 m an der tiefsten Stelle durch eine recht steile Geröllhalde und im oberen Teil grasigen Abschnitten erreichten (T4).

Der Aufstieg zum Piz Valletta Südgipfel (P. 2918 m) bietet keine besonderen Schwierigkeiten; einzelne einfache Kletterstellen; wenn man etwas in die Ostflanke ausweicht kaum ausgesetzt (T4).

Von P. 2918 m steigt man etwa 10 Meter in die Ostflanke ab, wo man etwas ausgesetzt schuttiges Gelände quert und auf einem Band in eine Einsenkung vor einem nächsten felsigen Aufschwung gelangt (T5). Man steigt in der Folge über Schrofen etwas auf und quert bald wiederum ausgesetzt in der Ostflanke zum nächsten Einschnitt am Grat. Eine etwas unangenehme Stelle kurz vor Erreichen der Gratsenke wird am besten mit einem Spreizschritt bewältigt; die Tritte und Griffe sind stets gut zu prüfen; das Gelände ist teilweise sehr lose (T5).

In der Folge hält man sich meist auf dem Grat auf, kann aber auch beliebig in gut gestuftem Gelände in die Flanken ausweichen. Ein nächster Aufschwung wird rechts in Schrofengelände umgangen (T4), worauf man bald in Gehgelände den Hauptgipfel des Piz Valletta erreicht.

Vom Piz Valletta stiegen wir in die steile Rinne nördlich des Gipfels ab, zunächst etwas nach links ausholend. Die Rinne ist sehr brüchig und das darin liegende Geröll- und Schuttmaterial sehr lose (T5). Wenn man zu zweit ist, muss man sich jeweils gut absprechen; niemand darf sich in der Schusslinie aufhalten (versetztes Absteigen). Mit Gegenverkehr ist hier indessen kaum zu rechnen. Man kommt hier nicht umhin, beträchtliche Mengen an Steinen die Rinne abzulassen. Im unteren Drittel traversiert man allmählich nach links, wo man über gröbere Blöcke zur Fuorcla Cotschna absteigt.

Muot Cotschen: Von der Fuorcla Cotschen über einen Kamm in Schrofen- und weiter oben Rasen- und Schuttgelände ohne Schwierigkeiten erreichbar (T3). Wir stiegen anschliessend durch das Tälchen westlich des Muot Cotschen zum Julierpass zurück. Man trifft dort auf ein Wegspuren. Für den direkten Abstieg ins genannte Tälchen empfiehlt es sich, vom Gipfel aus noch etwa 100 Meter nördlich zu gehen. 
 


Hike partners: Ivo66, Lena


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